Nachdem wir am 26.09.2011 um 15:15 durch den Hafen von Sete auf das Mittelmeer herausgefahren sind, mußten wir noch gute 3 Std. unter Motor nach Cape de Agde fahren, wo wir dann um 18:30 fest waren. Unsere Binnenreise ist somit erfolgreich beendet und wird mit Prosecco begossen.

 

27.09. - 02.10.2011:

 

Diese 6 Tage verbringen wir im Hafen von Agde mit Vorbereitungen zum Aufriggen und Masten stellen am 28.09. Danach folgen noch viele Arbeiten am Rigg, wie z. B. Fallen einscheren, elektrische Kabel in die Masten einführen, Rollklüver montieren und und und....

 

Sonntag, 02.10.2011:

 

Heute bei Traumwetter die Restarbeiten, wie Winschen reinigen und fetten, Stopfsbuchse nachziehen, da diese etwas Wasser zieht, erledigt. Heute Abend wird zur Belohnung ausserhalb gespeist. Natürlich frischen Fisch, ich vorzugsweise Austern, Muscheln, Garnelen und so´n Zeug. Das Wetter ist immer noch mehr als super und der Hafen bietet wirklich alles, was man sich wünscht. Morgen früh wollen wir dann auslaufen, um so ca. 40 sm nach Canet Plage (in der Nähe von Perpignon) zu segeln. Freuen uns schon auf unseren 1. Segeltörn dieses Jahr und hoffen, dass alles vernünftig abläuft. 

 

Montag, 03.10.2011:

 

Und tatsächlich, wir sind um 08:30 klar zum Auslaufen. Die Sonne kommt so langsam über den Häusern im Hafen durch. Es ist mit 14°C noch recht frisch, aber das wird sich schnell ändern. Bei NW 2-3 laufen wir aus und setzen draussen Groß, Fock, Klüver (die Furlex funktioniert einwandfrei) und den Fisherman. Bei gut halbem Wind laufen wir so um 4-5 kn. Keine Motorgeräusche und einfach nur azurblaues Wasser. Das macht Laune. Unser Kurs ist auf 195° abgesetzt, der Autopilot ist eingeschaltet und wir können uns ganz cool zurücklehnen und noch eine Tasse Kaffee genießen. Leider schläft der Wind gegen 11:00 ein, sodaß wir den Motor als Unterstützung mitlaufen lassen müssen. Kurz vor Mittag sichten wir an Stb.-Seite einen Sardinenschwarm und dann jagende Thunfische. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und in Gedanken gehe ich mein Angelgeschirr durch. Aber für diese Region ist es nicht ausgelegt. Muss mir unbedingt im nächsten Hafen eine Hochseerolle und entsprechende Köder besorgen. Um 12:45 nehmen wir dann bis auf´s Groß die Segel weg, da so gut wie gar kein Wind mehr ist. Also weiter unter Motor. Um 15:00 kommt wieder etwas Wind auf. 2. Segelversuch. Aber kaum sind alle Lappen wieder oben, dreht der Wind auf SSE, also Motor doch wieder an, Segel runter. Jetzt haben wir die Nase voll und stellen die Motordrehzahl auf 6,5 kn ein. Rita ruft den 1. span. Hafen nach der Grenze an und fragt nach einem Platz und den Liegekosten. Endlich kann sie sich mal wieder mit den Leuten unterhalten. War in Frankreich ganz schön sch.... Um 18:25 passieren wir dann Cap Cerbere und sind 5 Min. später über die Seegrenze in Spanien. 18:45 liegen wir fest vertäut im Hafen Port Bou. Etmal: 54,05 sm. Lufttemperatur noch 24°C, Wasser 26°C, topklar und viele bunte Fische schwimmen im Hafenbecken. Abends genießen wir unser Dinner noch draussen im Cockpit. Nachts fängt es dann an zu blasen. Ich muss raus und die Fallen abbinden und Fender umhängen. Danach trinke ich noch ein Glas Rotwein im Cockpit, der Wind ist mit 26°C superwarm.

 

Dienstag, 04.10.2011:

 

Wir beschleißen heute hier zu bleiben, da es stark weht, in Böen bis 7 Bft. genau von querab Stb. Wir fragen im Hafenbüro, ob man nicht ein ruhigeres Plätzen für uns hat. Wir dürfen an die Tankstelle, die sowieso schon nicht mehr in Betrieb ist, da Nachsaison. Also verholen. Danach noch in den Hauptmast und eine Rolle austauschen. Gegen 15:30 gehen wir in den Ort zum Einkaufen, da es heute Abend Tappas geben soll. Auf dem Rückweg entdecke ichein Geschäft für Boots- und Angelzubehör. Nichts wie rein und eine Hochseerolle mit Tintenfischköder gekauft. Zurück an Bord habe ich die Rolle sogleich montiert, starke Leine aufgezogen und betriebsbereit gemacht. So, wollen Morgen mal sehen, ob wir nicht doch noch dem Meer etwas entnehmen können. Morgen soll es um die Ecke gehen (Cap de Creus) bis in die Bucht von Rosas.

 

Mittwoch, 05.10.2011:

 

Wetter: Klarblauer Himmel, Sonne pur bei mittags 30°C, Wind mit 4-5 in Böen 6 bft. aus NW.

Nachdem wir vormittags im Hafenbüro gewesen sind und man uns abgeraten hat heute das Kap de Creus aufgrund der Windsituation zu runden, beschließen wir nur um die Ecke nach Port de la Selva zu segeln. Gegen 12:20 laufen wir aus, nur mit gesetztem Großsegel. Der Wind kommt mehr oder weniger direkt von achtern und draussen steht ein schöne Dünung. Wir rollen ganz ordentlich, Hexe kotzt und muss versorgt werden. Um 14:00 liegen wir dann wohlbehalten mit dem Achtersteven zur Kaimauer und vorne an zwei Moorings fest im Hafen von Selva. Etmal: 6,19 sm. Baden und relaxen ist angesagt. Die Wassertemperatur beträgt immerhin 24°C und macht das Schwimmen zum echten Vergnügen, zumal der Hafen zur Bucht hin weit offen und das Wasser super klar ist.

 

Donnerstag, 06.10.2011:

 

Der Wind hat über Nacht abgenommen und weht so mit 2 Bft. aus NW. Klarblauer Himmel wie gestern. Um 09:30 messen wir eine Lufttemperatur von 20,5°C, natürlich mit zunehmender Tendenz im Laufe des Tages auf wieder 30°C. Um 09:50 laufen wir aus, setzen gleich das Großsegel und fahren mit Motorunterstützung um die Landzunge herum. Nach knapp einer Stunde langt der Wind, um alle Segel zu setzen. Also Groß, Stag, Fock und Klüver. Mit raumem Wind geht es dann gemütlich mit Kurs von 120° Richtung Kap de Creus, das wir nach einer Halse gegen Mittag runden. Neuer Kurs 210°. Leider flaut der Wind kurz darauf ab auf 1 Bft., sodass wir den Motor zur Unterstützung mitlaufen lassen müssen. Fock und Klüver haben wir weggenommen und lassen nur das dichtgeholte Groß- und Stagsegel zur Stütze stehen. Um 14:00, wir haben gerade die letzte Bergecke zur Bucht von Rosas an Stb. passiert, dreht der Wind auf OSO und legt auf 3-4- Bft. zu. Also Fock und Klüver wieder gesetzt und Motor aus. Bei nun halbem Wind von Bb. laufen wir die letzten 6-7 sm bis L´Escala mit guten 5 kn. Fahrt. Der Wind frischt immer mehr auf und kurz vor dem Hafen, als wir gegen 15:15 anfangen alle Segel zu bergen, haben wir schon 4-5 Bft. Im Hafen machen wir wieder römisch/katholisch fest, d. h. vorne an Mooringleinen und hinten mit dem Heck zur Pier. Das Hafenpersonal meint wir sollten doppelte Leinen ausbringen, da es nachts Sturm aus NW geben wird. Also Thorbjoern wird doppelt und dreifach gesichert. Ich bade dann noch schell einmal bei Wassertemperaturen von 25°C. Abends sitzen wir noch lange draussen und telefonieren mit Brigitte, der es so langsam besser zu gehen scheint. Bevor wir in die Koje fallen, rollen wir noch das Bimini auf. Mann kann ja nie wissen! Etmal: 22,79 sm.   

 

Freitag, 07.10.2011:

 

Leider hatten die Spanier Recht mit ihrer Sturmprognose. Gegen 02:00 höre ich in der Koje die erste Böenwalze angerauscht kommen. Von Schwachwind in null komma nichts auf Sturm. Es knallt und schaukelt heftig, da wir ziemlich vorne an der offenen Hafeneinfahrt liegen. Aber unsere doppelt ausgebrachten Leinen (später sogar dreifach) halten die starken Drücke aus. So können wir beruhigt weiter schlafen. Morgens kommt es uns vor, als ob wir auf See sind. Thorbjoern ruckt und schaukelt ganz gut in den Leinen. Der Himmel ist bedeckt und der NNW bläst mit mit 6-7 Bft., in Böen auch wohl mal mit 8 + 9 von achtern auf uns ein. Nach dem Frühstück macht Rita sich auf den Weg zum Wäsche waschen und besorgt noch ein wenig Proviant fürs Wochenende. Ich kümmere mich unterdessen um die Homepage, da wir hier wieder kostenlosen WLan-Anschluß haben. Ansonsten kann man eh bei diesem Wind und Geschaukel den Tag nur mit Relaxen und Lesen verbringen. Leider zeigt die Wettervorhersage erst leichte Besserung am Sonntag Abend an. Doch was soll´s, da müssen wir halt durch. Ist im sicheren Hafen immerhin besser, als so ein Wetter auf See abwettern zu müssen. Hexe scheint das alles nicht so viel auszumachen. Sie frißt gut und pennt halt den Tag über.

 

Samstag, 08.10.2011:

 

Wieder war es eine sehr bewegte und unruhige Nacht. Die Böen fetzten mit max. 9 Bft. über uns hinweg, aber alle Leinen halten das gut aus. Gegen Vormittag flaut der Wind vorübergehend etwas ab, sodass wir schon Hoffnung haben, dass das Schlimmste nun vorbei ist. Am frühen Nachmittag, die Sonne hat sich auch wieder durchgesetzt, schnallen wir die Rucksäcke auf und machen uns auf den Weg zum Supermercado, um uns noch ein wenig für´s Wochenende zu verproviantieren. Dann geht es am späten Nachmittag wieder los. Der Wind frischt wieder ordentlich auf. Es ist doch noch nicht vorbei. Abends skypen wir mit den Engländern. Die Verbindung ist ganz klasse und wir können uns gute 45 Min. austauschen, bevor die Verbindung wieder schlechter wird. Dann wird Abendbrot bereitet - Cous-Cous mit Hähnchen etc. auf orientalisch. Das war vielleicht lecker! Ansonsten verbarrikadieren wir uns im Boot, d.h. nach achtern hin ist alles geschlossen, da der Wind darauf steht. Die Nacht verläuft dann wider Erwarten doch ziemlich ruhig ab.

 

Sonntag, 09.10.2011:

 

Heute haben wir etwas länger geschlafen, da auch gegen Morgen der Wind ein wenig eingeschlafen ist und Thorbjoern ruhiger liegt. Nach dem ausgiebigen Frühstück bewaffne ich mich mit dem Frischwasserschlauch und spritze das ganze Schiff ab, da es vollkommen von einer Mischung aus Staub und Salz bedeckt ist. Die Sonne scheint von klarblauen Himmel und der Wind ist auf 3-4 Bft., in Böen vielleicht mal 5 zurückgegangen. Das war es wohl mehr oder weniger. Der Sturm scheint überstanden zu sein! Für nachmittags ist Sonnenbaden angesagt. Morgen geht es dann weiter die paar Meilen nach L´Estartit. Für die ganze kommende Woche ist leichter bis mäßiger Wind um Nord angesagt und wieder Sonne pur mit schön warmen Temperaturen um Mitte 20°C. Also da kommt es wohl wieder das schöne Wetter des Mittelmeers.

 

Montag, 10.10.2011:

 

Super Wetter, klasse Temperaturen um 23°C am Vormittag, aber kaum Wind. Nur eine leichte Brise weht aus südöstlicher Richtung, also genau gegenan. Um 10:50 laufen wir unter Motor aus und setzen zur Unterstützung, damit das Boot ruhiger liegt und nicht so in der noch immer langen Dünung rollt, das Großsegel. Ist ja auch nicht weit bis L´Estartit. Der neue in Escala erstandene Blinker wird achtern an ca. 15m Leine ausgelassen in der Hoffnung ein Bonito beißt an. Leider bleibt es nur bei der Hoffnung. Kurz vor Mittag passieren wir die Isla Medas und laufen um 12:15 in den Hafen ein. An der Dieselstation machen wir erst einmal fest und bunkern 95,86 Ltr. Diesel für EUR 125,00. Hier erfahren wir auch die Liegeplatzgebühr von EUR 41,00 pro Nacht. Das ist uns zu teuer! Also Leinen los und wieder raus aus dem Hafen. Zum Strand vor dem Hafen kann man umsonst ankern. Auf 4 m Wassertiefe lassen wir um 13:00 knapp vor Ende der Badezone den Anker fallen. Ich fahre dann mit dem Beiboot wieder zurück in den Hafen, mache dort fest und bummel ein wenig durch den Ort, den ich von früher her kenne. Allerdings hat sich sehr viel zum Nachteil, wie ich finde, verändert. Aus dem netten kleinen Fischerdörfchen von früher ist ein ausgewachsener Touristenort geworden. Schade!. Auf dem Rückweg finde ich noch einen Supermarkt, der sogar noch auf hat, und besorge ein paar Kleinigkeiten für´s Abendbrot. Dann zurück an Bord und baden. Die Nacht wird etwas rollig (unruhig) und Rita kann kaum schlafen. Mir macht das ja nichts aus, ich schlafe wie ein Bär in seiner Winterhöhle.

 

Dienstag, 11.10.2011:

 

Nach dieser etwas unruhigen Nacht sind wir morgens schon etwas früher aus den Federn geklettert, eigentlich nur Rita, die ja sowieso nicht so wirklich geschlafen hat. Also werde ich mit einem fertigem Früstück geweckt. Der Wind hat auch gedreht und weiter abgeflaut, sodass wir nun wesentlich ruhiger vor Anker liegen und das Frühstück genießen können. Um 09:10 geht es Anker auf. Das Wetter ist sonnig und klar bei Temperaturen von knapp 20°C. Der Wind kommt schwach aus westl. Richtung mit ca. 5 m/s. Um 09:35 gehen dann die Segel hoch und der Motor kann sich vorerst einmal ein wenig ausruhen. Am nächsten Kap haben wir es mit einigen Windböen zu tun und ein paar Meter weiter liegen wir dann wieder in der Windabdeckung der Berge. So geht es dann mit auf und ab des Windes weiter bis gegen Mittag, als der Wind auf südl. Richtung dreht und weiter abflaut auf 2-3 m/s. Wir starten den Motor und nehmen Fock und Klüver weg. Nach 2 Std. erreichen wir die Bucht "Cala De Sant Pol", wo wir, nachdem auch die restlichen Segel geborgen wurden, um 14:00 den Anker auf 6 m Wassertiefe (41° 47,254N + 03° 02,888E) fallen lassen. Etmal: 21,33 sm. Die Sonne knallt erneut unerbärmlich von oben herab und die Temperatur ist wieder hochgeschnellt auf Ende 20°C. Wir machen das Schlauchboot klar und fahren an den weiten Strand der Bucht. Die Wassertemperatur liegt bei 23°C. Zusammen maschieren wir den ganzen Strand einmal auf und ab. Hier ist richtig noch was los. Überall liegen Spanier herum und lassen sich von der Sonne braten. Haben die eigentlich keine Arbeit oder werden die alle von der EU subventioniert?

Zurück an Bord kümmere ich mich dann so langsam um das Abendessen, das wir dann noch im Cockpit einnehmen. Die kommende Nacht verspricht ruhiger zu werden als die letzte, sodass auch Rita wieder einmal eine Mütze von Schlaf abbekommen kann.

 

Mittwoch, 12.10.2011:

 

Nach einer wirklich entspannten Nacht vor Anker in der geschützten Bucht und schwachen Winden genießen wir den Morgen in der Sonne. Schon um 10:00 sind die Temperaturen auf 23,6°C geklettert. Mit diesem Klima kann man gut umgehen. Nur der Wind fehlt und läßt auf einen Tag unter Motor schließen. Aber was soll´s, man kann ja nicht immer alles haben. Um 10:15 gehen wir Anker auf und motoren aus der Bucht. Das Groß ist zur Stütze gesetzt und in der Hoffnung, dass später doch noch etwas mehr Wind aufkommt. Zur Zeit haben wir jedoch nur WNW um 3 m/s, was bei einem westl Kurs nicht so wirklich zum Segeln reicht. Gegen Mittag flaut der Wind noch weiter ab auf 1-2 m/s und läuft zudem noch um. Also weiter unter Motor an der Küste entlang Richtung Westen. Gegen 16:00 laufen wir dann in den Hafen von Arenys de Mar ein und machen an einer Mooring fest, die uns auf vorherige Anfrage beim Hafenamt zugewiesen wurde. Etmal: 27,75 sm. Hier im Hafen soll es ein tolles Restaurant geben, dass die besten Tapas servieren soll. Wir freuen uns schon sehr darauf, obwohl das Liegegeld hier schon etwas unverschämt ist mit EUR 34,22 pro Nacht. Der Restaurantbesuch ist für 20:00 vorgesehen. Gegen 18:00 sehen wir, dass beim Restaurant alle Stühle weggeräumt werden. Nachfragen ergeben, dass heute der "Columbus Day" gefeiert wird und daher alle Restaurants um 18:00 schließen. Scheiße! Das war es mit unserem geplanten Tapasabend. Aus Verzweiflung und natürlich, um nicht zu verhungern, muss ich den Tapasabend mit Bordmitteln retten, was natürlich auch mehr oder weniger gelingt. So kann sich zwar Rita verwöhnen lassen, ich aber muss ran. Na ja, ein Gutes hat es am Ende doch noch, wir haben sicherlich eine Menge Kohle gespart! 

 

Donnerstag, 13.10.2011:

 

Da wir gestern ja so viel Geld gespart haben, gönnen wir uns nach dem Frühstück einen Ausflug in das Zentrum des Ortes. Es ist wieder schön und sonnig, als wir mit unseren Rucksäcken bestückt loseiern. Nach einem 10 minütigem Fußmarsch haben wir auch schon die Haupt- und Einkaufsmeile des Ortes erreicht. Als erstes sichten wir einen Telefonshop von Orange und besorgen uns eine Simkarte für´s Handy. Unsere spanische Nr. ist nun: 0034 6155 18482 !!!

Danach kommt erstmal eine Tüte frisches Speiseeis. Schleckernd bummeln wir weiter und machen auch gleich einen Mercado (Marthalle) ausfindig, wo man frischen Fisch, Gemüse, Käse, Fleisch und sonst noch allerlei erstehen kann. Da lacht das Herz und die Panne vom Vorabend ist schnell Schnee von gestern. Wir erstehen unter vielen anderen Dingen einen "Llampuga" (das ist Catalan und leider nicht zu übersetzen). Dieser Fisch (siehe auch Bildgalerie) wurde uns wärmstens empfohlen und dann natürlich auch mitgenommen, nachdem er vom Verkäufer fachmännisch filitiert worden ist. Geschmacklich soll das Fleisch so zwischen Thun und Dorade liegen. Man soll ihn räuchern als auch braten oder grillen können. Mal sehen, was wir daraus machen können. Zurück an Bord wird alles erstmal verstaut. Mittlerweile hat es sich etwas bewölkt bei einer Temperatur von immerhin noch 27,3°C. Wind lediglich um 2 m/s aus SE. Um 13:15 laufen wir aus und setzen alle Segel, sodass sich der Yanni um 13:45 zur Ruhe begeben kann. 2 Std. lassen wir uns nun mehr oder weniger treiben, bevor wir um 15:45 die Segel bergen und den Motor erneut starten, damit wir heute noch irgendwo ankommen. Gegen 17:00 laufen wir in die Marina Port Premia ein und machen an dem uns zugewiesen Platz fest. Etmal: 11,18 sm.

Abends wird dann die eine Hälfte des Llampugas geräuchert. Lecker! Dazu gibt es grünen Salat und das übliche Baguette mit Knobicreme. So lassen wir den Abend bei milden Temperaturen im Cockpit ausklingen. Uns kann es schon so richtig gut gehen!

 

Freitag, 14.10.2011:

 

Da das Wetter wieder so super ist, kaum ein Windhauch zu spüren und das Hafengeld mit EUR 23,72 durchaus akzeptabel ist, beschließen wir heute einen Hafentag einzulegen. Rita nutzt diesen wieder für eine ihrer längeren Wanderungen, während ich mich mit der Hängematte begnüge und zwischendurch mit dem Dingi zum Strand fahre, um zu baden. Abends gibt es dann Teil II des Llampugas, diesmal in der Pfanne gebraten. Ist fast noch leckerer, als geräuchert!  

 

Samstag, 15.10.2011:

 

Heute wird Vivian, "unsere" Enkelin, Tochter von Rita´s Sohn Philipp und seiner Verlobten Maritza in Equador getauft. Rita schickt eine Glückwunsch SMS nach Equador. Bei einem Luftdruck von 1.025 hp ist der Himmel zu ca. 50% bedeckt bei Temp. von 24-25°C. Um 11:50 laufen wir aus bei Wind aus ENE 4-5 m/s. Um 12:15 sind alle Segel gesetzt und der Motor kann abgeschaltet werden. Eigentlich sollten wir einen Kurs von 225° steuern, können allerdings aufgrund Strömungversatz nur echte 200° über Grund steuern. Um 14:20 müssen wir daher wieder den Motor zur Unterstützung heranziehen und nehmen Stag, Fock und Klüver weg. Vor Barcelona hat sich eine starke, hohe und lange Dünung aufgebaut (ca. 2-3 m hoch), die unangenehm von backbord raum anrollt und aufgrund des doch recht flauen Windes das Boot zum Rollen bringt. Wir sind froh, als wir eine Stunde später in den Vorhafen von Barcelona einlaufen können und das Geschaukel endlich aufhört. Großsegel runter, Hafenamt über UKW anrufen und nach einem Liegeplatz fragen. Festmachen und aus. Etmal: 14,36 sm. Abends Tapabar suchen und leckere Sachen genießen und sich verwöhnen lassen.

 

Sonntag/Montag, 16.+17.2011 - Hafentage in Barcelona - Port Vell:

 

Port Vell in Barcelona liegt mitten in der Stadt und hier gibt es ordentlich was zu sehen. Sonntag machen wir uns zu Fuß auf den Weg und erkunden die Stadt. In Barcelaona wechselt ein Highlight zum nächsten: Sagrada Familia, Triumpfbogen, Denkmal von Columbus, Historisches Museum, La Rambla, Papageien in den Palmen auf der Promenade und diverse Künstler, die Musik machen etc. Da Wochenende ist, ist natürlich auch viel los auf den Straßen, zumal auch das Wetter super ist.  

Montag wandern wir zum Hafen Olympia in der Hoffnung dort einen Winterplatz zu ergattern, da in Port Vell keine Buchungen, wegen Hafenumbaus, mehr angenommen werden. Aber leider ohne Erfolg. Man müßte sich auf eine Warteliste setzen lassen. Also sind weitere Recherchen übers Internet erforderlich. Herwin hat heute Geburtstag und bekommt eine SMS nach Portugal, wo er seinen besonderen Tag feiert.

 

Dienstag, 18.10.2011:

 

Sonnig bzw. heiter bei 22°C morgens mit steigender Tendenz. Gegen 11:15 laufen wir aus und verlassen Barcelona, sehr zum Bedauern von Rita. Aber wir haben ja keine Chance hier zu überwintern und müssen halt weitersuchen. Anfänglich haben wir WSW 5-9 m/s und versuchen, ob wir die Höhe halten können, um um die Ecke bei Barcelona zu kommen. Der Stromversatz nach Backbord ist aber beträchtlich, sodass wir, nachdem wir schon auf der Barcelona Reede angekommen und über Stag gegangen sind, aufgeben und die Segel streichen. Also muss der Yanni wieder ran! Autopilot an, Kurs eingestellt und weiter geht es den direkten Weg nach Port Ginesta, unserem nächsten Ziel. Dort sind wir dann um 17:00 fest auf Platz 4121, der uns vom Hafenamt zugeteilt worden ist. Etmal: 19,91 sm, das meiste unter Motor!  

 

Mittwoch, Donnerstag + Freitag, 19. - 21.10.2011:

 

Die Tage werden hauptsächlich damit verbracht Recherchen über einen möglichen Überwinterungsort einzuholen von Port Ginesta bis hin nach Valencia. Nebenbei erkundet Rita die Umgebung, um sich so einen Überblick zu verschaffen und sich die Entscheidung leichter zu machen, wo wir denn nun bleiben wollen. Am 19.+ 20. ist das Wetter noch recht freundlich und gegen Mittag kämpft sich immer wieder die Sonne durch, sodass ich auch einmal ein Nickerchen in der Hängematte abhalten kann, während Rita auf Tour ist. Port Ginesta bietet einen fast unschlagbaren Tarif zur Überwinterung an, aber Rita will noch einige Sachen erkunden und kann sich nicht so wirklich entscheiden. Recherchen über Preise in den Häfen bis nach Denia zeigen, dass Ginesta unschlagbar ist, nur Valencia käme noch in Frage. Dort soll es aber zu laut und turbulent sein, um sich dort vielleicht 6 Monate wohl fühlen zu können. Wir verhandeln täglich mit den Damen im Hafenbüro über Rabatte. Dann am Freitag seht der Endpreis und die Entscheidung ist gefallen. Wir unterzeichnen einen 6 Monatsvertrag bis zum 18.04.2012, bezahlen und...bleiben hier!

 

Vorteile: ruhiger, angenehmer Hafen mit ganz vielen Serviceangeboten, wie Schiffszubehör, Mechaniker, Tankstelle, kleiner Lebensmittelladen, Restaurants, Strandnähe (km-lang), gute Flug- und Verkehrsanbindungen, wie z.B. nach Barcelona und natürlich nicht zu vergessen der unschlagbare Monatstarif.

 

Nachteile: Hafen vielleicht doch zu ruhig, bei größeren Besorgungen muss man mit dem Rad oder Bus in den nächsten Ort Castelldefels (ca. 4 km) fahren, denn erst dort gibt es einen größeren Supermarkt, Fischladen etc.   

 

Unsere Postanschrift ab 21.10.2011 bis 18.04.2012:

 

Port Ginesta

c/o Rita Krause & Wolfgang Schael

Sailing boat " THORBJOERN"



Apartat de correus, 229

08860 Castelldefels

Espania

 

Jetzt trinken wir erst einmal in Gedanken mit allen Freunden und Bekannten ein Glas Prossecco auf die erfolgreiche Reise im Jahr 2011 und freuen uns auf Besuch und den kommenden Reiseabschnitt im Jahre 2012.