Montag, d. 01.10.:

Wieder heiß, heiß, heiß. Nochmals Hafentag in Galaxidhi mit Essen gehen am Abend in der gleichen Taverne wie zuvor. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.

 

Dienstag, d. 02.10.:

Leicht diesig, sonnig, aber nicht ganz so heiß, wie die Tage zuvor. Um 10:00 messen wir 24°C mit steigender Tendenz. Es weht nur ein laues Lüftchen aus NW. Um 09:30 legen wir ab mit Ziel Kiato auf der anderen Seite des Golfes. Hauptkurs: 140°. Um 14:45 sind wir dann in Kiato fest. Hier bleiben wir nun liegen, bis die Kinder am Freitag nachmittag per Bahn vom Flughafen Athen eintreffen. Die kommenden beiden Tage verbringen wir mit Vorbereitungen für den Besuch und  Einkäufen. Hier gibt es endlich mal wieder große Supermärkte, wie Lidle usw. mit einer tollen Auswahl, sodass wir mal wieder richtig die Backskisten auffüllen können.

 

Freitag, d. 05.10.:

Der lang ersehnte Tag ist endlich da! All is well prepared! Nachmittags geht Rita dann zum Bahnhof, um die Kinder abzuholen. Mann, wird das eine Überraschung für Gem sein, wenn sie Rita am Bahnhof sieht. Sie weiß nämlich nicht wo es hingeht zum 2. Hochzeitstag. Fabian hat alles heimlich und alleine organisiert. Dann sind sie endlich da. Die Freude ist groß, besonders bei Gem, die es immer noch nicht glauben kann, dass wir schon in Griechenland sind. Wir hatten ihr immer vorgemogelt wir seinen noch in Italien, um Fabian zu unterstützen und keinen Verdacht aufkommen zu lassen, als sie in den Flieger nach Athen einstiegen. Bevor wir zum offiziellen Teil des Tages übergehen telefonieren wir noch kurz mit Mandy und Steve, spazieren dann das kurze Stück zum Strand, um ein Bad zu nehmen bei einer Wassertemperatur von 27°. Einfach wundervoll! Dann gibt es erstmal zur Begrüßung ein Glas "Cava" und ein wenig griechische Vorspeisen und Lammkottelets. Wir haben uns viel zu erzählen, bevor wir dann alle todmüde in die Kojen fallen.

 

Samstag, 06.10.:

Wir alle genießen das schöne und warme Wetter, besonders die Kinder können es gar nicht so wirklich fassen, dass sie nun hier sind. Nach dem ausgiebigen Frühstück legen wir mittags ab mit Ziel Hafen von Korinth. Leider ist es erneut schwachwindig. Doch gelingt es uns etwas über 2 Std. zu segeln, bis wir nach 10,61 sm im Hafen von Korinth festmachen. Abends kommt dann leider Wind auf, sodass wir den Liegeplatz wechseln wollen, was aber nicht geht, da der Anker sich in irgendwas auf dem Grund verhakt hat. Ein Grieche, der unser Manöver beobachtet hat, bietet für den nächsten Morgen kostenlose Tauchhilfe an. Tja, so hilfsbereit können die Griechen sein. So machen wir uns gegen 20:30 auf den Weg in die Stadt, um zu Abend zu essen. Danach gibt es noch in einem Cafe Eis, Kaffee und Ouzo. Ein sehr schöner Abend, den wir alle sehr genossen haben. Rein zufällig haben sich 2 Ouzogläser nicht von uns trennen können und sind an Bord von Thorbjoern gelandet. Ziemlich praktische Angelegenheit, da genau diese noch im Bordbestand fehlten!

 

Sonntag, d. 07.10. - 2. Hochzeitstag von Gem & Fab:

Luft: 26,5°C, Wasser: 27°C, sonnig, Wind: 3 - 4 m/s aus WNW. Das Wetter ist also entsprechend dem heutigen Ereignis, das es zu feiern gibt. Was für eine Ehre für uns, dass die Kinder an diesem Tag nicht den weiten Weg gescheut und zu uns gekommen sind. Einfach toll!!!

Kurz nach 09:00 kommt der nette Grieche, namens Aris, und klariert innerhalb kürzester Zeit unseren Anker. Danach gibt es ein "Sekt"-Frühstück zur Feier des Tages. Gegen Mittag laufen wir dann aus und motoren das kurze Stück zum Eingang des Kanals von Korinth. Nach kurzer Wartezeit können wir in den 3 sm langen und wohl teuersten Kanal der Welt einlaufen. Es ist schon ein tolles Erlebnis den schmalen, beidseits mit steilen hohen Bergwänden eingerahmten Kanal zu passieren. Nach Bezahlung der Gebühren am Kanalende, entschließen wir uns noch 17 sm weiter nach Pachi bei Megara zu fahren. Von dort können Gem & Fab dann am Montag abend mit dem Zug oder Taxi zum Flughafen nach Athen fahren. Um 17:00 haben wir das Tagesziel erreicht(Etmal 22,71 sm) und machen an der Aussenmole des Hafens fest. Nun ist erst einmal ein Sprung in die Fluten zur Abkühlung angesagt. Abends gibt es dann gegrilltes Schweinefilet, griechische Fleischspieße, gebratene, eingelegte Zucchini, frische gebratene Spaltenkartoffeln und griechischen Salat mit Feta. Später spielen wir noch alle ´ne Runde Karten und müssen uns 2 Mal von Fabian schlagen lassen. 

 

Montag, d. 08.10.:

Leider, leider ist heute der Abreisetag der beiden. Trotzdem genießen wir noch den schönen Tag mit baden, Eis essen und erzählen, bevor es dann um 18:00 zum bestellten Taxi geht. Der Abschied fällt uns allen sehr schwer! Aber es wird wohl nicht allzu lange mehr dauern, bis wir uns im Dezember-zu Weihnachten-möglicherweise für 14 Tage in der Türkei alle wiedersehen. Unser Favorit ist zur Zeit der Yachthafen von Marmaris in der Türkei. Rita und ich drehen traurig noch eine kleine Runde, bevor wir zurück zum Boot gehen. Kommt uns hier alles so leer vor. 

 

Dienstag, d. 09.10.:

Heute ist es mal etwas bewölkt bei nur 24°C. Der Luftdruck ist auch auf 1.018 hp gefallen. Haben uns die Kinder womöglich das gute Wetter geklaut? Um 09:55 legen wir ab und setzen gleich alle Segel. Wind: NE um 5 m/s. Nach Erreichen der Südwestecke der Insel Salamis dreht der Wind auf E, sodass wir nur noch nach Süden laufen können. Wir entschließen uns daher für heute zur Insel Aigina zu segeln und dort in den Inselhafen auf der Nordwestseite zu gehen. Den Kurs können wir locker halten und machen auch noch ganz gute Fahrt von 3 - 4 kn. Um 13:25 stehen wir kurz vor dem Hafen, starten den Motor und nehmen die Segel weg. Um 13:45 sind wir fest an der Pier unter Buganker. Manöver klappte richtig gut! Etmal 14,9 sm, diesmal aber nur gesegelt!!! Der Hafen gefällt uns mit seinem bunten Treiben. Nur die vielen Fähren machen oft Schwell im Hafen, sodass es teils recht unruhig ist. Über Nacht allerdings ist der Fährbetrieb eingestellt und es herrscht Ruhe. Da der Wetterbericht schlechteres Wetter für den morgigen Tag vorhersagt, werden wir wohl einen Tag hier verbleiben oder vielleicht auch 2, mal sehen.

 

Mittwoch, d. 10.10. und Donnerstag, d. 11.10. - Hafentage!

Mittwoch ist wirklich ein wenig Schietwetter mit ab und zu Regen. Gleich nach dem Frühstück, es ist noch trocken, machen wir ein paar Besorgungen, danach bringe ich die Homepage auf den aktuellen Stand. Das Zusammenstellen der Bilder und Hochladen dauert den ganzen Nachmittag. Am Donnerstag geht es dann weiter mit dem Logbuch. Zwischenzeitlich ist das Wetter wieder OK. Die Sonne scheint und die Temperatur steigt wieder auf 26°C am Nachmittag. Heute abend wollen wir mal wieder frischen Fisch räuchern: Makrele, Bonito, Seabrass. Mal schauen, was da so bei rumkommt.

 

Freitag, d. 12.10.:

Der warm geräucherte Fisch war mal wieder echt super lecker. Allerdings blieben noch Reste übrig, dir wir später noch einmal wieder aufwärmen können. Wir können jedem nur empfehlen sich auch so einen Tischräucherofen zuzulegen, der gar nicht teuer ist. Hier einen Link, wo man die Dinger bestellen kann: http://www.raeucherofen-versand.com/index.php?cat=KAT01&product=P000001.

Mit entsprechenden Räuchertipps stehen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Heute hat sich das warme Wetter wieder durchgesetzt. Schon um 10:00 zeigt das Thermometer 29°C an. Um 11:00 gehen wir "Anker auf" und verlassen unter Motor den Hafen. Kurz nach 12:00 können wir dann die Segel setzen und bei südl. Wind um 5 m/s, später recht drehend und zunehmend auf 5-7, zur Nordseite der Insel Patroklou, die etwas südl. von Cap Sounion liegt, segeln. Hier am Cap (südl. östl. Ecke der Athener Halbinsel) liegt auch hoch oben der berühmte Sonnentempel, von dem man aus ganz toll den Sonnenuntergang beobachten kann. Leider besteht der Ankergrund in der Bucht unterhalb des Tempels aus Felsplatten, so dass der Anker schlecht hält und wir uns somit für die Nordseite der vorgelagerten Insel Patroklou als Ankerplatz entscheiden. Um 17:20 lassen wir dort in ruhigem Wasser den Anker auf Pos. 37° 39,27`N / 23° 57,24`E auf 4,5 m Wassertiefe fallen. Etmal: 30,01 sm, fast alles heute mal gesegelt. Die friedliche und schöne Abendstimmung genießen wir im Cockpit.

 

Samstag, d. 13.10.:

Nach einer ruhigen Nacht am Anker gibt sich der heutige Tag wieder schön und sonnig heiter. Das Wasser in der Bucht ist kristallklar und man kann jeden einzelnen Fisch und Seegrashalm von oben sehen. Um 10:45 holen wir den Anker ein und müssen leider erst einmal wieder motoren, da so gut wie kein Lüftchen weht. Aber was soll´s, wir probieren dann eben mal unser neues Schleppgeschirr aus, welches wir in Aigina erstanden haben. Und man glaubt es kaum - nach kurzer Zeit ein Biss - und ein leckerer Bonito verläßt sein Element, um zu uns an Bord zu klettern und unseren Speiseplan aufzufrischen. Kurz darauf beißt noch ein zweiter. Auch der landet an Bord zum baldigen Verzehr. Das sind unsere ersten Fische, die wir nach über einem Jahr im Mittelmeer mit der Schleppangel gefangen haben. Dieses neue Geschirr ist also doch keine Spielerei. Siehe Skizze, die wir beim Angelladen mitbekommen haben. 

Ist das nicht witzig? Doch der Erfolg gibt uns recht, denn dieses Geschirr ist auf die verschiedenen Tunfische ausgerichtet und verspricht guten Erfolg!

Um kurz nach 15:00 lassen wir in der geschützten Nordbucht von Kea vor malerischer Kulisse den Anker fallen. Allerdings benötigen wir mehrere Ankermanöver, bis schließlich der Bügelanker auf einer Steinfläche ausreichend halt findet. Der Meeresboden scheint auch hier von sehr fester und harter Beschaffenheit zu sein, sodass die Anker sich kaum eingraben können. Den Rest des Tages verbringen wir mit Fische putzen, filitieren und baden.

Ankerpos. 37° 40,35`N / 24° 21,04`E - Etmal: 20,66 sm

 

Sonntag, d. 14.10.:

Leicht bewölkt bis heiter bei 27°C um 11:00. Um 10:50 holen wir den Anker hoch und motoren aus der Bucht. Reiseziel ist für heute die Insel Syros, auf deren Nordseite der gleichnamige Hafen liegt. Gegen Mittag kommt Wind aus SW auf (6-10 m/s), sodass wir Segel setzen können. Wir laufen 5-6 Kn und kommen gut voran bis kurz vor den Hafen, wo wir dann unter Motor gegen 17:00 einlaufen. Das ist ein großer Industriehafen mit kleinem Yachthafen auf der Südseite, der aber noch nicht fertig gestellt ist und schon wieder zu verfallen droht, wie wir es schon öfter in Griechenland erlebt haben. Es gibt hier weder Strom noch Wasser, aber wenigstens liegen wir geschützt und ruhig über Nacht. Wir können sogar längsseits am Steg festmachen, was ja auch selten ist im Mittelmeerraum. Heute abend gibt es dann gebratene Bonitofilets mit frischem Gurkensalat und Spaltenkartoffeln mit Rosmarin. Lecker!!!

Etmal: 36,21 sm.

 

Montag, d. 15.10.:

Sonnig, heiter, aber Wind aus der falschen Richtung. Wir haben nämlich nach dem Frühstück beschlossen nach Paros zu laufen, da in Kürze mit viel Wind in der Gegend für mehrere Tage zu rechnen ist. Auf Paros kann man es dann ein paar Tage gut aushalten, während der Wind sich in Ruhe verausgaben kann. Also motoren wir die gesamte Strecke von 24,50 sm nach Naoussa im Norden von Paros, wo wir um 16:45 festmachen. Hier in Naoussa habe ich vor 11 Jahren schon einmal im Herbst Urlaub gemacht. Allerdings hat sich doch einiges in dieser Zeit verändert. Der Hafenmeister "Yannis" ist sehr nett und macht uns einen Sonderpreis von EUR 10,00 / Nacht, Wasser und Strom inklusive. Was für ein Luxus. Abends drehen wir noch eine Runde in der kleinen Altstadt. Wirklich ein nettes Örtchen. Ich erkenne vieles wieder.

 

Dienstag, d. 16.10.:

Hafentag in Naoussa! Herrlich warm, leichte Brise aus SW. Morgens trödeln wir ein bißchen rum, ich spüle das Boot mit Frischwasser ab und Rita deckt die Segel ab. Nachmittags bummeln wir im Ort herum und ich zeige Rita die Pension "IRENA", wo ich vor 11 Jahren gewohnt habe. Abends gehen wir dann am alten Fischereihafen essen. Rita nimmt die Spezialität von Naoussa "Sonnen getrocknete" über Holzkohle gegrillte Makrele und ich entscheide mich für den gegrillten Oktupussi. Einfach delikat!!! Das nachfolgende Foto entstammt einer Postkarte und zeigt das Restaurant am Fischereihafen, in dem wir sooo... lecker gespeist haben. 

Mittwoch, d. 17.10.:

Tja, das war wirklich lecker. Ich habe immer noch diesen tollen Geschmack des gegrillten Oktupus auf der Zunge. Nachdem wir uns den Wetterbericht und die Windvorhersage für die kommenden Tage zu Gemüte geführt haben, entschließen wir uns heute noch in den Haupthafen der Insel nach Paroikia zu verholen. Das sind nur ein paar Meilen und so legen wir um 11:00 ab und verlassen diesen reizenden Ort. Segeln ist nicht drin, da wieder kaum ein Lüftchen weht. Ist das die Ruhe vor dem angesagten Starkwind? Aus der Bucht heraus kommt die Schleppangel wieder zum Einsatz. Aber es will nicht so recht ein Fischlein beißen. Kurz vor Paroikia will ich gerade die Angel einholen, da ein Biß. Wieder ein Bonito, der dann anschließend zu Filets verarbeitet wird. Auch Hexe freut sich jedes Mal darüber, da sie natürlich auch mit frischem Fisch versorgt wird. Um 13:30 sind wir dann im Hafen fest. Haben Glück gehabt, denn es war nur noch ein einziger Platz im Fischereihafen frei. Und der war für uns. Etmal 10,23 sm. Supermarkt direkt gegenüber vom Hafen. auch eine Wäscherei gibt es hier. Da werden wir wohl Morgen unsere Handtücher und Bettwäsche reinigen lassen. Ansonsten verspricht der Ort einiges an Sehenswürdigkeiten und Abwechslung. Die kommenden 4-5 Tage werden wir hier verweilen und uns alles ansehen. Anfang der Woche soll der Wind abnehmen, sodass wir weiter Richtung Osten kommen. Bis Marmaris in der Türkei sind es noch knapp 200 sm. Aber wir haben ja auch noch bis Mitte November Zeit. Es eilt also alles nicht so.

Donnerstag, d. 18.10. – inkl. Montag, d. 22.10. – Hafentage in Paroikia auf Paros:

Der Entschluss gestern hier in den Haupthafen zu verholen  war schon in Ordnung, da der Liegeplatz hier besser gegen Starkwind geschützt ist,  als in Naoussa. Außerdem kann man hier etwas mehr unternehmen und hat somit  mehr Abwechslung. Schon in der vergangenen Nacht hat der Wind ganz gut zugelegt  (4, in Böen 6/7 Bft.), aber es ist wenigstens sonnig. Nach dem Frühstück machen  wir uns auf in die Altstadt. Hier gibt es viel zu sehen, obwohl einige  Geschäfte schon geschlossen haben, da die Saison zu Ende geht. Das Städtchen hat Flair und gefällt uns sehr. Ein nettes gemütliches Cafe läd geradezu zum Verweilen in der Sonne und zu einer Erfrischung ein. Nachmittags bringt Rita noch einen Sack mit Wäsche in die nahe gelegene Wäscherei. Abends gibt es dann vom selbst gefangenen Bonito, frisch gebratenes Filet an grünem Salat mit Granatäpfel- und Sonnenblumenkernen. Dazu wird ein frischer Sesamring vom besten Bäcker im Ort gereicht. Einfach lecker das Dinner!

Am Freitag ist es immer noch sehr windig, aber auch sonnig. Schon vor dem Frühstück kommt der Tankwagen auf die Pier und wir nutzen die Gelegenheit, um unsere Tanks mit Diesel nachzufüllen. Dann wird erst einmal gefrühstückt. Ansonsten steht der Tag zur freien Verfügung der Besatzung. Am Samstag pustet es noch mehr, als an den Tagen zuvor. Wir sind froh hier so geschützt im Hafen liegen zu können. Den Tag verbringen wir mit Bummeln im Ort und ein paar Besorgungen. In der Nacht zum Sonntag hat der Wind nochmals eine Stufe zugelegt und wir verbringen eine etwas unruhige Nacht. Die Gischt weht nun schon über die Kaimauer achtern auf das
Boot. Die Sonne lässt sich nur noch ab und zu blicken. Es ist durchwachsen und kühl mit knapp über 20°C. Da bietet sich ein „Lesetag“ im Salon an. Auch der Montag zeigt kaum Veränderungen, nur der Wind hat nachgelassen. Da wir morgen früh rechtzeitig weiter nach Osten wollen, versorgen wir uns noch mit dem Nötigsten Proviant, damit wir die kommenden Tage nicht verhungern! Wasser können wir auch noch bunkern, da ein älterer Herr einen Schlüssel für die Anlage hat. Wir geben ihm dafür 5 EUR und er ist überglücklich. Für ihn fängt die Woche wohl gut an!

 

Dienstag, d. 23.10.:

16°C morgens um 08:00, da hätten wir auch im Norden bleiben können. Ist ja kaum auszuhalten! Ferner ist es grau in grau, so dass auch mit Schauern zu rechnen ist. Also ab ins Ölzeug und warme Seestiefel an die Füße! Um 08:10 legen wir ab und setzen draußen um 08:50 die Segel. Der Wind gibt sich mit so um 5 m/s (3 Bft.) aus NNW moderat, allerdings steht noch eine alte Dünung. Leider verpasse ich die Durchfahrt zwischen der Haupt- und ein paar kleineren Nebeninseln, sodass wir unfreiwillig eine Sightseeingtour veranstalten, die uns einen Umweg von über 10 sm beschert. Es ist einfach noch zu früh für mich!!! Unterwegs gibt es immer wieder ordentliche Regenschauer mit starker Sichtverminderung. Gegen 14:00 dann wieder so ein starker Schauer, dabei schläft der Wind ganz ein. Es gießt wir aus Eimern oder, wie der Engländer zu sagen pflegt „it´s pissing cat & dogs“. Also Segel bergen und weiter unter Motor. Gegen 16:30 haben wir dann die Südküste von Naxos erreicht und machen in einer kleinen Bucht im Hafen von Kalanto (Pos. 36° 56,06´N / 25° 28,28´E) fest. Mittlerweile ist das Wetter besser geworden und die Sonne wieder da und somit auch die Temperaturen wieder über die 20° - Marke geklettert. Als erstes heißt es – raus aus den dicken Klamotten und kurze Hose und T-Shirt an.
Die Bucht von Kalanto ist ein sehr ruhiger Ort, fast einsam zu nennen. Nur sehr wenige Häuschen stehen hier, aber von allen Seiten hört man die Glocken der Schafe und Ziegen seltsame Melodien bimmeln. Sehr romantisch das Ganze. Gegen eine Gebühr von 5 EUR gibt es sogar Strom. So lässt es sich aushalten und wir lassen den Abend im Cockpit bei einem Glas Rotwein und dem Glockengeläut ausklingen. Tagesetmal: 37,65 sm.

 

Mittwoch, d. 24.10.:

Um 06:30 steht Rita schon auf und macht Frühstück, da wir wieder rechtzeitig los wollen. Es ist grau in grau und dicke Wolken hängen am Himmel. Ab und zu fallen noch einmal ein paar Regentropfen. Temperatur 22°C, gefühlt allerdings bedeutend weniger! Um 08:15 legen wir ab bei Schwachwind aus NNW. Leider bleibt es Wind mäßig auch so, so dass wir den ganzen Tag unter Motor fahren müssen. Allerdings können wir die Schleppangel wieder aktivieren und fangen dann auch um 11:50 unseren 1. Thunfisch, der 48 cm lang und 1,9 kg schwer ist. Man das ist schon super!!! Um 17:45 fällt dann gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang der Anker in der Bucht „Porto Vathy“ auf der Insel Astypalaia vor einem schönen Sandstrand auf Pos. 36° 37,18´N / 26° 23,87´E. Etmal: 50,46 sm. Und wieder empfängt uns das vertraute Geläut von Ziegen und Schafen, das fast schon einen meditativen Charakter hat.

 

Donnerstag, d. 25.10.:
Um 08:00 ist es noch bewölkt bei 19,2°C. Der Luftdruck ist leicht gefallen auf 1.017 hp. Um kurz vor 08:00 gehen wir Anker auf und verlassen die nette Bucht unter Motor. Draußen kommt der Wind aus Nord mit 5 m/s, sodass wir Segel setzen können. Was für eine Ruhe im Boot! Um 08:30 kommt dann auch die Sonne durch und es wird wärmer. Gegen 10:30 wechseln wir das Stagsegel gegen den Fisherman aus und laufen dadurch schneller. Unser heutiges Tagesziel soll die Bucht Andreas auf der Insel Tilos sein. Gegen 16:30 hat der Wind so weit links herum gedreht, sodass er nun genau von achtern einfällt. Das Groß deckt somit die anderen Segel ab und unser Speed geht so weit herunter, dass wir befürchten unser Tagesziel nicht mehr im Hellen zu erreichen. Wir beschließen unter Motor den Rest der Strecke zu fahren und nehmen die Segel weg. Gerade noch im letzten Büchsenlicht erreichen wir die Bucht auf Tilos und lassen um 18:45 den Anker auf Pos. 36° 25,83´N / 27° 21,63´E auf 3,8 m Wassertiefe fallen. Etmal: 53,96 sm. Puh, das war knapp, 10 Minuten später ist
es stockfinster.

 

Freitag, d. 26.10.:

Um 08:00 starten wir den Motor und holen den Anker hoch. Die  Sonne scheint bei 20°C und es scheint ein schöner Tag zu werden. Ist doch ganz angenehm im Mittelmeer im Vergleich zum Norden! Nachdem wir um die Südküste von Tilos rum sind, haben wir eine schwache Brise aus W, so 3 m/s und entschließen uns um 10:00 zu segeln. Also Groß, Fisherman, Fock und Klüver hoch und auf Kurs 83°, Richtung Osten also. Allerdings schläft der Wind nach einer guten Stunde wieder ein, sodass wir um 11:00 alles wieder runter nehmen müssen und den Yanni die Arbeit machen lassen. Kurz vor dem Hafen von Rhodos laufen wir dann auch noch auf Grund, können uns aber ohne Schaden, da Sandgrund, hoffe ich, wieder selbst befreien. Dann sind wir auch schon im Hafen und bekommen den letzten Platz vor Buganker an der Außenpier zugewiesen. Um 17:45 sind wir dann nach 46,34 sm fest. Der Schreck sitzt uns immer noch in den Knochen. Gut, dass THORBJOERN ein Langkieler ist! Jetzt ist erst einmal ein Bierchen fällig!

 

Samstag, d. 27.10.:

Nach dem Frühstück packen wir den Rucksack und wollen erst einmal zum Hafenmeister, um zu sehen, ob wir den Platz für ein paar Tage behalten können. Es ist strahlender Sonnenschein, mal ganz so ohne Wolken. In den kommenden Tagen soll ein Starkwindband mit Wind aus SE über Rhodos und Umgebung eintreffen. Der Hafenmeister kann uns jedoch noch nichts Genaues versprechen und meint in 1 Std. könne er mehr sagen. Also machen wir schnell ein paar Besorgungen und gehen dann zurück an Bord. Dort trinken wir ein Gläschen Sekt. Dann heißt es – ihr könnt hier bleiben. Wunderbar!! Doch unser Bootsnachbar klärt uns kurz danach darüber auf, das dieser Platz hier bei Starkwind aus SE total beschissen ist und hier ordentlich Schwell um die Ecke kommt. So entscheiden wir uns kurzfristig Rhodos doch noch zu verlassen und die 20 sm zu einer total geschützten Bucht auf der Insel Symi zu fahren und dort die  angekündigten „Starkwind – Tage“ zu verbringen. Also holen wir um 14:15 den Anker hoch und machen uns auf den Weg zurück nach Symi. Ein kurzer Segelversuch zeigt, dass wir bei dem schwachen Wind von achtern, trotz Blister, zu langsam sind, um Symi noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Also nach ´ner
guten Std. um 15:30 Segel wieder runter und weiter unter Motor. Kurz darauf sehen wir 2 Delphine, die um unseren Bug spielen. Das ist immer wieder ein schöner Anblick. Um 18:45 sind wir dann bei Dämmerlicht fest am Kai von Panormitis auf der Insel Symi nach 22,76 sm fest. Hier liegen wir gut geschützt und der Wind kann kommen!

 

Sonntag, d. 28.10. + Montag, d. 29.10. – Hafentage in Panormitis:

Bewölkt, kühl mit hier und da mal etwas Sonne. Der Wind ist auch da, wie angekündigt, die Bucht zeigt sich aber gut geschützt, von einigen starken kurzen Fallböen abgesehen. Es ist schön hier in der Bucht. Ein altes Kloster bildet den Kern. Es gibt einen Bäcker und ein kleines Lebensmittelgeschäft, was will man mehr? Abends und morgens wird die Messe vom Popen über Lautsprecher „gesungen“, schon nett, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig! Es drängt sich der Eindruck auf, als ob die hier versuchen wollen auch noch uns Nordmänner zu bekehren. Am Sonntag Abend gehen wir essen. Ist aber, wenn man den Wein mal außer Acht lässt, nicht besonders gewesen. Morgen wird wieder selbst gekocht. Nach dem Essen werden wir noch von Anja und Sönke, die vor uns liegen zu einem Bier auf deren Boot eingeladen. Ein netter Abend trotz des schlechten Essens! Den Montag verbleiben wir dann noch am Kai, während Sönke & Anja weiter segeln. Zum Abschied schenken uns die beiden noch ein „aufgefischten“ Fender und überlassen uns 2 Paletten Dosenbier, da sie zuviel davon haben. Danke „Hello Dolly“. Rita macht einen längeren Spaziergang und ich räume meine Angelkiste auf. Abends kochen wir wieder selber ein griechisches Gericht aus unserem neuen Kochbuch. Lecker!!! Und günstiger!!!

 

Dienstag, d. 30.10.:

Um 10:00 haben 23° C, der Wind hat nachgelassen und es ist heiter. Nach dem Frühstück besuchen wir noch kurz das Kloster, kaufen beim Bäcker ein frisches Brot und legen dann 10:15 ab, um die kurze Strecke auf die andere Seite der Insel in den Haupthafen vom Symi zu fahren. Trotz Schwachwind versuchen wir zeitweise zu segeln oder eher zu treiben. Aber wir haben ja Zeit. Gegen 14:00 machen wir an der Tankstelle im Hafen von Symi fest und bunkern erst einmal 226 Ltr. Diesel und Wasser. Dann verholen wir an den Kai, wo wir erst längseits, dann aber doch vor Buganker festmachen. Etmal: 12,94 sm. Sogar Strom gibt es hier kostenlos.

 

Mittwoch, d. 31.10. – Hafentag Symi:

Sonnig, heiter bis 27° C. Das Wasser ist hier klar wie in einem Aquarium. Seeigel, Seeanemonen und kleine Fische kann man gut erkennen, aber auch alte Autoreifen und sonst allerlei Schrott. Rita klariert nach dem Frühstück bei der Hafenbehörde ein und muss EUR 5,25 bezahlen. Ich kümmere mich mal wieder um die neuen und alten Roststellen. Meine Lieblingsbeschäftigung. Der Hafen macht einen sehr netten Eindruck, so dass wir beschließen ein paar Tage hier zu verweilen. Abends geht Hexe auf Landgang und wird von einem Kater auf einem Felsen festgenagelt. Ich muss sie dann noch da runter holen und dabei wie Klettermaxe in die Felsen hochsteigen.