***

DEZEMBER 2012 

 

Am 1. Dez., Samstag ist es immer noch bedeckt bei 21° C. Heute ist Markttag in Finike und wir stöbern so 1-2 Std. herum. Hier wird vieles angeboten, wie Gemüse, Obst, Hülsen-,Trockenfrückte, Käse, alles direkt vom Bauern aus dem Hinterland. Ferner präsentieren sich Stände mit Schuhzeug, Klamotten, Handwerkzeugen und weiterem Krimskrams. Es gibt also viel zu sehen und natürlich auch zu kaufen. Obst und Gemüse sind vielfältig und echt preiswert und total frisch. Nachmittags machen wir noch eine kleine Fahrradtour.

Der 2. Dez., Sonntag zeigt sich endlich mal wieder sonnig. Ich genieße den Tag bis ca. 14:30 in der Hängematte, währenddessen sich Rita mit der Innenreinigung des Bootes und Sockenwäsche beschäftigt. Da könnte man doch vielleicht lieber einen bewölkten Tag aussuchen, oder?    

03. Dez., Montag: Seit Freitag am späten Nachmittag habe ich eine dicke rechte Wange, die immer weiter angeschwollen ist über´s Wochenende, so dass wir heute morgen beschließen ins Krankenhaus zum Arzt zu gehen. Es regnet mal wieder, wie aus Eimern. Trotzdem machen wir uns auf den Weg. Das Krankenhaus ist voller Leute, wir haben echte Verständigungsprobleme und geben auf. Gut, dass wir hier schon ein paar türkische Freunde gefunden haben. Moammer begleitet uns schlußendlich zu einem befreundeten Zahnarzt, der erst einmal die Ursache Kiefer/Zähne ausgrenzt und uns zum Hals-, Nasen-, Ohrenarzt verweist. Auf dem erneuten Weg ins Krankenhaus schauen wir mit Moammer bei einer Apotheke rein, wo er die Apothekerin gut kennt. Mit ihm als Dolmetscher bekommen wir schlußendlich Antibiotika und verzichten auf einen weiteren Besuch im Krankenhaus. Ich beginne gleich mit der Einnahme der Medikamente in der Hoffnung auf schnelle Besserung. Krank zu werden sollte man hier besser vermeiden!

 

04. - 06. Dez.: Die kommenden Tage verbringen wir bei schönstem Sonnenschein in Ruhe ohne irgendwelchen Stress oder anderen uns selbstgestellten Aufgaben. Meine Wange schwillt stetig aber langsam ab. Die Medikamente scheinen also gut anzuschlagen. Zusätzlich haben wir uns aber beide noch Schnupfen, Halsschmerzen und Husten eingefangen, was sich alles als sehr hardnäckig herausstellt. Am Spätnachmittag des 06.12. werden wir mit starken Gewittern, Hagel (!!!) und Regen, Regen, Regen verwöhnt. Hatten wir ja lange nicht mehr. Kein Wunder, dass man sich bei dem Mistwetter und Temperaturwechsel erkältet. 

 

07. Dez., Freitag:

Meine "Backe" wird immer besser! Rita fährt nachmittags mit anderen "Yachties" mit dem Dolmus-Bus nach Antalya ins Vivaldi & Mozart Konzert. Für mich ist das ja nichts, aber andere Leute stehen ja auf so etwas.

 

08. 12., Samstag:



Gegen Mittag, nach dem Frühstück (!!!), gehen mit wir mit Hannelore & Franz bei heiterem und sonnigem Wetter zum Wochenmarkt, trinken hinterher noch einen Tee (Chai) und besorgen uns einen mobilen USB-Internetstick für 3 Monate (10 Gigabite) von Türkzell für TL 179,00. Zuerst wollte man uns TL 209,00 abknüpfen, aber wir haben ja schon gelernt, dass man hier immer verhandeln muss!

 

09. + 10. Dez.: Und wieder haben wir Regen, Regen, Regen und Sturm bei max. 13°C. Wir machen es uns im Boot gemütlich, lesen, basteln ein Adventsbesteck und lassen es uns einfach gut gehen. Im Boot ist ja trocken und warm!

 

11.12., Dienstag: Heute scheint mal wieder die Sonne. Für mich stellt sich da nicht die Frage, was ist heute zu tun? Raus ins Cockpit, T-Shirt aus, Bauch und Buch raus und die Sonne genießen, ist angesagt. Rita dagegen macht sich mit dem Rad auf weitere Erkundungsfahrt in Umgebung Finike, sie kann ja nicht so rumhängen, wie ich.

 

12.12., Mittoch: Und erneut Regen, Regen,... Man gut, dass ich den Sonnentag von gestern so perfekt genutzt habe!

 

Am 13.12., Donnerstag ist es wieder mal den ganzen Tag schön und sonnig. Die Schweden feiern ihr Lichterfest ab 13:00 und alle Yachties sind zu Glühwein (Glög) eingeladen. Netter Nachmittag in entspannter Runde im Porthole mit Schweden, Engländern und anderen Nationalitäten und ein super Glög! Abends backe ich mein erstes Brot selbst, da man hier ja nur so ´ne weiße, weiche Masse als Brot erstehen kann. Da ist jedes selbstgebackene Brot, auch, wenn es nicht ganz so super gelingt, immer noch die bessere Lösung. Meine beiden ersten Brote konnten sich aber schon sehen lassen, doch die Rezeptur wird noch etwas verfeinert werden müssen. Da arbeiten wir noch weiter dran! Die kommenden Tage bleibt das Wetter stabil und sonnig bis über´s Wochenende. Am Samstag, d. 15.12. fahre ich alleine zum Wochenmarkt, da Rita um 13:00 von den Ladies abgeholt wird zum sogenannten "Damen-Lunch" in einem türkischen Restaurant. Zugelassen sind nur weibliche Personen jeden Alters und natürlich hauptsächlich türkischer Herkunft. Soll ganz interssant gewesen sein. Nähere Informationen können bei Rita direkt abgerufen werden.

 

Am 17.12., Montag regnet es den ganzen lieben Tag lang. Abends sind wir bei Hannelore & Franz zum Forellenessen eingeladen. Super lecker & sehr nett!

 

18. - 23.12.:  Mehr oder weniger Dauerregen an allen Tagen bei 11 -12°C. Keine besonderen Ereignisse, da typisches Bordleben bei Scheißwetter.

 

24.12., Dienstag - Heiligabend:

Heute ist es endlich mal wieder sonnig bei 23°C. Die letzten beiden verregneten Tage habe ich dazu genutzt unser Weihnachtsmenue vorzubereiten, zu dem wir Hannelore & Franz eingeladen haben:

 

1). Selbst gebeizten "Graved Lachs" mit Honig-Senf-Soße,

Salatbeilage & hauchdünnen Zwiebäckchen

2). In Rotwein marinierte, geschmorte Lammkeuke

an grünen Schnittbohnen mit Pellkartoffeln 



Als Nachtisch war dann noch eine kleine Käseplatte mit frischen Früchten geplant, die jedoch zum Schluß verweigert wurde, da alle satt bis zum Umfallen waren. Später am Abend sind wir noch zum Porthole rüber, da dort ein gemütliches Weihnachttreffen angesagt war. Doch der einzige, der dort beim Fernsehen saß, war Herbert, den wir dann zum Kaffee mit an Bord genommen haben. So hatten wir doch noch alle einen sehr netten Abend. 



 

Am 1. Weihnachtstag durften wir dann etwas länger schlafen und haben erst gegen Mittag gefrühstückt. Den ganzen Tag über war es sonnig warm bei 20-21°C. Am 2. Feiertag haben wir an einer von den Segler organisierten Busfahrt zum Mittagessen auf einer Forellenfarm teilgenommen. Es gab als Vorspeise den üblichen türkischen Salat, gegrillte Aubergine, Zwiebel und lange dünne grüne Paprika nebst frisch gebackenem Fladenbrot und als Hauptspeise über Holzkohle gegrillte Forelle mit gegrillten Kartoffelscheiben. Total lecker und alles nur für TL 13,00 = EUR 6,00 pro Person. 

 

SILVESTER

 

Für diesen letzten wichtigen Tag des Jahres 2012 hat die Gemeinschaft der Winterlieger hier im Hafen auf internationaler Ebene ein BARBEQUE um 19:00 angesagt mit anschließendem Ringelpietz, d.h. Tanzabend. Für das Barbeque bringt jeder etwas mit und stellt es der Allgemeinheit zur Verfügung. Nur die Grillsachen sucht sich jeder selbst aus. So entseht ein umfangreiches Buffet und vor allem gibt es neue Rezepte. So hat z. B. eine Neuseeländerin selbst gemachtes Sauerkraut mitgebracht. Um 24:00 wurde dann mit Sekt / Cava angestoßen und weiter bis zum frühen Morgen getanzt und gefeiert, bis wir dann früh morgens erschöpft in die Koje fallen. 

  ***



JANUAR 2013

 

Das neue Jahr beginnt mit Regen und nochmals Regen! Alles ist grau in grau. Aber unser Motto für dieses Jahr ist:

 

" Morgenstund hat Gold im Mund,

wer länger schläft,

 bleibt auch gesund."

 

Alternativ dazu könnte man auch sagen:

 

"Früher Vogel kann mich mal!" 

 

Am Donnerstag, d. 03.01. wachen wir morgens bei klarblauem Himmel auf. Im Tagesverlauf klettern die Temperaturen auf 23°C, was für eine Wohltat. Ich nutze diesen schönen Tag, voll motiviert, um das Motoröl und die Filter zu wechseln.

 

Ansonsten verlaufen die Tage je nach Wetterlage bzw. Sonnenscheindauer angepasst. Der Wetterbericht verspricht sonnige Tage bis zum 11.01., so dass wir über die Mittagszeit einiges draußen erledigen können. Wir haben uns hier in Finike ganz gut aklimatisiert und insofern auch arrangiert, sodass wir die Sachen, die wir hier nicht bekommen, oder, die uns absolut nicht schmecken, eben selber herstellen. Dazu gehört Brot, Marmelade, Fleischaufschnitt etc. Rita geht Montag Abend immer fleißeig zum Türkischkurs und hat mittlerweile schon so viel gelernt, dass ich nur noch die Hälfte von allem verstehe, was sie von sich gibt. Ferner kümmere ich mich um die nötigen Sachen, die ich für´s Boot brauche, wenn es im April an Land geht. Gehe zum Zahnarzt, mit Moammers Unterstützung als Dolmetscher. 



Ein besonderes Erlebnis habe ich am Montag, d. 07.01., bei einem Friseurbesuch hier am Hafen. Als ich dort eintreffe, muss ich noch ein wenig warten, da ein türkischer junger Mann gerade noch vor mir kam und zuerst "behandelt" wurde. Der für mich äußerst interessante Vorgang spielte sich wie folgt ab: Zuerst wurden ihm die ohnehin schon sehr kurzen Haare innerhalb von 10 Min. geschnitten und ich dachte noch - na, gleich bin ich ja dran! Nun aber begann die eigentliche zeitaufwendige Prozedur. 2 x nass rasieren! Zwischendurch mit Rasierwasser betupfen. Danach warmes Wachs auf die vorher rasierten Gesichtsflächen auftragen und trocknen lassen, abreißen! Wachs in die Ohren und Nasenlöcher, trocknen lassen, rausreißen und wieder mit einer Flüssigkeit einreiben. Dann kam ein Gang mit einem dünnen Faden, der über die rasierten Wangen, Stirn und Oberlippe gezogen wurde. Was das soll ist mir bis heute nicht gelungen in Erfahrung zu bringen. Zu guter Letzt erfolgt ein ausgiebiges doppeltes Haarewaschprogramm mit Fönung und Puderung aller betroffenen Gesichtsteile. Die ganze Prozedur hat dann eine gute Stunde in Anspruch genommen und kostete 30,00 TL entsprechend ungefähr 14,00 EUR. Während ich fasziniert der Behandlung zuschaue, überlege ich mir immer wieder, ob ich tatsächlich mir hier die Haare schneiden lassen soll und was der gute türkische Friseur so alles mit mir noch anstellen wird. Da ich aber hier nun schon so lange sitze, beschließe ich mich auch "behandeln" zu lassen. Also los, mal schauen, was passiert. Ich erkläre dem guten Mann, wie er meine Haare schneiden soll und ab geht´s. Bart auch, fragt er? Ich: "nein danke". Er Ohren und Nasenlöcher? Ich: "na gut nur die Ohren". Er Wachs rein in die Ohren und nach dem Trocknen raus. 2 x Autsch! Er hält mir die rausgerissenen Wachsteile vor die Augen und fragt, OK? Da ich keine Brille aufhabe und sowieso nichts genaues erkennen kann, antworte ich - ja: "OK". Er holt eine kleine Fackel raus, sieht so aus, wie ein etwas größeres Wattestäbchen, zündet es an und haut mir damit mehrfach auf beide Ohren, um die restlichen Haare abzufackeln. Gut, dass es draussen so kühl ist, so habe ich wenigstens nun warme Ohren. Dann folgt noch die Wasch- und Fönarie, danach bin ich fertig! Bezahlen muss ich nur TL 20,00, also knapp EUR 10,00! Jetzt weiss ich endlich, dass ein türkischer Friseur sich viel ausgiebiger um seinen Kunden kümmert, als ein deutscher. Irgendwann muss ich unbedingt mal in ein türkisches BAD gehen. Was mich da wohl erwartet?

 

Am Mittwoch, d. 09.01. besuchen uns gegen 11:00 Richard & Canon. Rita hat Richard vor Kurzem in einem Haushaltsladen kennengelernt. Er ist Englischlehrer und fragt Rita, ob sie ihn heute abend beim Unterricht in seiner Klasse unterstützen würde. Er würde entsprechende Fragen aufschreiben, die Rita dann den erwachsenen Schülern seiner Klasse stellen sollte. Er würde Rita vorziehen wollen vor einem Engländer, da Rita langsamer und ein viel deutlicheres Englisch spräche (?), als ein richtiger Engländer, das von seinen Schülern wohl besser verstanden werden würde. Rita sagt zu. Jetzt haben wir auch noch eine Lehrerin an Bord! Was das bedeutet muss ich wohl nicht weiter ausführen! Gegen 17:45 holt Canon Rita ab und überreicht als "Dankeschön" das 1. Gehalt in Form von Naturalien - eine ganze Kiste voller frischer Orangen, Pampelmusen und Zitronen.

Zitat Rita: "Ich fahre mit Canon zur Schule und habe viel Spaß den erwachsenen Schülern Fragen zu stellen. 1 Std. später werde ich dann wieder entlassen (Schade!!!)und Canon bringt mich mit seinem Auto zurück an Bord."

 

Am Freitag, d. 11.01. dann das nächste Schlüsselerlegnis von Rita im Verlaufe eines Spazierganges im Randbereich der Ortschaft Finike!

ZITAT:

"Heute Johann (Türke) kennengelernt, spricht fließend englisch - seine Mutter läd mich ein in die gute, warme Stube zu kommen. Wir sitzen gerade, da kommen 3 Freundinnen zu Besuch und es gibt Obst aus eigenem Anbau. Ich werde aufgenommen, als wenn wir uns schon über Jahre kennen. Da die Mutter (68 Jahre alt) nicht mehr so gut zu Fuß ist, kommen ihre Freundinnen jeden Tag zu ihr. Johann bleibt im Winter zuhause, lernt deutsch und hilft seiner Mutter. Nach einer gewissen Zeit verabschiede ich mich und Johann übersetzt dies seiner Mutter, die sich freuen würde, wenn ich einmal wieder vorbei käme. Ich antworte darauf, dass Johann uns auch gerne auf dem Boot besuchen kann und erkläre, wo wir zu finden sind. Zum Abschied erhalte ich noch einen großen Beutel mit Früchten als Wegzehrung. Bin gespannt, ob Johann uns wirklich besuchen kommt."

 

Abends fängt es dann wieder an zu regnen und hört erst am nächsten Vormittag auf.

 

Samstag, d. 12.01.: Ich komme noch nach dem Frühstück trocken zum Markt, um einige Sachen für unser heutiges "Räucherfestival" zu besorgen, welches ich für 10 Personen ab 13:00 im Porthole organisiert habe. Den ganzen Tag lang schauert es und ab Mittags fängt es auch noch an zu stürmen, sodass wir im "Waschraum" räuchern müssen. Speisen können wir dann gemütlich im Porthole im Trockenen. Wir räuchern mit 2 Öfen in zwei Lagen, insgesamt 6 große Meerforellen- und 4 Bonitofilets (insges. 3 kg). Dazu haben Franz & Hannelore Kartoffelsalat und Marita & Wolfgang Ofenkartoffeln, übrigens ein klasse Rezept, dass ich unbedingt noch besorgen muss, vorbereitet. Meine Rita und die Schweizerin Christine machen einen leckeren Salat aus grünem Salat mit frischen Erdbeeren und Dressing mit vielen frischen Kräutern (Rezept siehe demnächst auf der entsprechenden Seite dieser Homepage). Ich hatte zusätzlich noch einen Gurkensalat gemacht. Dann konnte das große Schmausen beginnen. Alle waren begeistert von der Rauchware a la THORBJOERN und hatten viel Spaß. Gegen 20:00 mussten wir dann leider den Raum räumen, da dieser von den Engländern belegt wurde. 

 

Sonntag, 13.01.: Ruhetag, nach der Anstrengung von gestern. Es ist wieder heiter bei 20 Grad im Schatten und der Sturm hat sich auch gelegt.

 

Montag, d. 14.01. treffen wir uns um 09:30 mit Hannelore & Franz, um mit dem Dolmus nach Elmarli auf den Wochenmarkt zu fahren. Elmarli liegt unfähr 70 km entfernt von Finike und liegt so ca. 800 m hoch in den Bergen, auf deren Gipfel überall Schnee liegt. Schönes Panorama, aber ziemlich kalt in Elmarli. Die Wolken hängen hier oben so tief, dass die Sonne nicht durchkommt. Schlendern über den Markt, kaufen ein paar Sachen, besuchen ein Restaurant am Markt, um uns wieder aufzuwärmen, Chai (Tee) zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen (Pitas). Danach geht es wieder retour. Zurück in Finike scheint die Sonne und es ist hier wesentlich wärmer als in Elmarli. Man kann sogar noch im T-Shirt in der letzten Nachmittagssonne im Cockpit eine Tasse Kaffee trinken.

 

Dienstag, d. 15.01.: Für heute ist ein Behördentag angsagt! Dementsprechend früh müssen wir aufstehen und schnell frühstücken. Danach geht´s ab mit dem Dolmus ins ca. 80 km entfernte Kemer, wo wir unser "IKAMEG" (Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr) beantragen wollen. Entsprechende Kopien von allen notwendigen Dokumenten und Passfotos haben wir schon vorab besorgt bzw. fertigen lassen. Um 09:00 Uhr bekommen wir den Bus und sind so nach 75 Min. in Kemer. Rein zur Polizei und wieder raus, da uns 2 Fotokopien fehlen und entsprechende "rote" Ordnerkartons. In der Nähe soll es ein Schreibwarengeschäft geben. Wir also los, laufen, laufen, aber kein Schreibgeschäft. Nach so 2 km Fußmarsch endlich so etwas wie ein Schreibwarengeschäft. Hat aber leider nur Aktenordner in Plastik. Kaufen einen und wieder zurück. Die Fotokopien haben wir unterwegs in einer Schule machen lassen. Wieder zurück auf der Polizei erklärt der Beamte uns, dass der Akteneinband falsch ist und wir einen roten aus Pappe benötigen. Die soll man direkt gegenüber bei einem Versicherungsagenten (Sompo Japan Ins. - kommt mir irgendwie bekannt vor) bekommen. Wir also erneut runter, den Karton geholt und uns wieder angestellt. Nun fehlt angeblich noch ein 2. Ordner, da 2 Akten für uns angelegt werden müssen. Ferner benötigen wir noch eine 2. Kopie vom Transitlog. Rita also wieder runter zur Sompo. Dann ist alles parat, die Akten können angelegt werden und die Pässe geprüft werden.  Mittlerweile ist es 12:00 und Mittagspause für die Beamten. Um 13:00 sollen wir wieder erscheinen. Wir bekommen dann einen Gebührenbescheid, mit dem wir per Taxi ins Zentrum von Kemer zur Zahlstelle fahren müssen. Puh, nun haben wir uns erst einmal was zur Stärkung verdient. Setzen uns gegenüber von der Polizei in einem kleinen Restaurant in die Sonne und essen und trinken ´ne Kleinigkeit. Um 13:00 zurück, Gebührenbescheide in Empfang nehmen, ab ins Taxi und zur Zahlstelle. Zwischendurch noch bei einer Bank haltgemacht, um uns mit Frischgeld zu versorgen. Dann die Geschichte mit den Gebühren. Sollen insgesamt TL 926,00 für uns beide berappen. Rita weigert sich, da der Polizeibeamte uns einen viel geringeren Betrag genannt hatte. Nach langer Diskussion bezahle ich dann doch und zurück geht´s wieder per Taxi, da die Polizei schon um 17:00 wieder schließt. Da müssen wir dann noch weitere TL 396,00 bezahlen. Am 22.01. können wir dann unser IKAMEG wieder in Kemer abholen. Nun aber schnell zurück zur Bushaltestelle und ab nach Finike. Für heute reicht es uns! Zurück an Bord genehmige ich mir erst einmal einen Schnaps.

 

PS.: Fahrten mit dem Dolmus sind schon ein besonderes Erlebnis, zumindest für mich! Nicht nur, dass der Fahrer überall dort anhält, wo einer an der Straße winkt, um mitgenommen zu werden, sondern auch berücksichtigt, wann und wo ein Fahrgast aussteigen möchte. In Ortsbereichen kann das bedeuten, dass der Bus alle paar Meter hält und daher nur langsam voran kommt. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Bus sehr, sehr voll werden kann, da alles in ihn hineingepresst wird, was noch gerade so geht. Dementsprechend sind auch die verschiedensten Gerüche, besonders bei feuchtem Wetter, oder das Schmatzen von Kaugummi kauenden Personen und vieles andere. Andererseits kommt man mit dem Dolmus praktisch überall recht kostengünstig hin. Alles hat also seinen Preis!

 

Mittwoch, d. 16.01.:

Heute ist sonnig, warm bei 15°C. Da wir noch sooo... viele Zitrusfrüchte, wie Orangen, Zitronen und Pampelmusen haben, kochen wir heute Orangenmarmelade, und zwar jeder auf seine Art. Rita presst Saft aus den Orangen, Zitrone und 1 Pampelmuse, fügt dann Orangenschalen hinzu. Sehr lecker! Ich dagegen filitiere hauptsächlich dir Orangen, 1 Pampelmuse und 2 Zitronen, püriere alles und nehme dann noch die Schale von 5 Orangen, 1 Pampelmuse und 1 Zitrone, schmecke mit Zimt und Zitronenmelisse ab. Fertig! Auch absolut lecker!!! 

 

Die nächsten Tage werden wir wieder mit Wind und Regen verwöhnt. Am Samstag, d. 19.01. wird es ab mittags trocken und wir machen uns auf zum Wochenmarkt. Heute abend soll es Kürbismus mit gegrilltem Hühnchen geben. Das Hühnchen kaufe ich gleich fertig gegrillt am Markt. Kürbismus wird dann später selbst hergestellt und zwar gleich für mehrere Tage, sonst lohnt es sich ja nicht. Später am Abend koche ich noch eine Ration Zitronenmarmelade. Da wir keinen Gelierzucker mehr haben und hier auch nicht bekommen, haben wir versucht das Pektin für den Gelierprozess aus 3 Kg frischen Äpfeln zu gewinnen. Klappt aber leider nicht. Die Marmelade bleibt flüssig und Rita kocht sie am Sonntag noch mal mit Tortenguß auf. Nun ist sie fest und schmeckt lecker. Man muss sich also nur zu helfen wissen. 

 

Montag, d. 21.01.: Sonne, Sonne satt bei 24°C!!! Das muss genutzt werden. Rita legt einen Waschtag ein. Ich koche aus den restlichen Äpfeln eine Marmelade mit Pampelmuse und Zitronenschale. Das Gelieren gelingt auch, da Rita gestern zufällig "Gelierpulver" gesehen und gleich gekauft hat. So, nun haben wir aber wirklich Marmelade genug für die kommenden Monate! Abends ist Filmabend im Porthole angesagt. Die Weltumseglung der Wanderer III mit den Hiscocks aus Ende 1960 wird gezeigt. Total interessant. Da kann man mal sehen, dass es früher auch ohne den ganzen elektronischen Schnickschnack ging!

 

Dienstag, d. 22.01. fahren wir morgens mit dem Dolmus nach Kemer, um unsere IKAMET´s abzuholen. Scheißwetter, Regensturzbäche, Straßen unter Wasser, wir sind bald klitschnass und geben das geplante Bummeln im Ort auf, schnappen uns das nächste Taxi, lassen uns zur Bushaltestelle bringen und fahren wieder zurück nach Finike. Nun sind wir für 12 Monate "Türken auf Zeit"! 

 

Mittwoch, d. 23.01. hat Wolfgang Schindler Geburtstag, wird stolze 77 Jahre, ist aber noch fit, wie ein Turnschuh! Wir werden im Palmengarten zu Tee und selbstgebackenen Kuchen (von Marita, seiner Frau) eingeladen. Die Sonne scheint bei 23°C, sodass wir draussen sitzen können. Ein netter Nachmittag in gemischter Runde.

 

Donnerstag, d. 24.01.: Letzte Nacht hat es ordentlich gestürmt und geregnet. Starke Fallböen sind von Bb. über die Berge eingefallen. War nicht unbedingt gut geeignet, um ruhig schlafen zu können. Ist aber nichts passiert. Morgens ist dann alles wieder vorbei und die Sonne kommt doch noch durch. Nach dem Frühstück gehen wir im Ort bummeln, kaufen für Rita einen größeren Koffer, plaudern und trinken Tee bei Moammer, unserem türkischen Freund. Nachmittags wird dann noch frisches Brot gebacken und abends gibt es dann "Honig - Lachs - Filets" an buntem, kalten Salat aus gr. Gurken, Pellkartoffeln, selbst eingelegten Oliven, Tomaten, Peperoni.

 

Freitag, d. 25.01.: Ich fahre mit Wolfgang und Marita, die hier ein eigenes Auto haben, gegen 10:00 zum Wochenmarkt nach Kumluca. Wolfgang will frische Forellen besorgen, da er heute abend zum Dinner eingeladen hat. Es gibt frisch geräucherte Forellen und Wolfgangs berühmte "Kartoffelpampe. Rezept muss ich mir ungedingt noch besorgen! Ich kaufe ein paar kleine Aale, die ich morgen mal räuchern will. Ausserdem entdecke ich frischen Rosenkohl und nehme gleich ein Kilo mit. Für Rita gibt es dann noch einen Strauß Narzissen. Nachmittags helfe ich dann Franz auf seiner "Ole Pinelle". Er muss in den Mast, um sein neues Radargerät, Funkantenne etc. zu montieren und braucht einen, der ihn hochzieht. Abends um 19:00 Uhr treffen wir uns dann alle wieder im Porthole zum "Forellendinner" an Kartoffelpampe, Salat und vielem mehr. Ein super netter Abend. Vielen Dank Wolfgang & Marita!

 

Samstag, d. 26.01.: Scheiß Wetter! Regen - Wind - grau in grau, kalt und sehr ungemütlich. Also  ein "Salontag" ist angesagt. Das Räuchern der Aale wird verschoben. Rita erledigt Papierkram für ihre Krankenkasse. Abends gibt es dann Graved Lachs (selbstgemacht natürlich) mit einem Rest der "Kartoffelpampe" vom Vorabend und Gurken/Tomatensalat. Dazu wird türkischer, roter Merlot gereicht, den uns Franz aus Antalya mitgebracht hat. Wir leben also doch recht gut, wie mir scheint.

 

Am Sonntag, d. 27.01. ist es dann wieder heiter und sonnig. Ich mache die Aale fertig und hänge sie draussen zum Trocknen in die sonne. Nachmittags wird dann erstmals Aal geräuchert. Sehr lecker, aber die Dinger sind doch zu dünn, zu kurz, einfach zu klein. Das nächste Mal müssen eben größere und dickere her! Ich verteile Kostproben an Hanne & Franz, Marita & Wolfgang. Geschmacklich sind die Dinger richtig gut. Geht also wider Erwarten doch mit dem warm räuchern von Aal!

 

Montag, d. 28.01.: Bis Mittag Regen, dann klart es auf und die Sonne kommt durch. Das ist auch ganz gut so, denn der neue Marinamanager stellt sich vor und hat um 13:00 zum Barbeque eingeladen. Ca. 50 Segler/Seglerinnen verschiedener Nationen sind dabei. Es gibt jede Menge gegrillte Hühnerteile, gegrillte Paprika, Zwiebeln, Tomaten und das typische türkische Wabbelweisbrot. Ausserdem gibt es Bier satt. Wir haben extra wenig zum Frühstück gegessen! Ein amüsanter Nachmittag!

 

Dienstag, d. 29.01.: Sonnig und ein wenig bewölkt. Hexe hat im linken Auge eine Infektion. Also ab zum Tierarzt, der uns mit einer Salbe versorgt. Waschtag!

 

Mittwoch, d. 30.01.: Erst sonnig bei 18°C, nachmittags dann wieder Regen.

 

Donnerstag, d. 31.01.: Sonnig bis heiter bei 22°C, ansonsten aber eher ein "schwarzer" Tag für uns! Unser Notebook verabschiedet sich! Läßt sich nicht mehr hochfahren und zeigt nur ein graues Bild und reagiert auf gar nichts mehr. Schöner Mist! Abends telefonieren wir noch mit Philipp in Frankfurt. Er hat nach der Beschreibung des "Problems" auch wenig Hoffnung für das weitere Leben des Notebooks. Muss Rita wohl ein neues aus Deutschland mitbringen.

 

***



Februar 2013

 

***

 

Freitag, 01.02.: Sonnig, heiter bis 21°C. Bereiten heute mit dem kleinen Netbook, dass uns jetzt leider nur noch zur Verfügung steht, eine Internetanzeige bei Scout24 für unser Haus in Lokstedt vor. Ist ein bißchen aufwendig und nicht ganz so einfach mit dem kleinen Ding! Benötigen fast den ganzen Tag dazu, bevor alles geschaltet ist. Mal sehen, wie die Reaktion so ist. Die kommenden beiden Tage genießen wir noch in trauter Zweisamkeit bei schönem Wetter.

 

Montag, d. 04.02.: Abreisetag für Rita. Ich bringe sie um 09:30 zum Bus und bin ganz traurig. Nun bin ich wohl die nächsten 2 Monate alleine mit Hexe. Wie das wohl geht?

Zurück an Bord, stelle ich fest, dass bereits 2 Anfragen auf das Inserat erfolgt sind. Geht ja doch ganz gut los. 

 

Am Dienstag, d. 05.02. rufe ich morgens bei Rita in Düsseldorf an. Sie ist gut, aber mit Verspätung angekommen. Hätte fast den Anschlußflug in Istanbul verpasst. Gebe die Daten der beiden Anfragen durch, damit Rita mit den Interessenten Kontakt aufnehmen kann. Ansonsten genieße ich faul den sonnigen Tag bei max. 22°C. Abends übergebe ich Ralf, einem IT Spezialisten das defekte Notebook zur Prüfung. Er macht mir allerdings auch kaum Hoffnung. 

 

Mittwoch, d. 06.02.: Brigitte hat heute Geburtstag, wird stolze 82 Jahre! Ich rufe an und gratuliere ihr. Ansonsten eher ein trüber Tag. Bis frühen Nachmittag nur Regen und kühl. Später dann trocken und ab und zu kommt auch mal kurz die Sonne durch. Temp. nur max. 16°C. Abends bringt Ralf das Notebook zurück. Er hatte leider keinen Erfolg und vermutet, dass der Prozessor im Eimer ist. Hier kann man nichts mehr tun. Vielleicht kann ich das Ding dann im Juni in Deutschland reparieren lassen.

 

Die weiteren Tage im Februar verbringe ich mit Renovierungsarbeiten im Schiff. Abteilungsweise wird alles aus- bzw. umgeräumt, dann die komplette Teakverkleidung geschliffen, mehrfach lasiert und wieder eingeräumt. Angefangen habe ich mit dem Vorschiff (Schmutzwassertank raus und Bilge neu malen, Tank wieder rein, Teak schleifen und lasieren). Dann folgte Badezimmer, Pantry (Frischwassertank auch neu beschichtet von innen) und der Salon. Zum Schluß kamen noch die Fußböden dran, was mit Hexe etwas problematisch war. Das war schon ein riesiger Aufwand, der sich nach knapp 20 Jahren aber wirklich gelohnt hat. Nun glänzt zumindest innen schon wieder alles.

 



 *** März bis Juli 2013 ***

 

Im März habe ich mich um die Bereiche an Deck gekümmert. Das Wetter wurde auch stabiler und wärmer. Im einzelnen heißt das: Roststellen entfernen, mehrfach mit verschiedenen Aufbaufarben versehen und schlussendlich eine Ganzlackierung der Aufbauten inkl. Reeling, Schanzkleid, Decks etc.. Mit dieser Aufgabe war ich bis Ende März/Anfang April beschäftigt und gerade fertig geworden, als Rita am 04.04. wieder aus Deutschland zurückkehrte.

 

Am 06.04. - 26.04. dann der Termin an Land, um den Rumpf und das Unterwasserschiff zu überholen. 3 anstrengende Wochen bei schon ganz schön warmen Temperaturen folgen. Als wir am 26.04. wieder ins Wasser kommen, sind wir geschafft und können noch ein paar Tage ausruhen, bevor wir am 01. Mai früh morgen nach Hamburg fliegen, um das Haus in der Julius-Vosseler-Strasse für die neuen Mieter zu renovieren. Und wieder 14 Tage anstrengende Arbeiten! Trotzdem war es sehr schön die Freunde und Bekannten zu treffen, die uns mit allerlei unter die Arme gegriffen und uns wo sie konnten unterstützt haben. Besonderer Dank gehen an unsere lieben Nachbarn Rita & Ralf sowie an Birgit und Corinna. Ich fliege am 16.05. wieder in die Türkei zurück, während Rita noch in Hamburg bleibt, da sich noch einige Probleme aufgetan haben, die noch gelöst werden müssen, bevor die neuen Mieter einziehen. Ob sie, wie geplant, am 30.05. in die Türkei nach kommt, ist noch mehr als fraglich. Die restlichen Tage im Mai verbringe ich mit Erholung pur an Bord. Hexe wurde in der Zeit unserer Abwesenheit toll von Freundin Maritta versorgt.

 

Juni: Diesen Monat musste ich auch noch alleine hier in Finike verbringen, da Rita noch mit diversen Handwerkern und Problemen in Hamburg zu tun hat. Also auch meinen Geburtstag muss ich dieses Jahr ohne Rita verbringen. Schade! Trotzdem wird dieser Tag ganz nett mit Freunden und Bekannten hier in Finike gefeiert. Wir grillen und räuchern zusammen im "porthole" und verbringen einen netten, gemütlichen Nachmittag / Abend. Ansonsten kümmern sich alle ganz herzlich um mich und laden mich hin und wieder zum Essen oder Klönschnack ein. So werden die Tage nicht ganz so langweilig ohne Rita. Ausserdem haben ich ja auch noch ein paar Kleinigkeiten an Bord zu erledigen, wie Anlasser / Ankerwinsch ausbauen und reparieren, Holzarbeiten etc. Den größten Teil des Tages verbringe ich jedoch im Schatten in der Hängematte, da es mittlerweile doch schon ganz schön warm geworden ist (tagsüber so um die 30-35°C). Ende Juni sind dann endlich die letzten Arbeiten im Haus abgeschlossen und auch ein neuer Mieter hat sich zwischenzeitlich gefunden. Ab 01.07. ist das Haus wieder vermietet für weitere 4 Jahre. Rita fliegt am 03.07. nach Antalya zurück und wird von mir und Betina von der VIGO abgeholt. Am darauf folgenden Wochenende werden wir, nach ein paar Eingewöhnungstagen für Rita, dann wohl langsam von Finike Richtung Westen starten. Dann gibt es wieder mehr und vor allem konstantere Eintragungen auf dieser Homepage. Bis dahin also...