Samstag, 01.09.:

Die Entscheidung uns in den geschützten Hafen zu verholen, war goldrichtig. In der Nacht legte der Wind immer mehr zu und Gischt kommt sogar über die sehr hohen Schutzmauern und legt unseren Stromanschluss lahm, d. h. setzt unsere Anschlusseinheit unter Wasser, sodass die Stecker ausgewechselt werden müssen. Rita und Konni machen einen Marsch ins nächste Dorf (ca. 30 Min. Weg) zum Einkaufen und bummeln, während ich das Schiff mit Frischwasser von der Salzkruste befreie. Abends bezahlt Konni dann EUR 45,00 Hafengebühr.

 

Sonntag, d. 02.09.:

Heute Morgen ist es mal bedeckt bei 15°C um 07:00. Das Wetter hat sich beruhigt und wir entschließen uns, entgegen unseren bisherigen Plänen, erst einmal an der Ostküste Sardiniens hoch zu laufen. Gegen 10:15 laufen wir aus Porto Villasimus aus. Der Wind kommt aus SW mit 3-4 m/s. Das erste Stück ums Kap herum müssen wir noch motoren, dann können wir gegen Mittag Groß und Blister setzen und dem Motor eine Pause gönnen. Die Küste liegt teils unter dicken grau bis fast schwarzen Wolken. Ein seltener doch faszinierender Anblick für uns. Um 14:30 erwischen uns dann doch noch ein paar Regenschauer. Um 15:20 machen wir den Motor an, nehmen die Segel runter und sind um 15:50 im Hafen von Porto Corallo fest. Ein ganz neues Erlebnis, da wir längseits an der Pier festmachen dürfen. Etmal: 25,98 sm. Konni und ich marschieren zum Hafenbüro, aber da ist keiner mehr da (Sonntag!). Also wird es hier auch noch kostengünstig, wenn wir morgen früh rechtzeitig loskommen. Ich fülle noch 30 Ltr. Diesel aus Kanistern nach, damit wir vielleicht morgen den großen Stepp rüber nach Sizilien machen können. Der Wetterbericht verspricht keinen Starkwind für die kommenden 2 Tage.

 

Montag, d. 03.09.:

Um 07:00 legen wir ab bei SW um 2 m/s, leicht bewölktem Himmel und 15,8°C. Der Luftdruck beträgt 1018 hp. Der Hafenmeister ist noch nicht zu sehen und so verlassen wir zügig den Hafen und gehen auf Kurs 100° Richtung Sizilien. Die See ist ruhig und wir kommen gut voran und frühstücken erst einmal, während der
Autopilot die Arbeit übernimmt. Gegen 11:00 das 1. Highlight: Rita war auf Toilette und hat die Zerhackerpumpe mit einem Pflaumenkern außer Gefecht gesetzt. Man hat ja sonst nichts auf See zu tun. Also muss ich ran und die Toilette zerlegen, den
Pflaumenkern einsammeln und alles wieder zusammen bauen. Das bringt bei den
Rollbewegungen auf engem Raum besonders viel Spaß! Um 12:40 nimmt der wind zu auf SW 5-6 m/s, sodass wir dem Motor eine Ruhepause gönnen können. Wir setzen alle Segel und Ruhe kehrt ein. Die Temperatur ist auf angenehme 25,8°C gestiegen. Wir sehen Wasserschildkröten, vereinzelt fliegende Fisch und am späten Nachmittag besucht uns auch noch eine Delfhinschule, die für eine gute ¼ Std. am Bug ihre Spielchen treibt. Bevor es dunkel wird binden wir 1 Reff ins Großsegel und rollen den Klüver ein, da der Wind, nun 8-10 m/s und die Dünnung (2-3 m) immer mehr zugenommen haben. Ich bereite das Abendessen, was bei wunderbaren Rollbewegungen nicht ganz so einfach ist. Dann beschließen Konni und ich, dass wir Rita bei der Wacheinteilung über Nacht nicht berücksichtigen wollen und uns beide alle 2 Std. ablösen. An Schlaf ist nicht so wirklich zu denken bei diesen starken Schiffsbewegungen. Am frühen Morgen des 04.09., so gegen 02:45 bekommen wir die ersten Regenschauer mit Starkwindböen ab. Das Steuern wird immer schwieriger und auch anstrengender. Den Sonnenaufgang erleben wir um 06:40 bei Sonne und auch starken Regenschauern mit Wind bis zu 21 m/s (9 Bft.!!!). Das Stagsegel haben wir, sobald es hell wurde geborgen und laufen nun nur noch unter gerefftem Groß und Fock. Die Wellenhöhe hat auf 4 m, vielleicht auch etwas mehr zugenommen. In den starken Regenböen wird das Wasser platt vom Starkregen und die Gischt weht so 1 m hoch. Sicht ist dann bei null angelangt. Gegen 07:15 kommt die Nordwestküste von Sizilien in Sicht, verschwindet allerdings in den Regenböen immer wieder. Dann kommen wir so langsam in Lee der Insel, was bedeutet, dass die Welle abnimmt und es etwas ruhiger wird. Unter Land schläft dann der Wind weiter ein, sodass wir um 11:40 die Segel bergen und unter Motor weiterlaufen, bis Port Castellammare, wo wir um 14:25 am Clubsteg nach 182,41 sm und 31 Std. 25 Min. festmachen. Das wäre also geschafft! Jetzt gibt es erst einmal ein Bierchen, dann hauen wir uns alle in die Koje, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Am Abend gehen wir lecker essen in einem kleinen Restaurante am Hafen. Super lecker!!! Aber das haben wir uns ja wohl auch verdient. Hafengebühr: EUR 40,00.

 

Mittwoch, d. 05.09.:

Für heute gönnen wir uns eine Pause. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg ins Dorf zum Einkaufen und bummeln. Der Ort ist noch sehr ursprünglich und gefällt uns allen. In einer kleinen Markt- und Obsthalle kaufen wir jede Menge Obst, Salat und Gemüse und müssen nur EUR 7,00 für alles bezahlen, was uns sehr erstaunt. Danach gönnen wir uns in einer Gelateria einen typischen sizilianischen Eisbecher und kehren zum Schluss auf dem Rückweg noch in einer gemütlichen Bar
ein, um ein leckeres kaltes Bier zu trinken und ein dutzend frische Feigen von Baum
gegenüber zu pflücken. Abends gibt es dann frische Scampies mit Tomaten / Feigensalat und frisches Brot. Konni hat über Tania einen Flug für Samstag, d. 08.09. abends 20:00 von Catania nach Frankfurt gebucht. Also beschließen wir morgen nach Palermo zu fahren, von wo Konni wohl die beste Verbindung zum Flughafen haben wird.

 

Donnerstag, d. 06.09.:

Das Wetter zeigt sich erneut von seiner guten Seite. Es ist sonnig und warm bei 30°C. Luftdruck: 1021 hp. Allerdings weht nur ein laues Lüftchen aus WSW, sodass wir erst einmal unter Maschine laufen müssen. Um 09:35 legen wir ab und fahren quer über die Bucht mit Kurs 45° bis wir nach 13,5 sm Capo Raisi quer an Stb. haben. Hier liegt auch ein kleinerer nationaler Flughafen. Nach Rundung des Kaps können wir Groß und Blister setzen, da der Wind etwas aufgefrischt hat auf 5 m/s und nun aus WNW kommt. Gegen 14:30 erreichen wir die Bucht von Palermo, nehmen die Segel runter und fahren unter Motor in den Cityhafen, wo wir gegen 16:10 festmachen. Etmal: 33,47 sm. Hafengebühr EUR 50,00.

 

Freitag, d. 07.09.:

Hafen-/Schwitztag zur freien Verfügung aller! Es ist heiß ohne Ende und kaum ein Lüftchen bewegt sich! Rita und Konni machen sich nach dem Frühstück auf den Weg in die Stadt. Ich habe Probleme mit einer Zahnverblendung, die ich neu einkleben muss. Danach Wasche ich das Schiff, bessere ein paar Roststellen nach, repariere das defekte Elektrokabel und erledige noch so weitere kleinere Arbeiten, die immer wieder anfallen. Danach haue ich mich zum relaxen ins Cockpit, bis die beiden gegen 16:00 dann wieder erschöpft eintrudeln. Konni hat ein Busticket gebucht für Morgen Mittag für den Transfer zum Flughafen. Gegen 18:00 laufe ich dann noch mal los zum Wochenmarkt, den die beiden entdeckt haben und kaufe Meeresfrüchtesalat und eine dicke Scheibe Schwertfisch zum Abendessen. Palermo ist keine schöne Stadt, sondern sehr, sehr dreckig. Der Schwertfisch wird gegrillt und kommt gut an.

 

Samstag, d. 08.09.:

Es ist heiß, heiß und noch mal heiß!!! Kaum ein Lüftchen weht. Man schwitzt ohne sich zu bewegen. Kurz vor 12:00 kommt Konni´s Taxi und wir müssen uns leider voneinander verabschieden. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen und Konni hat uns bei den Langtörns gut unterstützt. Vielen Dank mein lieber Konni. Komm gut nach Hause.

Um 12:00 starten wir den Motor und verlassen Palermo in Richtung Osten. Wind: NE um 2 m/s. Also ist der Janni mal wieder dran. Um 13:30 haben wir nach 8,4 sm Capo Zafferano quer an Stb. und gehen 100°. Um 18:00 fällt der Anker im Vorhafen von Cefalu auf Position 38° 02.44`N / 14° 02.16`E. Etmal: 32,99 sm.

 

Sonntag, d. 09.09.:

Wieder kein passabler Wind, nur ein laues Lüftchen aus SE. Sehr diesig aber warm. Um 08:15 gehen wir Anker auf und verlassen den Hafen mit Kurs Ost. Um 14:34 passieren wir Capo D`Orlando nach 34,6 sm. Um 19:15 werfen wir Anker in einer schönen geschützten Bucht westl. von Capo Milazzo nach 58,75 sm auf 10 m Wassertiefe und stecken 30 m Kette aus. Position: 38° 16.05´ N / 15° 13.46` E. Wir genießen das schöne Panorama und das spätere Feuerwerk, dass wohl extra zu unserer Unterhaltung veranstaltet worden ist. Danke ihr lieben, kleinen Sizilianer und Mafiosis.

 

Montag, d. 10.09.:

Um 08:30 starten wir den Motor und gehen Anker auf. Vor dem Frühstück sind die 30 m Kette eine gute morgendliche Fitnessübung! Das Thermometer zeigt schon 25°C an, der Wind allerdings liegt wohl noch in der Koje. Wir runden das Capo Milazzo und setzen den Kurs nach Osten auf das Capo Peloro ab. Dann gibt es erst einmal Frühstück. Es ist wieder ganz gut diesig und die Sicht beträgt nicht mehr als 10 sm. Um 12:30 runden wir nach 22 sm das Capo Peloro und laufen in die Strasse von Messina ein. Hier stehen viele Hochhäuser, aber es gibt auch einige nette flachere Häuser und Strände. Vor uns läuft ein Containerschiff der Maersk-Line. Eigentlich wollen wir in den Hafen von Messina, aber dort angekommen finden wir keine Bunkerstation, obwohl im Handbuch vermerkt, auch ansonsten macht der Hafen keinen zufrieden stellenden Eindruck auf uns, sodass wir diesem wieder den Rücken drehen und auf die Festlandseite rüber fahren nach Reggio Calabrio. Zwischenzeitlich hat der Wind beträchtlich zugelegt und weht nun mit 8-10 m/s aus N. Segeln allerdings lohnt sich nicht mehr für die 3-4 sm nach Reggio. Um 15:00 laufen wir in Reggio ein und sind nach einem etwas schwierigen Anlegemanöver dann endlich um 15:25 fest. Etmal: 37 sm. Morgen müssen wir unbedingt Diesel bunkern! Hafengeld: EUR 55,00 (Toiletten im Container/kein Internet/ordentlich Schwell im Hafen – das ist doch günstig, oder?). Gegen 18:00 gehen wir zum Einkaufen in einen Supermarkt ca. 1000 m entfernt. So etwas hat man noch nicht erlebt! Durcheinander ohne Ende, Waren mit abgelaufenen Datum oder auch schon angeschimmelt. Das Weißbrot hart. Aber uns wurde dann mitgeteilt, dass nach einem Tag in der Plastiktüte das Brot wieder weich wird! Was soll´s, wir brauchten einige Lebensmittel und haben uns mit dem Nötigsten versorgen können. In Deutschland wäre so ein Laden aufgrund mangelnder Hygiene geschlossen worden.

 

Dienstag, d. 11.09.:

08:20 Motor an, verholen an die Tankstelle, was sich als etwas schwierig erweist, da der Platz sehr eng war. Fahren uns fast wieder die Badeleiter platt. 184,7 Ltr. Diesel für EUR 350,00 laufen in Thorbjoern´s Bauch. Um 09:00 legen wir wieder ab und machen uns auf die Reise. Um 09:20 setzen wir Groß, Fock und Klüver und laufen raumschots die Strasse von Messina nach Süden runter bei NW um 6 m/s. Unten an der Stiefelspitze müssen wir mehrfach halsen, da unser Hauptkurs nun erstmal nach Südosten geht und der Wind an den Kaps immer mit dreht. Zwischendurch schläft der wind immer mal wieder ein, sodass kurzfristig der Janni für Vortrieb sorgen muss. Um 15:30 ist es dann mit der Segelei total zu Ende. Immerhin konnten wir heute mal 24 sm unter Segel zurücklegen. Um 16:30 runden wir das Capo Spartivento und lassen um 18:45 den Anker an der Leeküste auf Position 38° 08.25´N / 16° 12.25`E nicht weit vom Strand auf 3,6 m Wassertiefe fallen. Etmal: 44,53 sm. Kurz darauf lässt noch ein Italiener nicht weit von uns entfernt den Anker fallen. Die Nacht Verbringen wir ruhig und ohne Probleme, da ja auch kaum Wind ist.

 

Mittwoch, d. 12.09.:

Blauer Himmel, leicht diesig, Temp. Morgens 08:00 schon 22,7° im Tagesverlauf auf 28° C steigend. 08:10 Anker hoch und weiter unter Motor. Gefrühstückt wird unterwegs. Kein Wind! 09:50 setzen wir das Großsegel zur Stabilisierung. Um 10:30 dann endlich Wind aus NNW mit 5-6 m/s. Motor aus. Nach knapp 2 sm unter Segeln schläft der Wind wieder ein. Also Motor wieder an und weiter geht´s. Kurs nun 50°. Um 15:00 kommt wieder Wind auf. Diesmal aus südl. Richtung mit 4-6 m/s. Motor aus, Blister und Stagsegel hoch. Machen ganz gute Fahrt so um die 5 kn. Allerdings haben wir auch noch eine ganz gute Strecke vor uns und wollen eigentlich noch vor Sonnenuntergang den Golfo di Squillace überquert haben. Leider lässt der Wind am späten Nachmittag wieder etwas nach, sodass wir und gezwungen sehen den Motor erneut um 17:40 nach 53 sm zum Einsatz zu bringen. Immerhin konnten wir heute wieder einmal ca. 17 sm unter Segel zurücklegen! Um 22:50 können wir dann endlich den Anker im Vorhafen von Crotone auf Position 39° 04.44`N / 17° 08.49`E auf 1.6 m Wassertiefe fallen lassen. Etmal 81,08 sm – das war wieder mal ein langer Tag und wir sind ziemlich erschöpft. Ich verzichte sogar auf das Abendessen und ziehe mir nur noch 2 Bierchen und 2 Rum rein, bevor ich wie tot in die Koje falle. Seit Verlassen von Port Ginesta am 23.08. haben wir in 17 Segeltagen insgesamt 963,64 sm zurückgelegt. Das ist doch ganz ordentlich, oder?

 

Donnerstag, d. 13.09.:

Schlafen uns aus. Nachts hatten wir mehrfach Regenschauer und Gewitter. Das Boot rollte teilweise ganz ordentlich in langer flacher Dünung, besonders nachdem der Wind eingeschlafen war. Tagsüber klarieren wir den Kettenkasten und erledigen sonst noch so ein paar kleine Sachen.

 

Freitag, d. 14.09.:

Starkwind kommt auf. Wir müssen wohl die nächsten paar Tage hier verweilen und warten, dass eine bessere Wetterlage kommt, damit wir den nächsten großen Sprung von 160 sm nach Griechenland rüber problemlos schaffen können. Noch vor dem Frühstück entschließen wir uns um 08:40 dann doch noch schon heute in den Hafen rüber zu wechseln, da wir mittlerweile Böen von 15 m/s haben und es am Haken so langsam ungemütlich wird. Um 09:00 sind wir im Hafen fest und genießen erst einmal unser Frühstück. Der Wind wird immer stärker. Es kachelt und kachelt. Später gehen wir einkaufen und schauen uns den Ort an. Hier gibt es wirklich tolle kleine Läden und auch eine Art Fischmarkt. Nachmittags kommt noch eine "Oyster 56" neben uns und der Skipper erzählt, dass er draußen Böen vom 52 kn hatte entsprechend 10 Bft. Man gut, dass wir noch in die Marina verholt haben. Ein dickes Tief zieht zurzeit über Italien und es scheint ganz so, dass wir vor Dienstag, d. 18.09. nicht weiter kommen. 

 

Samstag, d. 15.09.:

Blauer Himmel mit dicken großen Sahnewolken. Der Wind hat eine Pause eingelegt und wir nutzen den Tag, um Wäsche zu waschen und besorgen uns noch etwas Fisch und Vongole für das Abendessen „Spaghetti Vongole“. 

 

Sonntag, d. 16.09.:

Heute brettert es wieder, diesmal aus nördlicher Richtung. Wir relaxen einfach nur, ich schreibe Logbuch. Voraussichtlich geht es Dienstag früh weiter nach Griechenland. Morgen erledigen wir noch einige Besorgungen und machen das Schiff klar zur Überfahrt. Bis demnächst in diesem Theater.

 

Montag, d. 17.09.:

Alles ist wieder ruhig, das Tief ist vorüber gezogen und es ist sonnig bis heiter mit einzelnen Wölkchen. Die Wetter- bzw. Windvorhersage bestätigt ruhiges Wetter für Morgen früh und die kommenden Tage. Wir erledigen noch ein paar Besorgungen, putzen drinnen wie draußen das Schiff, bunkern Wasser und bezahlen das Liegegeld für die letzten 4 Tage - EUR 100,00 - Pascale, der Hafenmeister, übrigens ein total netter und aufmerksamer Italiener, hat uns noch einen Rabatt gewährt.

Übrigens war heute Markt in Crotone. Dort konnten wir eine Menge Obst und Salate günstig einkaufen und bummeln. Abends noch schnell frische Lachssteaks am Hafen besorgt. Überall werden die Preise abgerundet. Man bezahlt nie den vollen Betrag, komisch, aber es heist immer wieder "Diskonti, Diskonti". 

 

Dienstag, d. 18.09. u. Mittwoch, d. 19.09.:

Wir sind heute früh hoch und laufen um 06:25 aus dem Hafen. Um die Mole rum bekommen wir gratis einen wunderschönen Sonnenaufgang zur Begrüßung. Der Wind schläft noch, sodass wir erst einmal unter Motor fahren müssen. Der Kurs wird auf 109° festgesetzt und wir lösen uns alle 2 Std. mit der Wache ab. Gute 170 sm liegen nun vor uns bis zur 1. griechischen Insel vor dem Eingang des Golfes von Korinth. Um 11:40, nach 27,9 sm unter Motor, starten wir unseren 1. Segelversuch unter Groß, Fisherman, Klüver und Fock. Der Wind kommt aus NNE um 3 m/s. Wir genießen die Ruhe im Schiff und gleiten mit ca. 4 kn durch´s Wasser - besser, als das Motorgebrumme! Aber leider hält diese Situation nicht allzulange an. Um 14:40 schläft der Wind wieder ein, sodass wir den Motor wieder starten müssen. 10,6 sm haben wir unter Segeln zurücklegen können. Der Sonnenuntergang um 18:48 leitet die Dunkelheit ein und wir machen uns für die Nachtwachen bereit, d. h. die etwas wärmere Kleidung kommt nun zum Einsatz. Um Mitternacht, die dünne Mondsichel war schon ganz früh am Abend untergegangen, ist es nur leicht bewölkt und die Sterne funkeln überall am Himmel. Die Lufttemperatur beträgt immer noch 23,7°C. Wir haben bis 00:00 (Pos. 38° 32,37`N / 18° 56,44 E) bereits 91 sm zurückgelegt , aber noch gute 80 sm vor uns. Die max. Wassertiefe beträgt 3.500 m, die Wassertemperatur 27°C. Wir laufen zur Zeit gute 5,6 kn über Grund.

Am Mittwoch Morgen, kurz nach Sonnenaufgang, kommt um 07:00 die griechische Insel Kefalonia - unser heutiges Ziel - in Sicht. Wir haben aber noch knappe 40 sm vor uns. Um kurz nach 07:00 gibt sich der Wind (NNW 3-5 m/s) wieder die Ehre und wir setzen erneut die Segel. Immerhin machen wir so um die 4,5 kn Fahrt. Dann sichten wir fliegende Fische. Rita meinte übrigens gestern Nachmittag einen Hai gesehen zu haben. Um 10:35 ist es dann wieder vorbei mit dem Segeln. Wir haben nun noch ca. 16 sm vor uns. Nachdem wir den Leuchtturm an der Südwestecke der Insel erreicht haben, unterstützt uns die letzten paar Meilen noch ein Lüftchen, sodass wir nochmals die Segel setzen. Um 15:45 sind wir dann nach 33 1/4 Std. fest an der Pier der Marina Argostoli auf Kefalonia (38° 10,28`N / 20° 29,43`E). Unsere zurückgelegte Distanz: 171,74 sm (davon nur 29,1 unter Segeln). Nach einem wohlverdienten Anleger wird erstmal geduscht, dann gönnen wir uns das 1. griechische Essen in einem Restaurant am Hafen mit einer Bedienung, die sogar unsere Sprache spricht. Der gute junge Mann war eine Zeit in Solingen, wo es ihm zwar gut gefallen hat, ihm aber zu kalt war. Das können wir gut nachvollziehen. - Wellcome Greece!!! 

 

Donnerstag / Freitag, d. 20. + 21.09. - Hafentage!

Am Donnerstag Morgen müssen wir erst einmal die Bürokratie des Einklarierens hier in Griechenland über uns ergehen lassen. Man fragt sich, ob Griechenland tatsächlich noch in der EU ist, oder ohne unseres Wissens diese schon verlassen hat. Zuerst geht es zu einer Behörde in dem Ort, wo man eine einmalige Bootsgebühr von EUR 15,00 zu entrichten hat. Mit dieser Quittung geht es dann zurück zu den Hafenbehörden. Hier wird ein sogenanntes Transit-Log ausgestellt (EUR 29,35), dann muss noch die Liegebühr von EUR 7,05/Tag entrichtet werden. Ansonsten relaxen wir den Tag über. Nachmittags besuchen wir noch den Zahnarzt, der die Verblendungen von zwei meiner Vorderzähne wieder neu fixiert. Das hat super geklappt.

Am Freitag gehen wir wieder im Ort bummeln, ich lasse mit die Haare schneiden. Es bläst heute ganz gut aus NW, sodass wir gut daran taten noch einen Tag hier zu verweilen. Morgen soll es wieder ruhiger werden. Dann wollen wir weiter Richtung Golf von Korinth. 

 

Samstag, d. 22.09.:

Für heute haben wir zu 08:00 den Tankwagen an die Pier der Port Authority bestellt. Also früh aus den Federn und noch vor dem Frühstück Leinen los, den Anker hoch und verholen an die Bunkerpier. Um 08:10 haben wir 220 Ltr. Diesel nachgefüllt für 359,00 EUR. Da kommt immer Freude auf! Das Wetter ist wieder sonnig mit ein paar Federwölkchen am Himmel. Wir legen ab und fahren unter Motor aus der Bucht heraus. Nebenbei wird dann endlich gefrühstückt. Gegen 10:00 kommt eine leichte Brise aus NW (5 - 6 m/s) auf und wir setzen die Segel. Leider dauert das Segelvergnügen nur 1,5 Std., dann schläft der Wind wieder ein und das bißchen Restwind kann man mit umlaufend 1 - 2 m/s beziffern. Also muss der Yanni wieder ran. Um 13:30 haben wir das Kap Krapos quer an Bb. und gehen auf 68°.

Um 19:00 lassen wir den Anker auf Pos. 38° 11,33`N / 21° 25,05`E bei 2,5 m Wassertiefe fallen und genießen den Abend und die Stille des Ankerplatzes nahe am Ufer. Etmal: 55,15 sm.

 

Sonntag, d. 23.09.:

Heute ist es wieder diesig und sonnig. Schon um 10:20 haben wir 24,5°C auf dem Thermometer. Wind ist gleich null. Die See gleicht einem Ententeich. Vor dem Frühstück gönne ich mir ein Bad im kristallklarem Wasser bei 28° Wassertemperatur - herrlich! Um 10:00 gehen wir Anker auf und laufen unter Motor nach Osten im Golf von Padras bis zur Brücke bei Padras, wo der Golf von Korinth beginnt. Der Wind legt am frühen Nachmittags etwas zu, so auf 7 m/s, aber leider von vorne, sodass wir auch weiter unter Motor fahren müssen, bis wir gegen 16:20 in dem kleinen Inselhafen auf Trizonia (38° 22,13`N / 22°04,59´E) nach 34,68 sm anlegen können. Dieser Hafen war noch gar nicht in unserer Seekarte aufgeführt, sondern wir hatten uns auf einen Ankerplatz in der geschützten Inselbucht eingerichtet. Insofern waren wir ganz erstaunt, als wir dort einen Hafen vorfanden. Allerdings war der Hafen noch nicht fertiggestellt und offensichtlich ist auch das Geld ausgegangen, sodass der halbfertige Hafen schon wieder zu verfallen beginnt. Hier werden wir wohl ein paar Tage verweilen, da die Natur sehr schön ist und wir auch noch Zeit bis zum 05.10. haben, wenn uns Gemma und Fabian über das verlängerte Wochenende besuchen kommen. Ausserdem kostet es hier auch nichts. Das ist ja auch ganz reizvoll, oder etwa nicht?

 

Montag, d. 24.09. - Mittwoch, d. 26.09. - Hafentage auf Trizonia:

Es ist wieder brutig heiß und kaum ein Lüftchen weht. Nach dem Frühstück gehen wir auf Enddeckungsreise und schauen uns die Insel und das kleine Örtchen an .Alles hat hier sehr viel Charme, ist ruhig und erholsam. Miiten im Hafen liegt eine gesunkene Ketch, von der nur noch die beiden Masten zur Hälfte aus dem herausschauen. Am Inselsund zum Festland sind ein paar kleine Tavernen sowie ein Minimarket mit einem bescheidenen Warenangebot. Aber Brot kann man bestellen und ansonsten benötigen wir nicht viel. Gehen wir eben heute abend zum Essen in eine der Tavernen. Vor uns liegen Bärbel und Michael, ebenfalls Rentner und schon seit längerem im Mittelmeer mit ihrem Boot unterwegs. Wir tauschen nicht nur Bücher, sondern auch einige Erfahrungen aus, was immer ganz nützlich ist. Für´s Abendessen bezahlen wir dann später 25 EUR für diverse Vorspeisen, Hauptgericht (Mousaka) und 1 Ltr. einheimischen offenen Rotwein. Alles sehr lecker und preisgünstig!

Der Dienstag läuft ähnlich gemütlich ab nur mit dem Unterschied, dass heute starker auflandiger Wind herscht und wir deshalb, auch um die Fender zu schon, an eine andere Pier verholen, wo wir ruhiger liegen und nicht mehr so viel Druck auf die Fender haben. Rita macht noch einen längeren Spaziergang über die Insel, sie kann ja nicht so schön relaxen wie ich!

Am Mittwoch hat sich der Wind wieder gelegt, sodass wir den Tag richtig genießen können. Nach dem Frühstück gehe ich zum Minimarket, bestelle dort Brot für Morgen früh und kaufe ein paar Kleinigkeiten für das Abendbrot ein (Kartoffeln, Tomaten, griechischen Rotwein usw., halt die wichtigsten Dinge, die man so zum Leben benötigt). Abends laufen wir noch ein wenig durch das am Hang liegende kleine Dörfchen, klauen ein paar frische Feigen direkt vom Baum, der am Gartenrand einer kleinen Hütte steht. Überall laufen Hühner und Katzen rum. Später sitzen wir noch bei einem Glas Wein im Cockpit, genießen die leichte Landbrise, das Zirpen der Grillen und das Glockengeläut der Schafe am nahen Berghang gegeüber. So stellt man sich einen gelungenen Abend vor. Selbst Hexe scheint dieses Idyll zu genießen und erkundet die Umgebung, allerdings immer darauf bedacht den frei herum laufenden wilden Katzen auszuweichen.

 

Donnerstag, d. 27.09.:

So nun ist aber genug mit der Idylle! Wieder ist es sonnig und sehr warm, auch der Wind läßt auf sich warten. Trotzdem wollen wir heute weiter nach Galxidhi (kleiner Hafen kurz vor Itea), um von dort aus dann einen Tag nach Delphi zu fahren. Um 10:15 legen wir ab und fahren unter Motor in den Golf hinaus Richtung Osten. Gegen 11:00 kommt etwas Wind aus West auf. Also Segel hoch und Motor aus. Um 12:20 ist es schon wieder vorbei mit der Brise und weiter geht die Reise unter Motor. gegen 15:30 machen wir an der Pier im Hafen von Galaxidhi längsseits fest (38° 22,7`N / 22° 23,4`E). Etmal 21,45 sm. Ein malerischer kleiner Ort! Am frühen Abend gehen wir in den Ort - die Geschäfte machen hier erst wieder um 18:00 auf - , um ein paar Sachen zu besorgen. Der Metzger war schon eine Herausforderung! Keine Auslagen, Angebote konnten wir nicht lesen. Aber nach einigem Hin und Her erstehe ich ein Pfund Lammkottelets, die dann später in der Pfanne landen - richtig lecker die Geschichte!

 

Freitag, d. 28.09.:

Hafentag! Heiß, heiß, es ist einfach nur heiß morgens schon über 30°C und kein Lüftchen weht. Gleich nach dem Frühstück gehen wir Einkaufen, das ist bei der Hitze schon Schwerstarbeit! Es gibt nur Minimärkte mit sehr eingeschränktem Angebot. Manche Läden machen eher einen etwas heruntergekommenen Eindruck. Aufschnitt ist schwer zu finden und stark limitiert. Dafür gibt es Fetakäse in allen Varitatonen. Für Gemüse, Obst und Backwaren gibt es wieder spezielle Geschäfte. Aber wir finden doch genug, um überleben zu können. Ansonsten verbringen wir den Tag mit baden und lesen im Schatten.

 

Samstag, d. 29.09.:

Gleich früh morgens verholen wir uns an einen anderen, besseren und gerade frei gewordenen Platz um die Ecke. Danach Frühstück und ab zum Bus nach Itea und Delphi. Es ist schon wieder eine Affenhitze. Na, das wird ja was werden mit unserem Ausflug! Leider stellen wir dann schon unterwegs im Bus fest, dass wir unsere Kamera an Bord vergessen haben. Muss wohl an der Hitze liegen. In Itea müssen wir umsteigen. Kurz vor Mittag haben wir dann Delphi erreicht, ca. 2 Std. Zeit, um uns den Ausgrabungsort und das Museum reinzuziehen, was bei der Hitze nicht gerade ein Vergnügen ist. Weitere Informationen über Delphi: http://de.wikipedia.org/wiki/Delphi.

Also alles mehr oder weniger im Schnelldurchgang erledigt und wieder zurück zur Bushaltestelle, wo wir noch schnell ein Bier zur Erfrischung zischen, bevor wir die Rückfahrt antreten. Unterhalb von Delphi im Tal bis hin zur Küste sind riesige Olivenbaumplantagen, die sich über eine riesige Fläche erstrecken. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Abends gönnen wir uns dann noch ein leckeres Abendessen in einer Taverne in der "2. Reihe", die Rita sich ausgesucht hat. Sehr leckeres einfaches Essen zum super Preis.

 

Sonntag, d. 30.09.:

Wieder Hafentag, heiß, heiß und nochmal heiß. Beschäftigen uns hauptsächlich mit Informationen und Anfragen bei Häfen in der Türkei, die für uns für die Wintermonate in Frage kommen. Ansonsten verbringen wir den Tag im Schatten.