Donnerstag, d. 01.11. + Freitag, d. 02.11.:

Diese beiden Tage geben sich teils bewölkt, teils sonnig, aber mit gut Wind bei 26-27°C und werden als Hafentage genutzt. Ich arbeite am Boot und kümmere mich um die erneuten Roststellen, während Rita die Einklarierung bei der Port Authority übernimmt und dann noch ein wenig im Ort „treppauf und –runter“ spielt. Sie muss sich ja immer alles sehr genau anschauen. Zu guter letzt machen wir noch einige Besorgungen,
insbesondere wird noch ein wenig Hochprozentiges besorgt, als auch noch ein
Rotweinvorrat angelegt, da wir uns ja in naher Zukunft in die Türkei absetzen
wollen. Ansonsten passiert die Tage nichts, was uns aus der Ruhe bringen könnte.

 

Samstag, d. 03.11.:

Nach dem Frühstück begibt sich Rita zu den Hafenbehörden, um uns auszuklarieren. Erst muss sie zur Hafenpolizei und dann noch zur Coast Guard. Ja, ja, die Bürokratie wird hier in Griechenland noch ganz gut hochgehalten. Währenddessen rufe ich bei der Stadt an und bitte um den „Wassermann“(!), der den Hahn zum Bunkern freischalten
muss, damit wir uns noch ordentlich mit Frischwasser für die nächsten 10 – 14 Tage versorgen können. Das Wetter ist wieder herrlich warm und es weht kaum ein Lüftchen. Wir wollen ja aber auch nur ca. 4 sm um die Ecke in die Pedi-Bay,
liegt genau gegenüber der Hafenbucht von Symi Stadt. Kurz vor 11:00 holen wir
den Anker hoch und laufen aus. Eine knappe Stunde später sind wir schon wieder
an einer halbfertigen Mole in der Pedi-Bay fest. Etmal: stolze 3,94 sm! Hier gibt es zwar weder Wasser noch Strom, dafür aber beträgt die Wassertemperatur 27°C und läd uns zum Baden ein. Außerdem ist es hier herrlich ruhig und gemütlich. Hinter uns liegt Erwin, den wir schon in Symi Stadt kennen gelernt haben, mit seinem zum „Segelboot“ umgebauten ehemaligen russischen Patrol Boat.

 

Sonntag, d. 04.11.:

Sonntag ist doch Ruhetag oder habe ich da etwas falsch verstanden? Also wird dieser heutige Tag als Hafen(ruhe)tag vom Skipper höchstpersönlich deklariert! Es ist super sonniges Wetter mit Temperaturen bis zu 30°C und dazu noch absolut schwachwindig, was mich natürlich nicht lange überlegen lässt, was man mit so einem Tag definitiv
anstellen sollte. Vor dem Frühstück springe ich erst einmal in die Fluten. Danach geht es dann voll gefuttert ab in die Hängematte, um erst einmal darüber nachzudenken, was man sonst noch mit so einem Tag anfangen könnte. Rita hat derweil andere Vorstellungen, wie man den Tag verbringen könnte. Sie hat sich von Erwin eine Wanderung ausarbeiten lassen, macht sich unverzüglich auf den Weg und lässt mich mit meinen schwerwiegenden Überlegungen alleine zurück. Später am Nachmittag, Rita war gerade von ihrer „Ziegentour“ zurück und ich war noch nicht einmal mit meinen Entscheidungen ganz zu Ende gekommen, da bietet uns Erwin, als kleine Zwischenmahlzeit 2 kleine selbst gefangene und auch selbst geräucherte Fischlein an. Zu weiteren Überlegungen/Entscheidungen war nun natürlich wirklich keine Zeit mehr. Also wird zügig improvisiert und der Fisch verspeist. Sehr lecker Erwin!!! Kurz vor Einbruch der Dunkelheit mussten wir uns noch von Alain (Franzose) und Xaver (Türke) zeigen lassen, wie man frisch gefangen „Octopussi“ zum Verzehr bzw. für die kulinarische Zuberreitung vorbereitet. Das läuft folgendermaßen ab: Nachdem das Octopussi ausgenommen worden ist, wird es so ca. ein Dutzend mal an einem Band auf harten Untergrund geschlagen, um das Teil geschmeidig zu machen. Danach folgt noch eine ausgiebige „Handmassage“ und Waschung mit Seewasser. Dann ist Octopussi fertig für einen ca. einstündigen Kochvorgang. Das ganze war zwar sehr
interessant für uns, doch kommt aufgrund der nicht gerade delikaten Vorbehandlung für uns vorerst nicht in Frage. Sollte einer von uns Appetit auf so ein Teil haben, wird ein Restaurant aufgesucht!!!

 

Montag, d. 05.11.:

Der Feiertag ist vorbei, der Alltag hat uns wieder, was bedeutet „Reise, Reise“ ist angesagt. Bei herrlich klarblauem Himmel und, wie leider so soft bei Schwachwind verlassen wir um 10:15 unseren Liegeplatz, nachdem wir uns bei Erwin, Alain und Xaver verabschiedet haben. Ziel für den heutigen Tag ist die türkische Bucht Bozukkale ca. 16-17 sm entfernt. Also nur so gute 3 Std. unter Motor. Das lässt sich an einem Montag ja gerade noch aushalten. Bei mehr oder weniger spiegelglatter See machen wir um 13:30 an einem Restaurantsteg in der Bucht fest. Hier sind mittlerweile schon alle Bürgersteige hochgeklappt, was bedeutet, dass das Restaurant geschlossen ist (haben ja auch schon November) und wir auch die einzigen sind, die hier festgemacht haben. Beim Einlaufen in die Bucht, wir waren erst in einer anderen (navigatorisches Versagen der Schiffsleitung!), versuchte uns ein anderer
Restaurantbesitzer per Schlauchboot an seinen Steg zu locken, was wir aber dankend abgelehnt haben. Ansonsten zeigt sich die Gegend sehr schön und ruhig. Eine halbverhungerte und wohl vergessene Katze begrüßt uns miauend, sodass wir gleich eine Notversorgung veranstalten mit dem Resultat, dass das Kätzchen sich nicht mehr als ein paar Meter von unserem Boot entfernt, ganz zum „Vergnügen“ von Hexe, die nun auf den Landgang verzichten muss, da der Steg ja von der anderen Katze bewacht und verteidigt wird. Tja, das Katzenleben bringt so einige Überraschungen mit sich! Um 20:00 kommt doch tatsächlich der andere Restaurantbesitzer, um uns mit seinem Boot zum Essen abzuholen. Rita schickt ihn jedoch mit der „Notlüge“ – ihrem Skipper sei schlecht im Kopf – wieder nach Hause, sodass wir dann endgültig unsere Ruhe haben und den netten einsamen Ort genießen können.

 

Dienstag, d. 06.11.:

Man glaubt es kaum. Als wir früh morgens aus dem Fenster auf den Steg schauen, sitzen dort 4 kleine Minikätzchen zusammen mit ihrer Mutter und „unserer“ halbverhungerten Katze von gestern und warten auf ihr Frühstück. Wo die wohl alle über Nacht hergekommen sind? Muss ja irgendwer die türkische Buschtrommel mächtig gerührt haben! Nach der Raubtierfütterung genehmigen wir uns selbst das wohlverdiente Frühstück und starten um 09:30, leider wieder unter Motor, in Richtung 70°, nachdem wir die Bucht hinter uns gelassen haben. Unterwegs beschließen wir doch nicht nach Marmaris zu fahren, sondern suchen uns eine Bucht östlich davon aus, um dann später mit Endziel für den Winter nach Finike zu fahren. Der 1. Ankerplatz in der von uns angelaufenen Bucht Asi Koyo gefällt uns allerdings nicht, da er sich als zu eng erweist. Also geht es nochmals um ein weitere Ecke, bevor wir bei Baba Adasi zwischen einer Insel und Festland gelegen den Anker werfen und per Heckleine an Land festmachen. Hier liegt man sehr geschützt. Pos. 36°41.41`N/28° 41.45`E. Etmal: 37,61 sm.

 

Mittwoch, d. 07.11.:

Um 09:30 zeigt sich das Wetter heiter bis sonnig bei 25°C, aber leider fehlt wieder einmal der Wind, nicht nur der Stärke nach, sondern auch aus der richtigen Richtung. Was uns angeboten wird ist eine äußerst dürftige Variante aus nordöstlicher Richtung, die, wenn sie einmal erwachsen sein sollte durchaus später mal verwendet werden könnte. Also 10:00 Anker hoch und weiter unter Motor. Kaum sind wir um die kleine Insel rum, nörgelt Rita nach der Schleppangel. Doch kaum haben wir das Ding
ausgebracht, reißt der ganze Spaß ab, da er sich irgendwo in etwas verfangen haben muss. Auch ein Wendemanöver mit anschließender Suche nach dem Schleppgeschirr bleibt leider erfolglos. Na gut, dann ist erst einmal Schluss mit dem bislang so erträglichen Bonito Fängen. Ist zwar ärgerlich, aber was soll´s. Gegen 14:30 sind wir dann nach 22,5 sm, ohne Fisch, fest an der kommerziellen Steganlage in Göcek. Hafengeld: EUR 23,00, egal, ob Winterzeit oder nicht! Abends, nach dem Essen haben wir dann eine längere erbitterte Diskussion, warum wir nicht nach Marmaris gefahren sind, um uns den Ort für den Winter anzusehen. Ich dachte wir wären uns darüber einig gewesen, dass wir Marmaris auslassen um uns gleich nach Finike zu wenden. Nachts werden wir schlussendlich noch mit ordentlich starken Gewittern verwöhnt. Ist wohl nicht so ganz unser bester Tag gewesen!!!

 

Donnerstag, d, 08.11.:

Heute ist Hafentag in Göcek angesagt. Es ist bewölkt und regnerisch, aber das Gewitter ist zumindest durchgezogen. Die Stimmung ist noch immer etwas angespannt und nach dem Frühstück werden erneut Vor- und Nachteile der verschiedenen Marinas diskutiert, die für den Winter in Betracht kommen. Gegen Mittag kommt Xaver an Bord, der hier in Göcek zu Hause ist, und rät uns von Finike ab. Er zückt sein Telefon und bemüht sich für uns einen Winterplatz hier in Göcek oder in Fethje zu finden, aber die Preise sind einfach zu hoch. Wir entschließen uns heute
Nachmittag ein wenig bummeln zu gehen und morgen zu Alain in die Kapi Bucht zu
segeln. Irgendwie sind wir beide noch nicht so richtig in der Türkei angekommen!

 

Freitag, d. 09.11.:

Tja heute haben wir sogar mal Wind! Dazu ist es sonnig und schön. Der Wind kommt mit 5 – 8 m/s aus NW, sodass wir mit raumen Winden gut Richtung Süden die paar Meilen zur Kapi Bucht segeln können. Um 11:30 legen wir ab und setzen dann für die kurze Strecke von 8 sm nur Groß und die Fock. Das läuft recht gut. Unterwegs kommen wir in ein großes Regattafeld und müssen höllisch aufpassen, dass wir den Seglern nicht in den Weg kommen. Mittlerweile hat der Wind gut aufgefrischt auf bis zu 11-12 m/s und die armen Regattasegler haben auf ihren Kursen am Wind ganz gut zu kämpfen. Gegen 14:00 sind wir dann am Restaurantsteg in der Kapi Bucht sicher vertäut. Neben uns liegt ein Boot mit australischer Flagge und der deutschen an Backbord gehisst. Es stellt sich heraus, dass der Eigner, Terry, aus Australien kommt und schon längere Zeit im Mittelmeer segelt. Seine Freundin, Sabine, dagegen kommt aus Deutschland. Gegen 19:00 gehen wir mit den beiden zusammen zum Essen ins Restaurant (der Preis für die Speisen und Getränke sollte unbedingt vor Bestellung mit dem Besitzer ausgiebig verhandelt werden!!!) und nehmen später noch ein Gläschen Wein auf deren Boot zu uns, bevor wir dann in die Koje fallen. Im Verlauf der Nacht schläft dann auch der starke Wind ein, bzw. hält Nachtruhe.

 

Samstag, d. 10.11. + Sonntag, d. 11.11. – Hafentage in der Kapi - Bucht:

Beide Tage verbringen wir an diesem schönen, ruhigen Ort entspannt mit Baden, schwimmen, Spaziergängen und Oliven sammeln. Alain hat mir ein Rezept verraten, wir man rohe, frische Oliven behandelt, um sie dann später genießen zu können. Ich bin ja mal gespannt, was schlussendlich dabei raus kommt. Allerdings müssen wir uns noch ein paar Wochen gedulden, bevor wir sie dann endlich probieren und das Resultat feststellen können. Das Wetter ist an den Tagen herrlich warm und schön. Die Wassertemperatur liegt immer noch bei 25-26°C und das Wasser ist kristallklar,
sodass das Schwimmen und Schnorcheln richtig Spaß bringt.

 

Montag, d. 12.11.:

Schweren Herzens verabschieden wir uns bei herrlichstem Wetter gegen 09:00 von der schönen Kapi – Bucht und den Leuten, die wir dort kennen gelernt haben und motoren so langsam in den Fethje Golf hinaus. Das bisschen Wind kommt mal wieder von vorne, sodass wir weiter unter Motor fahren müssen. Gegen 10:30 dann bei leichtem Nordwind versuchen wir zu segeln. Motor aus und Groß, Fisherman, Fock und Klüver gesetzt. Leider hält der Wind nicht lange. Um 11:00 also wieder Segel runter und weiter unter Motor. Nachdem wir den Fethje Golf verlassen haben, müssen wir feststellen, dass wir auch weiter nach Marmaris, für das wir uns nun doch entschlossen haben, motoren müssen. Da kommt mir die Idee, dass wir ja auch einen Umweg über Rhodos machen können, um dort noch einmal ordentlich Diesel und Wein, Ouzo und so zu bunkern. Also Kurs auf Rhodos abgesetzt. Leider war die Entscheidung letztendlich wohl doch nicht die beste, da unterwegs der Wind immer mehr auffrischte, natürlich voll von vorne und sich eine ziemlich unangenehme See aufbaute. Da wir aber schon bis auf 19 sm an Rhodos dran waren, lohnte sich eine erneute geringe Kursänderung nach Marmaris direkt auch nicht mehr. Also Augen zu und durch. Um 17:00 sind endlich nach 38,38 sm zum 2. Mal im Hafen von Rhodos fest.

 

Dienstag, d. 13. – Donnerstag, d. 15.11. – Hafentage Rhodos:

Den Dienstag schlafen wir erst einmal etwas länger, genehmigen uns eine heiße Dusche und fallen dann über ein leckeres Frühstück her. Das Wetter zeigt sich edeckt, kühl und windig. Ich spritze erst einmal das Schiff und die Segel mit Frischwasser ab, um alles vom Salz des Vortages zu befreien, während Rita unter Deck „Klarschiff“ macht. Danach laufen wir beide los in die Altstadt von Rhodos, was wir schon bei unserem 1. Besuch vorhatten. Aufgrund der späten Jahreszeit sind leider schon fast alle Geschäfte geschlossen. Die Altstadt ist mit einer Festungsmauer umgeben. Die schmalen Strassen sind mit kleinen runden Steinen hochkant gepflastert und Mustern versehen, was wirklich einzigartig ist. Sie führen an winzig kleinen Häuschen vorbei, die ausnahmslos unter Naturschutz stehen und teils sehr verfallen bzw. baufällig wirken. Vielleicht wird dieser etwas triste Eindruck dadurch noch verstärkt, dass hier zu dieser Jahreszeit so gut wie kein Leben herrscht, da außer ein paar Restaurants und Läden alles schon in den Winterschlaf gefallen ist. Auch innerhalb der Stadtmauern sind einige Ausgrabungsstätten oder auch schon restaurierte Bauteile zu sehen. Trotzdem ist der Rundgang sehr interessant. In der Hochsaison ist hier sicherlich kaum ein Vorankommen. Am Mittwoch begrüßt uns wieder traumhaftes spätsommerliches Wetter mit akzeptablen Temperaturen um Mitte 20°C. Rita bemüht sich um einen Leihwagen für Morgen. Mir geht es nicht so gut, da ich mich wohl irgendwie erkältet haben muss. Brauche ein wenig Ruhe. Donnerstag geht es schon wieder etwas besser. Um 09:00 wird der Mietwagen ans Boot geliefert. Was für ein Service! Ich hole erst einmal mit dem Wagen Diesel von der Tankstelle für EUR 1,38, also bedeutend billiger, als wenn der Treibstoff per Tankwagen angeliefert wird. Danach machen wir uns auf den Weg zu Discounter LIDL, um für unser leibliches Wohl zu sorgen. Müssen ja jede Menge bunkern, da einige Sachen in der Türkei überhaupt nicht oder aber sehr viel teurer zu bekommen sind. Danach wieder zurück an Bord und alles verstaut. Nachmittags machen wir uns auf eine Rundreise über den nördlichen Teil der Insel. Kaffee trinken wir in einem kleinen gemütlichen Bergdorf draußen in der Sonne und genehmigen uns noch ein leckeres Eis. Dann geht es so langsam wieder Richtung Hafen. Das Auto wird morgen früh wieder abgeholt, sodass wir uns darum überhaupt nicht kümmern müssen. Das war ein netter Tag!

 

Freitag, d. 16.11.:

Wieder ist es bewölkt, was soll der Scheiß? Wind ist auch keiner! Fängt ja gut an der Tag! Nachdem das Auto abgeholt wurde und ich die Hafengebühr bezahlt habe, so ca. EUR 13,00/Tag, legen wir um 10:00 ab und machen uns auf den Weg nach Marmaris in die Türkei. So Mitte 20 sm liegen vor uns, die wir leider erneut unter Motor laufen müssen. Draußen probieren wir das neue Schleppgeschirr aus, das wir uns in Göcek geleistet haben. Schon nach kurzer Zeit der 1. Biss. Wir holen einen recht großen Bonito, einen guten ½ m lang, längseits, aber bevor wir ihn in den Kescher bekommen, macht er sich los und verschwindet in der Tiefe. Mist!!! Das war ein ordentlicher „Hecht“, der wohl nicht richtig gebissen hatte. Na gut, Geschirr klariert und erneut außenbords und weiter. Eine gute Stunde später der nächste Biss! Wieder so ein großer, der nicht an Bord kommen will, ist schon im Kescher, löst sich dann und springt doch tatsächlich wieder raus. Da war wohl ich etwas zu langsam! Nochmals Mist! Aber alle Dinge sind 3. Kurz bevor wir in die Bucht bei Marmaris abbiegen der 3. Biss, diesmal allerdings ein kleinerer, der aber trotz allem Willkommen geheißen wird. Drei wären schöner gewesen, aber einer tut es schlussendlich auch für eine Mahlzeit. Um 16:00 sind wir dann bei strömendem Gewitterregen fest in der Marmaris Yacht Marina. Beim Einparken haben uns die Marineros, die das Manöver an Bord bernommen haben gleich noch eine Mooringleine in die Schraube gefahren, sodass noch ein Taucher auf Marinakosten kommen musste. Dann durften wir noch bei strömendem Regen den weiten Weg ins Marinabüro zur Anmeldung gehen. Da kann man sich gut vorstellen, wie ich geladen war und wie ich dann auch noch Dampf im Büro abgelassen habe. Ob uns das hier über Winter gefallen wird, muss erst noch eingehend geklärt werden. Erst einmal brauche ich was Warmes in den Magen und ´nen Schnaps, der ja wenigstens rechtzeitig in Griechenland noch gebunkert wurde. Alles Weitere werden wir dann Morgen zu klären haben. Etmal: 26,57 sm und nur 1 kleiner Bonito…!

 

Samstag, d. 17.11.:

Nachdem wir gestern noch lange über die „Situation“ Winter in Marmaris diskutiert haben und auch Rita sehr enttäuscht von Marmaris ist, wo sie vor rund 20 Jahren schon einmal war, beschließen wir erneut uns auf den Weg nach Finike zu machen. Wenigstens ist es heute wieder trocken und heiter und wesentlich wärmer als gestern. Nur der Wind fehlt wieder. Aber wir haben von der Vorhersage sowieso keine guten Nachrichten für die nächsten Tage auf unserer Reise gen Osten. Soll immer gegen an sein, aber meist schwachwindig, sodass wir wohl hauptsächlich motoren müssen. Nachdem wir also erneut dem Marinabüro unsere Aufwartung gemacht und das Hafengeld in Höhe von TL 65,00 = EUR 30,00 beglichen haben, legen wir um 11:00 ab und tuckern gemütlich aus der Bucht in Richtung Nordosten. Es steht noch eine lange
flache Dünung, aber wir kommen gut voran. Der Wind kommt umlaufend mit 1-3 m/s,
bringt also nichts. Gegen 15:00 machen wir am Restaurantsteg in Ekinik Liman
(Pos. 36° 45.41`N / 28° 33.93È) fest. Was für ein Unterschied zu Marmaris!!! Hier treffen wir noch auf eine nette Chartercrew und verbringen einen interessanten, gemütlichen Abend mit Ulli, Peter & Carsten bei uns im Cockpit, nachdem wir den Bonito von gestern geräuchert und verspeist haben. Peter überlässt uns noch ein super aktuelles Hafenhandbuch über die türkische und griechische Küste/Inselwelt, das uns bislang noch fehlte. Vielen Dank noch mal dafür Peter. Etmal: 20,56 sm.
Hafengeld ohne Strom und Wasser LT 50,00.

 

Sonntag, d. 18.11.:

Nachdem wir uns von den Charterern gebührend verabschiedet haben, verlassen wir um 09:45 den gastlichen Ort und motoren aus der Bucht Richtung SE. Heute ist es leicht bewölkt, warm und wieder schwachwindig. Gute 25 sm liegen vor uns bis zur Kapi–Bucht, die erneut angelaufen werden soll. Die Schleppleine fördert unterwegs einen neuen schönen Bonito an Bord von Thorbjoern. Das Abendessen ist also gerettet. Um 15:00 machen wir nach 27,57 sm erneut am Steg in der Kapi – Bucht fest und werden dort wie alte Freunde begrüßt. Rita fragt Denis, den Koch im Restaurant, ob er für uns den Bonito zubereitet. Dazu gibt es Salat, Pommes und selbst gebackenes Brot. Der Fisch wird frisch über Holzkohle gegrillt zubereitet. Total lecker. Ein netter Abend!

 

Montag, d. 19.11.:

Hafentag in der Kapi-Bucht! Das Wetter gibt sich am heutigen Tag sonnig bis heiter und da kein Wind ist auch angenehm warm! Wäre ich nicht so erkältet, würde ich baden und schnorcheln. Die Einheimischen haben mit der Olivenernte angefangen. Überall hört man die Stöcke, die in die Bäume geschlagen werden, damit die Oliven auf die um den Baum gelegte Folie/Plane fallen und von dort aufgesammelt werden können. Nachmittags lädt uns Dilphien zu Kaffee und Kuchen auf ihre Bavaria 48 ein. Sie lebt zurzeit alleine an Bord, da ihr Mann zwecks Krankheit in Holland verweilt.
Nächstes Jahr haben beide vor über den Atlantik zu segeln! Bevor wir wieder zurück an Bord gehen, gibt sie uns noch ein paar Hustentropfen für mich mit. Vielen Dank Dilphien. Abends bereite ich dann noch ein Cous-Cous, das uns wie immer gut mundet.

 

Dienstag, d. 20.11.:

Heute sind wir total früh hoch und laufen schon um 06:35 aus, da wir ca. 40 sm bis Kalkan vor uns haben. Der Himmel zeigt sich bewölkt mit sonnigen Abschnitten und es ist so früh morgens noch recht kühl. Erst im Laufe des Tages geht die Temperatur auf 22°C hoch. Der Wind weht schwach mit 3 m/s aus Nord, sodass wir um 07:45 einen Segelversuch starten. Doch nach einer guten Stunde dreht der Wind auf S-SE und kommt nun direkt von vorne. Also Motor wieder an und runter mit den Segeln. Gegen 15:00 machen wir im Stadthafen von Kalkan nach 39,14 sm fest. Hafengebühr TL 65,00 inkl. Strom – Schweinepreis! Gibt keine Toiletten, Duschen, da alles schon geschlossen ist, aber trotzdem werden noch so hohe Gebühren abgezockt! Im Ort selber gibt es viele Cafes, Restaurants, Leder-, Gold- und Teppichgeschäfte und an jeder Ecke Real Estate Immobilienläden, die moderne Wohnungen und Häuser auf Basis engl. Pfund anbieten. Später am Abend werden wir mit Regen und starken Gewittern verwöhnt. Da ist es richtig heimelig bei uns an Bord!

 

Mittwoch, d. 21.11.:

Wie vorhergesagt kommt der Wind auch weiterhin aus südöstl. Richtung, also von dort, wo wir hinwollen, nämlich nach Kas. Es ist sonnig bis heiter mit Temperaturen um die 20°C. Das Wasser hat immerhin noch 24°C!!! Um kurz vor 09:00 legen wir ab und motoren die 15 sm nach Kas rüber, wo wir gegen Mittag längsseits an der Pier festmachen. Etmal: 14,87 sm. Rita kümmert sich dann umgehend um die Formalitäten der Einklarierung, macht einen Agenten ausfindig, nachdem sie sich mit „Smiley“ in Verbindung gesetzt hat, der uns von Dilphien aus der Kapi-Bucht empfohlen worden ist. Am Ende bezahlen wir für den ganzen Kram, der ca. 1 Std. in Anspruch genommen hat, an den Agenten EUR 95,00 und bekommen unser „Transitlog“ und unsere abgestempelten Pässe zurück. Rita schaut sich dann noch nachmittags die Setur Marina Kas an, die etwas außerhalb des Ortes liegt. Abends werden wir dann
erneut mit Gewitter & Regen verwöhnt.

 

Donnerstag, d. 22. + Freitag, d. 23.11. – Hafentage in Kas:

Es hat die ganze Nacht über mehr oder weniger stark geregnet. Am Donnerstag
ist es vormittags noch bewölkt, aber immerhin trocken. Die Sonne lugt erst gegen 11:00 wieder hervor, sodass auch die Temperatur über die 20° - Marke klettert. Wir laufen los und schauen uns das Städtchen ein wenig an, bummeln und kaufen ein paar Lebensmittel für die Bordküche ein. Der Ort zeigt sich klein und überschaubar mit kleinen autofreien Gassen. Viele Geschäfte sind noch geöffnet, wie Lederwaren-, Keramik-, Teppich-, und Schmuckläden. Die Einheimischen sind nett und freundlich, gar nicht aufdringlich und so führen wir ganz nette Gespräche mit einigen Ladenbesitzern. Insbesondere hat uns eine Keramikschüssel, bemalt mit Derwischen, fasziniert, aber, wo sollen wir die an Bord noch unterbringen? Auf dem Rückweg machen wir noch bei „Smiley“ im Restaurant halt und nehmen eine Erfrischung in Form von Bier (Skipper) und Tee (Crew) in der nunmehr scheinenden Sonne zu uns und unterhalten uns ein wenig mit Smiley (Besitzer) über dies und das, bevor wir wieder zurück an Bord gehen. Am heutigen Freitag ist ein Besuch auf dem hiesigen Wochenmarkt angesagt. Das Wetter zeigt sich von der sonnigen Seite, sodass wir nach dem Frühstück wohl gelaunt lostoben können. Auf dem Markt gibt es allerlei zu sehen und kaufen, Obst, Gemüse, Käse, eingelegte Sachen, wie Gurken, Oliven etc. Die meisten Produkte werden im Hinterland angebaut und von den Bauern dann auf dem Wochenmarkt sehr günstig feilgeboten. Auch Kleidung aller Art, Töpfe, Pfannen, Gartengeräte, DVD-Kopien von Filmen sind dabei. Wir erstehen unter vielen anderen Dingen auch die Filme „Ice Age 4“ und den erst vor kurzem heraus gekommenen Stummfilm „The Artist“ für TL 7,00 = EUR 3,00. Tja, dann gibt es wohl bald „Bordkino“. Bevor wir dann den Markt wieder verlassen, gönnen wir uns noch einen kleinen Imbiss in Form eines frischen flachen und aufgerollten Brotfladens gefüllt mit
Fetakäse und Kräutern. Dazu gibt es ein Glas mit frisch ausgepressten Orangen.
An Hafengeld haben wir für 3 Nächte, nach Intervention von „Smiley“ beim Hafenmeister, insgesamt TL 50,00 + TL 10,00 für 1 Tag Strom bezahlt. Das ist natürlich super günstig!!!

 

Samstag, d. 24.11.:

Heute wollen wir weiter in die Bucht von Kekowa, so ca. 15 sm entfernt. Es ist erst einmal bewölkt, aber ab und zu schaut auch mal die Sonne hervor. Die Tagestemperatur klettert auf immerhin 25°C, Wasser liegt bei 24°C, da lässt es sich doch gut bei aushalten zu dieser Jahreszeit! Leider haben wir wieder Schwachwind aus Osten, sodass wir erneut die Etappe unter Motor fahren müssen. Um 09:30 laufen wir aus und machen auch gleich die Schleppangel fertig. Gegen 12:15 holen wir den ersten Bonito an Bord, der 2. folgt eine halbe Stunde später. Das ist halt der Vorteil, wenn man motort – Fisch satt!!! Um 13:00 fällt dann der Anker auf 3 m Wassertiefe in der Kekowa Bucht auf Pos. 36° 11.41`N / 29° 51.35`E. Etmal: 16,47 sm. In dieser
Bucht liegt man bei allen Winden äußerst geschützt. Ferner bietet sie ein herrliches Panorama. Wir liegen z. B. dicht unterhalb einer alten Festung, die sich auf einem Berggipfel befindet. Ganz oben weht die türkische Flagge. Gegen 17:00 kümmere ich mich um meine nun gut gewässerten Oliven, sortiere sie nach Farbe und Art und lege sie ein. Bin gespannt, wie die bzw., ob die dann später wirklich schmecken. Dann müssen noch die Fische filetiert werden, damit wir heute Abend was zu beißen haben. Die Fischfilets werden dann später gebraten an Gurkensalat mit „Rosmarin Kartoffelspalten“ gereicht. Rita verabschiedet sich gleich dem Abendessen in die Koje, da sie sich offensichtlich eine Erkältung von mir geholt hat und sich nicht so richtig
wohl fühlt.

 

Sonntag, d. 25.11.:

Es ist sonnig und heiter bei 22°C. Da fällt es schwer diesen netten Ort zu verlassen. Aber irgendwann müssen wir ja mal in Finike ankommen. Es sind ja nur noch knappe 20 sm bis dorthin – unsere letzte Etappe für dieses Jahr. Obwohl der Wind erneut aus südöstlicher Richtung kommt (3-4 m/s), entschließen wir uns schweren Herzens aufzubrechen und gehen um 10:30 „Anker auf“. Die letzten paar sm reiten wir dann auch auf der linken Backe ab und laufen nach 18,66 sm um 14:30 in die Finike Marina ein, die die kommenden Monate unser Zuhause sein wird. Kurz vor der Hafeneinfahrt erhalten wir noch einen Anruf von Sylvia & Giovanni aus Port Ginesta. Was für eine Freude!!!

 

Seit Port Ginesta in Spanien, das wir am 22.08.2012 um 14:00 verlassen haben, legten wir bis zur Setur Finike Marina in der Tükei insgesamt 1.955 sm zurück. Der Motor hat im Verlauf dieses Zeitraumes insgesamt 302,4 Stunden gelaufen und der Dieselverbrauch kann mit ca. 1.330 Litern beziffert werden, was einen Durchschnittswert von ca. 4,4 Ltr./Std. ausmacht. Der Preis für diese Menge Diesel belief sich insgesamt auf ca. EUR 1.970,00. An Hafengeld / Kanalgebühr / Einklarierungen / Transitlogs haben wir für diesen Zeitraum EUR 1.300,00 ausgeben müssen. Unter Berücksichtigung unserer zusätzlichen Balearentour im Mai und
Juni d. Jahres mit weiteren 355 sm, haben wir im Jahr 2012 eine Gesamtdistanz
von rund 2.310 sm entsprechend 4.227 km zurückgelegt.

 

Die letzten Tage im November verbringen wir damit uns hier ein wenig umzusehen und die ersten Eindrücke über den Ort zu sammeln, in dem wir die nächsten Monate verbringen werden. Es werden die 1. Bekanntschaften geschlossen, denn hier in der Marina verbringen doch schon einige Crews den kompletten Winter an Bord ihres Schiffes. Da der 1. Eindruck für uns positiv ausfällt, schließen wir am 27.11. mit
der Marina einen Vertrag über 8 Monate ab, u. zwar vom 15.11.2012 bis zum
13.07.2013 für EUR 1.546,00 inkl. aller Nebenkosten, wie Strom-, Wasserversorgung und Internetanschluss. Die Winterlieger, meist Engländer, Deutsche, Holländer, auch aus Schweiz, Schweden und Österreich engagieren sich hier auch und bieten Spiele-, Rätsel-, Grillabende, sowie einen Stammtisch an, sodass schon ein gewisses Angebot vorhanden ist, wenn denn Interesse besteht. Am 29.11. ziehen wir noch einmal mit dem Boot um an einen Ponton, der weiter innen in der Marina liegt und somit auch vor Schwell geschützter ist. Nun müssen wir erst einmal die kommenden Tage dafür verwenden das Boot winterfest zu machen und auf „Wohnmodus“ umzustellen. Das Wetter hat hier in den letzten Novembertagen umgeschlagen und einige Gewitter mit Regen haben uns heimgesucht. Nur tagsüber, wenn die Sonne dann mal scheint, kann man noch bei ca. 20°C draußen verbringen. Sobald jedoch die Sonne hinter den hohen Bergen verschwindet (zurzeit so gegen 16:00 Ortszeit, +1 Std. gegenüber BRD) wird es kühl und man sollte sich dann so langsam ins Boot verziehen. Dunkel wird es nun schon so gegen 17:30. Aber bald haben wir wieder den kürzesten Tag des Jahres erreicht und es geht wieder aufwärts. Wir wünschen allen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten eine schöne ruhige und besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Für alle, die es interessiert:

 

unsere türkische Handy Nr.:





 

0090 5370350318!!!