Donnerstag, 01.09.2011:

 

Und wieder begrüßt uns ein sonniger Tag, der sehr warm zu werden verspricht. Um 10:00 haben wir bereits 18°C! Nun kann es dann auch weitergehen. Wir fahren ja ab heute talswärts, was für eine Freude. Gleich nach dem Ort Chaumousey kommt ein traumhaftes Stück mitten durch den Wald, sehr eng, mit steilen Wänden an den Seiten und teils überhängenden Baumbeständen. Hier fahren wir natürlich sehr langsam und hoffen, dass uns keiner entgegen kommt. Ich weiß garnicht, was ich dann machen sollte. Aber wir haben Glück und passieren das Teilstück ohne Probleme. Dann die 1. Schleuse bei Giracourt, wo wir gestern Einkaufen waren, runter. Was für ein schönes Gefühl sich einfach sacken zu lassen! Die Schleusen 3-5 werden sogar noch per Hand vom Schleusenpersonal selber bedient. Macht die Sache noch gemütlicher! Dann vor einer Schleuse passe ich nicht so recht auf, fahre zu weit rechts ans Ufer, um ein aus der Schleusenkammer auslaufendes Boot passieren zu lassen, und schon sitzen wir fest. Das ausfahrende Boot zieht uns dann vom Schlick runter und wir können mit dem Schleusen fortfahren. Dank, dem Helfer! Nach 8 Schleusen machen wir um 13:45 (Temp. nun 29,4°C) an einem netten kleinen Anleger zwischen Schleuse 8 + 9 fest. Natur total. Es wird relaxed und Rita fährt schon mal mit dem Rad in Richtung Süden, um sich die kommenden Schleusen anzuschauen. Ich bereite unterdes das Abendessen vor. Dann genießen wir die laue Abendstimmung im Cockpit bei ein wenig Rotwein.  Etmal 19km. 

 

Freitag, 02.09.2011:

 

Heute Morgen ist es erst einmal bedeckt bei 18°C. Doch mittags haben wir wieder volle Sonne von oben bei 30,6°C. So schön kann das Leben sein! Um 09:20 wird der Yanni gestartet und es geht weiter talwärts. Das Wasser blüht und ist grün marmoriert. Nach 20 Schleusen, man lasse es sich auf der Zunge zergehen, sind wir der Meereshöhe um ca. 61m näher gerückt und machen an einer "Halte Fluviale" sehr idyllisch gelegen, zwischen Schleuse 28 + 29 am Quai bei Bains-les- Bains fest. Man glaubt es kaum es gibt hier sogar ein italienisches Restaurant auf der anderen Straßenseite. Klasse, hier gehen wir heute Abend essen. Vorab bereite ich noch als Apperetif ein paar Blimis und Prosecco vor. Diese Vorspeise nehmen wir dann draußen im Schatten der Bäume zu uns Gegen 19:00 gehen wir ins Restaurant rüber und genießen dort jeder eine wirklich erstklassige Pizza und ich noch ein wenig Käse zum Nachtisch. Das war eine der besten Pizzas, die ich je gegessen habe. Auch ansonsten war das Abiente sehr zufriedenstellend. Ein gelungener Abend! Etmal: 16,5km.

 

Samstag, 03.09.2011:

 

Um 10:00 haben wir schon 20,5°C, ein Traumwetter deutet sich an. Gegen 10:30 trennen wir uns von diesem netten Ort und fahren weiter. Die Landschaft zeigt sich malerisch, wie aus dem Bilderbuch. Nach weiteren 6 Schleusen und 18m tiefer kommen wir plötzlich in Fontenoy-de-Chateau an einem idyllischen Stegplatz vorbei. Wir beschließen sofort hier für die Nacht zu bleiben, obwohl wir erst 2 Std. unterwegs sind und nur 6,1km zurückgelegt haben. Dafür müssen wir eben in den kommenden Tagen vielleicht mal längere Schläge machen! Obwohl es noch recht früh am Tag ist, haben bereits alle Geschäft zu. Wir finden jedoch später noch einen Bäcker, um wenigstens noch ein Baguette zu ergattern. Im Ort, an der Brücke über die Mosel (hier nur ein schmaler Bach) und sonst wonoch sind massenhaft Schilder mit bekannten Zitaten bedeutender Leute angebracht, meist jedoch in französischer Sprache und für uns leider nicht zu entziffern, aber macht sich ganz nett. Bisse mit Börne und Dorte treffen später auch noch ein und laden zum Apperetif. Abends wird trotz tröpfeldem Regen noch gegrillt und draußen unter dem Bimini gegessen. Die Temperaturen sind noch super, sodass man noch lange bei einem Glas Rotwein den Abend genießen kann.

 

Sonntag, 04.09.2011:

 

Über Nacht hat es wohl vereinzelt geregnet. Es ist alles nass draußen und der Himmel ist bedeckt bei 19,6°C. Wir warten ab, bis die ersten Boote abgelegt haben, um zu schleusen. Aber einige haben wohl nicht die Signale beachtet und sind einfach bei rot/grün in das Schleusenvorfeld eingefahren, was eine Blockade bzw. einen Ausfall der Schleuse mit sich zieht. Es entsteht ein kleiner Stau und wir müssen warten, bis sich wieder alles geregelt hat. Dann kommen auch wir an die Reihe und fahren mit Bisse in die 1. Schleuse. Für heute sind 11 Schleusen (33,8m talwärts) geplant bis nach Corre, wo die Saone beginnt. Die Gegend ist nach wie vor traumhaft. Gegen 15:45 sind wir dann in Corre fest. Etmal: 21,4km. Liegeplatz nicht ganz so prickelnd, zumal direkt neben uns ein Charterhausboot mit 8 Männern aus Bayern. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen!!! 

 

Montag, 05.09.2011:

 

Teils bewölkt, teils sonnig, um die 20°C. Nach dem Frühstück fahren wir erstmal in den nahegelegenen Supermarkt und versorgen uns mit Proviant für die nächsten Tage. Daher kommen wir erst um 11:00 los, passieren kurz darauf die letzte Schleuse auf dem Vogesenkanal und biegen links in die Saone ein. Sofort nimmt die Wassertiefe zu auf 3-4 Meter und der Fluss wird breiter, was ein etwas entspannteres Fahren erlaubt. Trotzdem empfanden wir den Canal des Vosges als bislang das schönste Teilstück dieser Binnenlandreise.

Auf der Saone fahren wir nun bis Lyon ca. 370km gen Süden. Der Fluss liegt wieder in ganz andere Landschaft eingebettet. Das Land wird flacher und überall sind Wiesen mit Kühen, Ziegen und Schafen zu sehen. Maisfelder säumen die Ufer und die Berge sieht man nur noch in der Ferne. Wir haben 2km Strom mit und kommen gut voran, zumal auch die Distanzen zwischen den Schleusen größer geworden sind.

Unsere Remotecontrol haben wir in der letzten Schleuse bei Corre abgegeben und müssen nun eine blaue Stange im Schleusenvorbereich drehen, um die Automatik auszulösen. Klappt aber auch gut und wir kommen zügig weiter. Gegen 14:00, also nur 3 Stunden nach Aufbruch in Corre, passieren wir eine "Halte Fluviale" in Montureux-les-Baulay, die einfach idyllisch gelegen ist. Wir beschließen sofort hier über Nacht zu bleiben. Genießen den Nachmittag in der Sonne und mit nettem Gedankenaustausch mit einem deutschen Segler und seiner finnischen Frau, die auch dort liegen und aus dem Mittelmeer kommen. Abends räuchern wir dann den in Corre erstandenen Lachs. Essen können wir wieder draußen im Cockpit. Schon ´ne coole Nummer das Ganze. Tagesetmal immerhin 20,1km. 

 

Dienstag, 06.09.2011:

 

Für heute haben wir uns mehr Strecke vorgenommen, denn man kann ja nicht jeden Tag so rum bummeln. Es ist etwas kühler geworden bei heiterem bis wolkigem Wetter. Die Tagestemperaturen bewegen sich zwischen 10,8°C am Morgen und um die 20°C über den Tag. Um 09:00 (how early is that) machen wir uns bereits auf den Weg. Die Umdrehung des Motors wird auf 6,5kn eingestellt und ab geht das. Wir haken bis Mittags 5 Schleusen ab und passieren dann den Tunnel Saint Albin mit 680 m Länge problemlos. Danach noch weitere 4 Schleusen, bevor der nächste Tunnel de Savoyeux ansteht. Dieser ist aber wesentlich kürzer und wird um, 16:00 passiert. Dann noch 2 weitere Schleusen und wir sind in Gray an der "Halte Fluviale" um 19:00 fest nach 88,9km und 10 Std. Fahrt. Das war mal was!!! Sind aber auch ganz schön fertig und gehen früh in die Koje. 

 

Mittwoch, 07.09.2011:

 

Heute Hafentag. Kühl, ab und zu Schauer. Mache Ölwechsel beim Yanni, fülle die Dieseltanks nach mit knapp 90 Ltr. und pflege die Homepage mal wieder. Rita fährt derweil zum Einkaufen und gibt unser Geld aus. Morgen geht es weiter. Noch 265km bis Lyon. Mal sehen, wie weit wir Morgen kommen.

 

Donnerstag, 08.09.2011:

 

Morgens ist es mal wieder bewölkt bei 15,9°C, aber wenigstens trocken. Nachdem wir gestern alle Dinge erledigt haben, kann es heute wieder weiter gehen. Start um 09:50. Die Saone ist landschaftlich wirklich sehr, sehr schön. Nach und nach passieren wir 5 Schleusen und lassen uns jedesmal gemütlich ein wenig tiefer fallen. Die letzte Schleuse haben wir um 16:00 hinter uns, dann suchen wir so langsam nach einem Anlegeplatz. Mittlerweile ist auch das Thermometer auf 24°C geklettert und die Wolkendecke ist aufgerissen, läßt also auch mal die Sonne durch. Zwischen Kilometer 228 + 227 scheint ein Plätzchen am linken Uferrand für unseren Tiefgang geeignet zu sein. Also Versuch macht klug. Langsam herangefahren und ohne Probleme mitten in der Natur an Bäumen am Ufer festgemacht. Was für ein idyllisches Fleckchen Erde! Wir genießen den Nachmittag (inkl. Hexe, die das Ufer nach Mäusen absucht), speisen abends draußen im Cockpit und sitzen ab 21:00 am Lagerfeuer an Land und schlürfen gemütlich unseren Rotwein im Feuerschein.

Was für ein toller Tag und wie gut können wir es haben!!!

 

Freitag, 09.09.2011:

 

Bei 19°C ist es morgens um 09:00 noch erst bedeckt, klart jedoch schnell auf und mittags haben wir wieder unsere 25°C und die Sonne läßt sich auch noch blicken. Was wollen wir noch mehr? Um 09:10 legen wir problemlos vom Ufer ab und machen uns wieder auf die Reise nach Süden. Man kann sich die Zeit beim Fahren gut mit der wechselden Landschaft verkürzen. Es gibt immer wieder was Neuse zu schauen. Heute liegen nur 2 Schleusen auf unserem Weg und wir können gut Strecke machen. Um 14:00 fahren wir in Verdun-sur-le-Doubs ein und machen in einem kleinen Yachthafen dort fest. Beim Anlegen verliert der Hafenmeister sein Mobiltelefom aus der Brusttasche seines Hemdes. Leider fällt das Ding auch noch ins Wasser, sodass er später tauchen muss, um es wieder herauszuholen. Ob es noch funktioniert konnten wir leider nicht herausfinden. Auf jeden Fall hat er keinen Anruf unter Wasser erhalten! Dann kommt auch noch BISSE mit Dorte & Börne aus Dänemark und macht hinter uns fest. Der Hafen liegt gut 300m von der Saone entfernt im Kanal Doubs und ist sehr malerisch und romantisch angelegt. Abends grillen wir und speisen wieder im Cockpit bei sehr angenehmen Temperaturen.

 

Samstag, 10.09.2011:

 

Der Luftdruck ist gestiegen und wir haben schon um 09:30 klarblauen Himmel und 20°C. Das scheint ein super warmer Tag zu werden! Leider hat der Wind zugenommen auf ca. 4-5 Bft. und auf Süden gedreht, sodass nun der ablaufende Strom gegen den Wind steht und es dadurch ziemlich kappeliges Wasser auf der Saone gibt. Wir hatten schon ganz vergessen, wie das ist. Erinnert uns irgendwie an die Elbe! Um 09:30 starten wir und reißen bis zum frühen Nachmittag fast 56km ab, unterwegs nur eine Schleusen macht das auch mal Spaß. Ab und zu haben wir sogar etwas Spritzwasser an Deck. Um 14:00 (mittlerweile haben wir 32°C) machen wir in dem Ort Tournus am Steg fest. BISSE kommt etwas später und Dorte & Börne nehmen dann den "Anleger" auf THORBJOERN ein. Abends machen wir noch eine kleinen Spaziergang durch das Örtchen und bewundern die vielen alten Patrizierhäuser im Zentrum. Macht wirklich einen netten Eindruck in der abendlich beleuchteten Fußgängerzone des Ortes.

 

Sonntag, 11.09.2011:

 

Heute liegt gar keine Schleuse auf unserer Tagesetappe von ca. 50km. Es ist heiter bei 19°C morgens und Ende 20°C am Nachmittag. Start schon 09:00, also recht früh! Die Fahrt auf der Saone wird so langsam zur Routine. Der Wind hat auch abgenommen. Wir steuern abwechselnd und können uns so auch einmal anderen Dingen zuwenden. Mit einem Strom von 2km/Std. kommen wir gut voran und fahren kurz vor Mittag in Macon ein. Vor der Brücke im Zentrum der Stadt müssen wir jedoch wieder drehen und in einem Seitenkanal die Stadt umfahren, da die Strecke durch die Stadt wegen eines Jetski Races gesperrt ist. Nach 49km machen wir um 14:00 in dem kleinen Hafen von Thoissey fest und genießen den warmen und sonnigen Nachmittag.

 

Montag, 12.09.2011:

 

Heute ist ein richtiger Traumtag! Klarblauer Himmel bei Temperaturen am Vormittag von 16 - 20°C. Dazu ist es windstill. Nur ein leichter Fahrtwind bringt etwas Frische. Wir starten um 09:30 und rollen nach kurzer Zeit sogar das Bimini auf, damit wir die Sonne voll im Cockpit genießen können. Auf der Saone ist kaum Verkehr und wir motoren gemütlich am rechten Uferrand längs und beobachten die Natur, die vielen Vögel, wie wilde Schwäne, Grau-/Weißreiher. Die Ufer zeigen sich sehr abwechslungsreich, sodass die Zeit wie im Fluge vergeht. Gegen 13:50 machen wir an der Halte Fluviale bei "Couzon" vor der Schleuse Nr. 9 fest. Mittlerweile sind die Temperaturen auf 30°C angestiegen und die Sonne bratzt unerbärmlich von oben auf uns herab. Also schnell wieder das Bimini ausgerollt und Sonnenschutz hergestellt. So läßt es sich dann im Schatten gut aushalten. Ca. 100m hinter uns befindet sich eine Tankstelle an der Uferstraße nach Lyon, das nur noch ein paar km von uns südlich liegt. Ich nutze diese Gelegenheit und hole 45 Ltr. Diesel zum Auffüllen der Fahrtanks. Danach wieder relaxen im Schatten. Hinter uns am Anleger sitzen 2 Angler. Wie sich herausstellt sind es Polen, in Frankreich geboren. Als der 1. einen Fisch gefangen hat, gehe ich hin und gratuliere. Ein ganz schöner Brocken, Weißfisch oder so. Diesen bekomme ich dann auch noch geschenkt. Super! Ich nehme ihn gleich aus und befreie das Tier von seinen Schuppen. Dann wird der Fisch gesäubert, gesalzen und mit Zitrone beträufelt und wandert eingeschlagen in ein feuchtes Tuch in die Bilge von THORBJOERN. Wird morgen oder Übermorgen verzehrt. Den beiden polnischen Franzosen psendiere ich dann noch ein Bierchen als Dank für den Fisch. Die Nacht über schlafen wir nicht so gut, da der Verkehr auf der Uferstraße doch recht lange anhält. Auch Hexe darf diese Nacht nicht raus, das es uns zu gefährlich erscheint. Etmal: 44,5km.

 

Dienstag, 13.09.2011:

 

Bei sonnigen Himmel, Temperaturen von 16,4°C, leichter Brise aus nördlicher Richtung legen wir um 08:55 ab und können auch gleich in die Schleuse Nr. 9 hineinfahren. Hier gibt es mal wieder sogenannte "Schwimmpoller", die mit dem Wasser auf und nieder gehen, sodass man sich überhaupt nicht um die Leinen kümmern muss, nachdem man festgemacht hat. Gegen 10:00 fahren wir von Norden her in Lyon ein und passieren so auf einer Strecke von 10km das Stadtzentrum von Lyon. Hier gibt es viel zu sehen und zu fotografieren, das diesmal von Rita übernommen wird. Um 10:50 sind wir durch Lyon durch und kommen auf die "Le Rhone". Kurz danach noch eine große Schleuse mit Fall von 10,8m dann geht es auf der Rhone weiter. Hier haben wir einen Strom von 6km/Std. mit, sodass wir richtig gut vorankommen. Allerdings ist teilweise bei so einem Strom das Steuern etwas schwieriger. Nach der nächsten Schleuse "de Vaugris" mit 7,7m Fall machen wirum 14:00 im kleinen Hafen vom Ampuis fest. Wir liegen hier mitten in den Weinbergen von Ampuis. Ein tolles Panorama. Ein kurzer Spaziergang in das Örtchen zeigt jedoch, dass man hier nichts erstehen kann, außer zwei frischen "Paints", das sind Weißbrote, in diesem Fall mit Feigen bzw. Nüssen. Die sind aber besonders lecker. Rita genehmigt sich noch ein Eis, dann geht es zurück an Bord. Abends wird im Cockpit gespeist, frisches Brot, selbst gefertige Antipasti, Rotwein und zum Abschluß französischer Ziegen-/Kuhkäse. Na, klingt doch ganz lecker, oder? Hier kann Hexe auch wieder alleine nachts auf Tour gehen, nachdem sie mit Rita als Begleitung einen Pflichtspaziergang absolviert hatte. Etmal: 54,8km.

 

PS: Am späten Vormittag ruft Björn noch an. Er ist heute Morgen aus Gray
ausgelaufen und somit ca. 260km hinter uns. Ob er uns wohl noch einholen kann?

 

Mittwoch, 14.09.2011: 

 



Für heute haben wir uns nicht viel vorgenommen. Nur 5-6km zum nächsten
Hafen, wo man Strom, Wasser, Internetverbindung, Waschmaschine und
Einkaufsmöglichkeiten hat. Dieser Ort heißt les Roches-de-Condrieu und hat mal
einen richtigen Yachthafen mit allem Service. Das Wetter zeigt sich bedeckt und
kühl bei 21°C (ja, die fühlen sich wirklich kühl an, nach den letzten heißen
Tagen). Um 09:30 legen wir ab und verholen in den Yachthafen um die Ecke. Um
10:15 sind wir dort am Steg fest. Rita geht gleich zum Hafenmeister und bezahlt
EUR 17,50 für ein 10m (?) langes Boot. Das ist das teuerste Hafengeld, was wir
bislang bezahlt haben! Allerdings ist auch ein freier Internetanschluß (W-Lan)
darin enthalten. Dann wird Wäsche sortiert und gewaschen. Homepage gepflegt  und Rita fährt zum Einkaufen. Solche Tage und Häfen muss man eben nutzen. Etmal:  5,2km!!! Schon cool, das Tagesetmal. Wenn wir so weiter machen, kommen wir nie  im Mittelmeer an! Sind bis Sete immerhin noch so 350km! Bei dem letzten Etmal  von 5km/Tag sind wir unfähr zu Ostern kommenden Jahres dort.

 

Donnerstag, 15.09.2011:

 

Obwohl das Wetter wieder affentittengeil ist, beschließen wir einen weiteren Hafentag hier in Condrieu, da wir noch einige Internetrecherchen vornehmen müssen hinsichtlich Häfen im Mittelmeer, die nicht so teuer sind wie Sete (für 4 Tage sollen wir hier 550,00 Eur bezahlen) und, wo wir die Masten stellen können. Mit dem Seehafen Agde, ein paar Meilen von Sete entfernt, scheinen wir dann auch noch einen passenden Hafen mit allen Servicemöglichkeiten gefunden zu haben (1 Woche Liegezeit soll hier ca. 130,00 Eur kosten).

 

Freitag, 16.09.2011:

 

Bei klarblauem, sonnigem Wetter und Temp. um 17°C starten wir um 09:15. Gegen 11:10 laufen wir in die Schleuse de Sablons ein. Hier soll es 15,3m runter gehen. Hexe sitzt beim Anlegen auf der landseitigen Cockpitbank und schaut sehnsüchtig auf die Schleusenmauer, die etwa 1m höher liegt. ich sage noch: Nein, nein,nein, aber da springt sie schon. Doch Rita ist schneller und fängt sie noch in der Luft ein, bevor sie auf der Mauer gelandet ist. Nun geht es aber ab ins Vorschiff und Tür zu. Das brauchen wir nun wirklich nicht - Katze auf der Schleusenmauer und wir fahren derweil runter!!! Diese Schleusen haben Abmessungen von 195m Länge, 12m Breite und bei einem Hub von 15,3m müssen dann 35.802 kubikmeter bei jeder Schleusung bewegt werden. Das ist schon eine betrachtliche Menge, wenn man dann auch noch bedenkt, dass das alles so in 15 Min. vonstatten geht. Die 2. Schleuse haken wir ohne Wartezeit gegen 13:30 ab. Hier geht es nur 11,8m runter. Bei der 3. Schleusung kurz vor 16:00 fühlen wir uns dann schon etwas gefangen, denn das Schleusentor fährt nur so ca. 2m hoch und bleibt dann einfach stehen. Es dauert so eine halbe Std., bevor der Schaden behoben ist und wir die Schleuse verlassen können.insgesamt haben wir für diese Schleuse 1 Std. gebraucht! Um 17:00 sind wir dann endlich im Yachthafen von Valence nach 70,1km nach knappen 8 Std. Fahrt fest. Eine große Biberratte begrüßt uns sogleich am Steg und wird natürlich  fotographiert/gefilmt. Zur Krönung müssen die Schiffspapiere beim Hafenamt vorgelegt werden und der Hafenmeister will erst kar kein Bargeld akzeptieren, sondern die Liegegebühr in Höhe von EUR 23,51 soll per Kreditkarte bezahlt werden. Erst als Rita ihm klarmacht, dass bei einer solchen Kreditkartenzahlung auch noch EUR 5,00 Gebühren anfallen, läßt er sich herab Bargeld anzunehmen!

 

Samstag, 17.09.2011:

 

Da das Wochenende vor der Tür steht, fahren wir nach dem Frühstück erst einmal zum Einkaufen in den nahegelegenen Supermarkt und kommen vollbepackt nach ´ner Stunde wieder zurück, bevor der 1. Schauer niedergeht. Die Temp. ist jedoch mit 20°C zur Zeit noch ganz angenehm. Nachdem wir alles verstaut haben, hat auch der Regen aufgehört und wir können noch schnell zur Bunkerstation rüberfahren, um die Tanks aufzufüllen. Um 12:00 geht es dann weiter. Mittlerweile ist auch die Sonne wieder durchgekommen und die Temp. sind auf Ende 20°C gestiegen. Doch heute scheint nicht so ganz unser Tag zu sein. Bei der 1. Schleuse "de Beauchastel" haben wir ca. 1 Std. Wartezeit und dürfen dann endlich um 14:00 hinter der AVALON SCENERY, einem Passagierdampfer aus Hamburg in die Schleuse. Das ist schon ein neues Erlebnis! Bei der nächsten Schleuse treibt der Schleusenmeister so seine Spielchen mit uns. Erst läßt er uns eine 1/2 Std. warten, dann kommt ein Flußschiff raus und er stellt die Ampel auf grün, bedeutet Einfahrt frei. Wir fahren also rein, machen fest und müssen dann wieder rückwärts raus, weil der Sack nicht auf rot geschaltet hatte, um uns zu zeigen, dass wir noch warten müssen. Es kam nämlich noch ein Binnenschiff, das zuerst in die Schleuse einfahren muss. Diese ganze Transaktion kostet uns wiederum eine Std. Zeit. Aber kurz nach 17:00 sind wir dann endlich durch und machen um 17:45 im kleinen Yachthafen in Cruas fest. Kaum sind wir mit dem Anlegen fertig, kommt ein starkes Gewitter auf mit sintflutartigen Regenfällen. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass uns das nicht unterwegs erwischt hat. Wir sitzen aber im Cockpit unter dem Bimini trocken und warm bei 30°C und genießen unserem Anleger! Tagesetmal: immerhin noch 33,2km.

 

Sonntag, 18.09.2011:

 

Nachdem es fast die ganze Nacht gewittert und geregnet hat, konnte Hexe erst in den frühen Morgenstunden an Land. Zum Frühstück ist sie leider nicht wieder zurück. Auch rufen und mit Futter locken hat keinen Erfolg. Also müssen wir gezwungenermaßen einen Hafentag einlegen und warten. Hoffentlich kommt sie bald wieder! Wetter: eher kühl bei 15°C, stark bewölkt mit einzelnen Schauern. Und das nach dem warmen Tag von gestern!

 

Montag, 19.09.2011:

 

Gestern abend hat Rita Hexe noch wieder eingefangen, sie war bei der Captainerie und wohl so gut wie auf dem Weg zurück an Bord. So nun ist die Crew wieder vollzählig! Ausserdem haben wir ÄLVAN mit Björn getroffen. Er wollte an Cruas vorbei fahren, hat aber dann umgedreht, als wir ihn über UKW angerufen haben.

Heute Morgen ist es trocken, bewölkt und recht kühl bei 16°C. Erst im Verlauf des Tages steigen die Temperaturen noch auf über 20° und am Nachmittag kommt auch noch die Sonne durch. Um 09:30 legen wir ab. Björn will nach kommmen. Wir wollen heute nicht weit fahren, nur bis Viviers, so 20 km, da ich noch den Schlauch vom Spülbecken in der Pantry sauber machen muss. Da läuft nämlich nichts mehr ab, hat sich wohl komplett zugesetzt. Vor der Schleuse "de Chateauneu" müssen wir eine 1/2 Std. warten. Dann geht es 18,5m runter. Diese Schleusungen sind schon gigantisch. Kurz nach Mittag sind wir im Hafen von Vivier fest. Nach einem "Anleger" Bier vergnüge ich mich mit dem Ablaufschlauch in der Pantry. Der ist tatsächlich vollkommen dichtgesetzt und nicht mehr zu retten. Also wo bekommen wir nun einen Ersatz her. Rita geht zum Hafenmeister, um entsprechende Informationen einzuholen. Der telefoniert sogleich mit seiner Frau, die gerade in Montelimar ist und beauftragt sie für uns ein entsprechendes Schlauchstück einzukaufen und mitzubringen. Das war wirklich ein super Service. Gegen 18:00 ist dann alles wieder perfekt und das Wasser läuft wieder super ab. Etmal: 22,2km.

 

Dienstag, 20.09.2011:

 

Tja, das "Traumwetter" scheint sich vorerst verabschiedet zu haben. Der Mistral fegt von Norden mit 4-5 Bft. von den Bergen und hat in seinen Böen sogar 7 bis 8 Bft.. Glücklicherweise kommt er mehr oder weniger direkt von achtern, sodass wir nicht noch gegenan fahren müssen. Trotzdem ist der Wind kühl und die gefühlte Temperatur liegt bei 16-18°C, obwohl meist die Sonne die Oberhand hat. Um 09:25 legen wir ab und machen uns wieder auf den Weg nach Süden. Der Wind unterstützt uns zusammen mit dem Strom, sodass wir heute besonders schnelle Fahrt machen. Nur vor den beiden Schleusen, die für heute auf dem Programm stehen, macht uns der Wind richtig Probleme. Wir kommen nicht an den Anleger heran und müssen uns bei dem Starkwind treiben lassen bzw. das Schiff in den Wind stellen. Glücklicherweise müssen wir nicht lange warten und können schnell in die Schleusen einfahren, aber auch hier drinnen pfeift es noch ganz gewaltig, sodass Rita die 1. Schleuse mit einem Fall von 23m gar nicht richtig genießen kann. Erst nachdem das Schleusentor geschlossen ist, liegen wir etwas im Windschatten. Um 14:35 haben wir unser Tagesziel dann nach 55 km erreicht und liegen gut vor dem Mistral geschützt fest am Steg in Port 2 L`Ardoise. Hier im geschützten Hafen steigen sogleich die Temperaturen wieder an, sodass man sich noch ein wenig in die Sonne legen kann. Der Hafen hat ansonsten, ausser Wasser und Strom, nichts zu bieten. Etwas später läuft auch "BISSE" aus Marbek ein und wir trinken noch ein Bierchen mit Dorte & Börne.

 

Mittwoch, 21.09.2011:

 

Unser Tagesziel für den heutigen Tag ist Avignon. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne scheint vom fast klarblauen Himmel herab. How cool is that? Gegen 09:30 laufen wir aus, "BISSE" war schon eine 1/2 Std. vor uns raus. Heute macht das Fahren wieder mehr Spass, als bei dem Starkwind von gestern. Wir können die Natur um uns herum wieder besser genießen und sind so gegen 11:30 vor der Schleuse "d´Avignon, wo wir "BISSE" dann eingeholt haben. Hier geht es dann nur 10m runter und um 12:45 liegen wir dann endlich gegen den Strom gerichtet am Pier im Stadthafen in Avignon fest. Da der Strom hier sehr stark läuft, mußten wir ein 2. Anlegemanöver fahren, da das 1. nicht hinhaute. Ich hatte den Strom falsch eingeschätzt und wurde dafür mit einer Schramme am Heck bestraft. Dorte hilft beim 2. Versuch, indem sie unsere Leinen an Land belegt. Etmal: 30,9 km. Ich genieße den schönen Nachmittag beim Lesen in der Sonne, während Rita schon mal die Stadt erkundet. Hexe kann hier leider nicht an Land, da ein paar Meter oberhalb der Pier eine 4-spurige Strasse verläuft. Es ist schon etwas laut, aber dafür liegt man wirklich direkt in der Stadt. 

 

Donnerstag, 22.09.2011:

 

Hafentag in Avignon. Stadtbesichtigung steht für heute auf dem Programm. Wetter super, kaum Wind und affenartige Temperaturen so um die 30°C. Was will man denn mehr für einen Stadtbummel? Also, nur leicht bekleidet machen wir uns nach dem Frühstück, mit Camera und Rucksack bestückt, auf den Weg. Besichtigen zuerst den Dom mit seinem Park, dann gehts zur Stadtrundfahrt in kleinen offenen Wägelchen, gezogen von einem Elektrozug. Zuerst werden wir nochmals zum Park hochgefahren, dann folgen die sehr engen und kleinen Gassen in der Altstadt. Ist wirklich sehr imposant die Tour. Danach bummeln wir so noch ein wenig in der Altstadt herum, trinken Kaffee und kaufen noch ein paar Lebensmittel ein. Gegen 15:00 sind wir dann etwas erschöpft, aber voller neuer Eindrücke, zurück an Bord und können den Nachmittag mit "relaxen" verbringen. Doch Rita hält das nicht lange durch und macht sich wenig später nochmals alleine auf den Weg in die Altstadt. Sie ist einfach nicht tot zu kriegen. Ich bereite währenddessen das Abendessen vor. ANTIPASTI!

 

Freitag, 23.09.2011:

 

Wieder supercooles Wetter mit leichter Brise und tollen Temperaturen so bis Ende 20°C. Um 09:00 legen wir ab, um das letzte Stück der Rhone abzuhaken. Vor der Schleuse "Villabregues" müssen wir eine 1/2 Std. warten. Gegen Mittag sind wir dann 12,8m weiter runter gefahren worden und können das letzte Stück Rhone genießen. Um 13:30 biegen wir dann rechts in die Petite Rhone ein. Dieser Fluß ist wesentlich enger und auch flacher als die Rhone. Die Ufer sind von hohem Schilf, Bambus und Bäumen gesäumt, sodass man nur selten die Landschaft dahinter sehen kann. Überall an den Ufern liegen herausgebrochene, halb vertrocknete und vermoderte Baumteile. Man muß schon ganz gut aufpassen, damit man nicht so ein treibendes Baumstück in die Schraube bekommt. Gegen 15:00 sehen wir am rechten Ufer eine kleine Anlegestelle (zwischen Kilometerpunkt 296 + 297) mitten in der Natur, an der wir festmachen können. Das ist auch für Hexe ideal! Hier kann sie sich ohne Gefaht richtig gut an Land aufhalten. Am Ufer gegenüber haben sich einige Jungendliche mit Zelten für´s Wochenende eingerichtet. Ein Lagerfeuer wird entfacht, es wird gebadet und geangelt. Auch ich nehme mein 1. Bad in diesem Jahr und nutze das gleich aus, um den Rumpf von Thorbjoern zu säubern. Bei einer Wassertemperatur von 23°C ist das ein echtes Vergnügen. Etmal: 59,4 km. 

 

Samstag, 24.09.2011:

 

Je weiter wir nach Süden kommen, desto besser wird das Wetter. Zur Zeit scheinen wir ein echtes Hochdruckwetter zu haben. Der Luftdruck ist auf 1.019 hp gestiegen. Entsprechend warm und windstill ist es. Heute passieren wir kurz nach dem Ablegen um 10:00 die letzte Schleuse, bevor wir rechts auf den Canal au Rhone a Sete abbiegen. Diese Schleuse ist doch tatsächlich ein Witz mit einem Fall von nur 10cm! Um 11:00 sind wir dann endlich auf dem Höhenniveau des Mittelmeeres angekommen. Wir fahren noch ein Stückchen um die Ecke und machen um 12:00 am Kai von Saint Gilles fest. Etmal: 9,3 km, das kann sich für heute wirklich sehen lassen. Ein kleiner Stadtbummel zeigt, dass hier der Hund begraben ist und schon alle Geschäfte geschlossen sind. Heute gibt es hier lediglich einen Flohmarkt, auf dem nur Ramsch angeboten wird. So was könnte man in Deutschland wirklich nicht anbieten! Aber am Sonntag Morgen soll an dieser Stelle ein Wochenmarkt stattfinden, auf den wir uns schon heute freuen. 

 

Sonntag, 25.09.2011:

 

Trotz des hohen Luftdrucks von 1.021 hp ist der Himmel zu 80% bedeckt bei Temperaturen um Mitte 20°C. Was soll´s ist ja auch mal ganz angenehm. Nach dem Frühstück werden die Rucksäcke aufgeschnallt und ab geht es auf den Wochenmarkt. Man gut, dass wir gerade gefrühstückt haben. Man kann sich gar nicht vorstellen, was hier alles angeboten wird. Gemüse aller Art, frischer Seefisch, auch Stockfisch, Austern etc., frisch gegrilltes Fleisch, Antipasti, tausend verschiedene Arten von Oliven, Broten, Salami, Schinken, Klamotten, einfach unglaublich. Wir versorgen uns mit allerlei leckeren Sachen, bevor wir dann um 11:40 ablegen und weiter fahren. Unterwegs, hier auf diesem Kanal kann man auch ins Hinterland schauen, sehen wir dann die weißen Pferde und schwarzen Stiere, die für die Carmarque so typisch sind. Am frühen Nachmittag kommt auch die Sonne wieder durch. Um 14:25 finden wir am rechten Ufer einen kleinen Steg bei Viaduc RN 112, an dem wir problemlos festmachen können. Nochmals Natur pur. Salzwasserseen mit wießen Pferden, die teils bis zum Bauch im Wasser stehen. Einfach traumhaft hier. Auch Hexe genießt mal wieder ihre Freiheit. Etmal: 24,8 km.

 

Montag, 26.09.2011:

 

Der Luftdruck ist weiter auf 1.024 hp gestiegen. Es ist sonnig und ein wenig diesig, nur eine ganz leichte, schwache Brise, die die  hohe Temperatur etwas angenehmer macht. Heute wollen wir den letzten Teil des Kanals bis kurz vor Sete fahren. Um 10:35 starten wir durch und fahren weiter. Die Landschaft verändert sich schnell. Wir kommen jetzt in den Teil des Kanals, wo auf beiden Seiten große weite Salzseen sind. Die Luft riecht schon ein wenig nach Mittelmeer. Tausende Flamingos stehen beidseitig in den Seen und stecken die Köpfe ins Wasser um Futter zu suchen. Einfach herrlich anzusehen. Mehrfache Versuche am Ufer anzulegen scheitern, da es überall zu flach für uns ist. Also fahren wir immer weiter, bis wir um 15:00 im Seehafen von Sete ankommen. Tja, damit haben wir für heute nicht gerechnet. Nun müssen wir doch tatsächlich noch aus das Mittelmeer raus und so 15 sn bis Agde motoren, wo wir ja aufriggen wollen. Rita ist gänzlich unvorbereitet und räumt erst einmal alle Sachen, die unten noch rumstehen weg. Ich stelle derweil den Autopiloten auf Kurs 225° ein und wechsel auf dem Notebook vom Navigationsprogramm Binnen auf See. Glücklicherweise haben wir nur eine schwache Brise von 2-3 Bft., sodass wir kaum rollen ohne Segel. Das Wasser ist azurblau! How cool is that? Wir haben es geschafft und sind auf dem Mittelmeer angekommen, nach fast 3 Monaten Binnenrevier. Man muss sich erst einmal wieder an die See gewöhnen, an die Weite, den Horizont und so. Um 18:30 sind wir dann in Agde fest und müssen diesen Tag erst einmal verdauen. Rita ist immer noch auf Kanalfahrt. Ich dagegen bin schon wieder voll auf See eingestellt. Etmale: 44,3 km + 15,45 sm!

 

Fazit der Kanal- und Flußfahrt:

 

Dieser Tripp war schon ein ganz besonderes Erlebnis mit vielen landschaftlichen Highlights bzw. Unterschieden. Besonders gut haben uns der Vogesenkanal und die Saone gefallen. Insgesamt von Wedel bis Hafenausfahrt Sete haben wir 2.291,2 km  in 86 Tagen unter Motor zurück gelegt und fast 400 Schleusen  und diverse Tunnel bewältigt. Verbraucht haben wir ca. 700 Ltr. Diesel bei 245 Betriebsstunden des Motors. Das macht einen Durchschnittsverbrauch von knapp 3 Ltr. Diesel / Std. An Gebühren mußten wir für die franz. Kanäle insgesamt 260,00 EUR hinblättern. Die Liegegebühren auf den Flüssen bzw. Kanälen waren sehr moderat und müssen nicht wirklich erwähnt werden. Das wird sich in Zukunft deutlich nach oben verändern.