Seit dem 15. März warten nun wir schon auf unseren neuen Wassersammler für die Auspuffanlage unseres Motors. Da unsere offizielle Liegezeit hier im Hafen schon am 18. April abgelaufen war, mußten wir um einen Monat verlängern, konnten aber glücklicherweise mit der Hafenverwaltung einen guten Deal machen.

Wir bekommen den günstigen Preis vom alten Jahr...und dürfen sogar noch im Juni/Juli die nicht verbrauchten Tage zum "Low-Season-Preis" nutzen. Das war uns sehr wichtig, da wir ja Anfang Juli wieder nach Port Ginesta zurückkommen, um von Barcelona nach Hamburg zu fliegen und von dort aus mit dem Mietwagen zu Philipp´s Hochzeit nach Nordborg in Dänemark zu fahren. Hexe wird dann derweil von Sylvia und Giovanni versorgt.

Dann endlich, spät abends am 02. Mai 2012, nach über 6 Wochen Wartezeit, trifft der Wassersammler endlich in Port Ginesta bei Ars Marine ein. Um 13:45 am nächsten Tag kommen Lucy und Albert von Ars Marine und bauen den neuen Wassersammler ein. Das dauert allerdings bis nach 20:00 am Abend, da noch ein paar Probleme auftreten. Aber dann ist es endlich geschafft. Nachdem der Motor Probe gelaufen hat und alles für OK befunden wurde, schmeißen wir am 03. Mai. 2012 um 20:45 die Leinen los und verlassen den Hafen von Port Ginesta, um uns auf den Weg nach Pollensa auf Mallorca zu machen.

 

Draußen vor dem Hafen setzen wir alle Segel und machen die Maschine aus. Wir gehen auf Kurs 145° und genießen den Sonnenuntergang bei halben bis leicht raumen Winden von Stb. (Stärke 2-3 Bft) und langsam verschwindende Küstenpanorama achteraus. Gute 110 sm liegen jetzt vor uns. Mal sehen, wie es läuft. Zur Zeit machen wir ganz gute Fahrt bei 4 - 5 Kn.

 

Die Nacht gibt sich ziemlich ruhig, der Wind flaut teils ein wenig ab, aber bei 3-4 Kn Fahrt sind wir immer noch recht zufrieden. Es ist fast Vollmond und somit eine wundervoll helle Nacht. Erst gegen Morgen, so 04:15 am 03. Mai nimmt der Wind soweit ab, dass ich mich entschließe die Vorsegel wegzunehmen und den Moter zur Unterstützung von Groß- und Stagsegel mitlaufen zu lassen. Nun kann auch der Autopilot mal ein wenig die Arbeit übernehmen. Von Westen ziehen Wolken auf und zum Morgen hin wird es noch mal richtig dunkel.

 

Zwei Stunden später, um 06:15 kommt im Osten langsam ein heller Streifen am Horizont durch. Wenig später geht die Sonne auf und der Wind nimmt zu, sodass wir den Motor wieder ausmachen und segeln können. Gegen 07:00 übernimmt Rita das Kommando und ich haue mich für 1 1/2 Std. unten auf´s Ohr. Dann mache ich Kaffee und ein paar Brote zum Frühstück und löse Rita wieder im Cockpit ab. Der Wind nimmt im Laufe des Vormittags immer mehr zu und wir machen recht gute Fahrt bei nun teilweise schon über 6 Kn. Gegen 10:00 stehen wir so 30 sm vor der Nordwestecke von Mallorca (Cap des Formentor). Die Wassertiefe hat sich mittlerweile von über 1.000 m auf unter 100 verringert, was natürlich bei zunehmenden Winden (nun so 6 - 7 Bft.) eine stärkere und höhere Welle (3 -4 m) verursacht. Wir nehmen nun teils ganz gut Wasser während der Rollbewegungen auf Backbord an Deck und schließen den Niedergang mit der Folie, damit kein Wasser den Niedergang runterlaufen kann. Gegen Mittag kommt dann Mallorca in Sicht. Die Sonne scheint bei klarblauem Himmel und der Wind hat weiter auf konstant 7 Bft. (12 - 15 m/s) zugelegt, sodass wir uns entschließen das Stagsegel zu bergen. Bevor wir allerdings dazu kommen, klatscht eine Welle gegen das achtere hintere Salonfenster und schwabt über das offene Schiebeluk ins Boot. Mist, unsere Handies, der GPS-Geber, Drucker haben dabei Salzwasser abgekommen. Zum Glück hat es das Notebook nicht erwischt und die Navigation läuft noch. Wir machen die Ecke so gut es geht trocken, nehmen nun das Stag weg und segeln jetzt etwas konfortabler. Gegen 16:30 runden wir das Kap, nehmen die Vorsegel runter und starten den Motor, um gegen den Wind in die Bucht von Pollensa einzulaufen.

 

Nun ist leider doch noch der GPS-Geber vom Notebook ausgefallen, sodass die Navigation nicht mehr so richtig funktioniert. Aber wir sind in Lee des Kaps und haben keine Dünung mehr. Um 17:45 am 04. Mai 2012 sind wir dann im Hafen von Pollensa fest nach insgesamt 109,76 sm. Jetzt ist erstmal ein Bierchen fällig!

Nach einem improvisierten Abendessen fällt Rita ziemlich früh in die Koje. Ich trinke noch ein Gläschen Wein und versuche derweil die Mobiltelefone wieder hin zu kriegen. Gelingt mir leider nur mit Rita´s Handy, allerdings mit Abstrichen, da es ab und zu völlig unkontrolliert wieder aus geht. Mein Handy dagegen hat kein Interesse mehr sich aktiv am Leben zu beteiligen und wird daher als klinisch tot eingestuft. Gegen Mitternacht falle ich dann auch endlich erschöpft in die Koje. Morgen sehen wir mal weiter!

Samstag, d. 05.05. - Donnerstag, d. 09.05.2012:(Hafentage an der Kai von Pollensa, kommunaler Hafen! - 39°54.248`N / 03°05.023`E)

Samstag ist noch schönes Wetter, aber mir nützt das wenig, da ich diesen ganzen Tag im Salon zubringe und versuche die Daten der Nexus Anlage auf den PC zu bringen.

Sonntag regnet es den ganzen Tag über mehr oder weniger bei ca. 12°C und wir freuen uns, dass wir schon hier sind und nicht draußen auf See. Erst spät abends hört der Regen auf und die Sonne kommt noch einmal zum Vorschein. Ich nutze tagsüber erneut die Gelegenheit die elektronischen Geräte wieder zum Leben zu erwecken und den GPS-Geber der Nexus-Anlage auf das Notebook zu installieren, damit unsere elektonische Navigation wieder funktioniert. Aber leider vergebens! Spät abends gebe ich dann endgültig auf. Schrott bleibt eben Schrott!

Am Montag, d. 07.05. ist das Wetter wieder schön warm und sonnig und so langsam haben wir die Verluste der elektronischen Geräte verkraftet. Wir ziehen los und kaufen 2 neue Handys für rund EUR 100,00. Das ist noch zu verkraften.

Den Dienstag, d. 08.05. verbringen wir erneut damit unsere Probleme mit der Navigation zu lösen. Da ich trotz diverser weiterer Versuche die Nexus-Anlage auf den PC zu bekommen keinen Erfolg hatte, beschließen wir letztendlich Achim anzurufen und ihn zu bitten bei Compass24 in Hamburg für uns 2 GPS-USB-Dongle (a EUR 39,90) zu kaufen und diese per UPS Express nach Pollensa zu schicken. Der Transport ist zwar teuer (ca EUR 141,00), aber die Dinger sollen dann auch schon am kommenden Tag in Pollensa angeliefert werden. Mal sehen, ob das auch alles so wirklich klappt. Wir haben da so unsere leisen Zweifel, da wir in der Vergangenheit schon so einiges mit derartigen Lieferungen erlebt haben. Das Wetter hat sich auf jeden Fall wieder gefangen und den ganzen Tag über ist es herrlich warm und sonnig bei 25°C. Nachmittags legt dann allerdings der Wind wieder zu, aber wir liegen ja geschützt im Hafen! Am späten Nachmittag geschieht dann ein kleines Wunder! Ich probiere nochmals den alten von Nässe betroffenen GPS-Dongle aus...und er funktioniert plötzlich doch wieder. Das versteht nun wirklich keiner mehr. Aber bestellt ist nun mal bestellt, so haben wir wenigstens für die Zukunft Reserve Dongles!!!

Mittwoch, d. 09.05. steht Rita morgens schon früh um 08:00 auf, bereitet das Frühstück, damit wir rechtzeitig fertig sind, falls die UPS-Sendung, wie avisiert, tatsächlich gegen 10:00 eintrifft. Nach dem Frühstück besorge ich schnell noch ein Wasseranschlussteil in der örtlichen Ferreteria. Kaum bin ich wieder zurück an Bord, fährt um 10:30 der UPS Wagen am Boot vor und liefert unser Paket ab. Das ist wirklich kaum zu glauben, aber wahr. Hatte ja auch seinen Preis. Wir sind glücklich und rufen gleich Achim an, um in über den tollen Service zu informieren. Nun müssen wir uns nur noch um einen neuen Drucker kümmern, dann haben wir den Schaden wieder ausgebügelt. Nachmittags zeigt uns Michael vom Nachbarboot seine Tonne im Bojenfeld vor dem Hafen und bietet uns an dort für ein paar Tage festzumachen. Ist das nicht Klasse? Abends gibt es selbstgemachte Paella mit Meeresfrüchten und Rotwein satt. Wir haben ja auch ein bißchen was zu feiern.  

Donnerstag, d. 10.05.:

Wieder stehen wir früh auf (Rita schon um 07:30, ich etwas später), denn heute wollen wir an die uns von Michael angebotene Boje in der Bucht vor dem Hafen (39°54.366`N / 03°05.310`E). Nach dem Frühstück müssen wir aber noch ein paar Besorgungen machen, wie Lebensmittel, Drucker (EUR 60,00 von Epson) usw. Dann wird noch Wasser gebunkert, Stromkabel abgenommen, Hafengeld bezahlt (6 Nächte EUR 62,75, d. h. EUR 10,20 pro Übernachtung, da kann man absolut nicht meckern). Zum Vergleich im selben Hafen an den Stegen des Club Nautico bezahlt man pro Nacht EUR 52,00 plus Steuern! Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Gegen frühen Nachmittag verabschieden wir uns dann von unserem freundlich Nachbarn und verholen an seine Boje. Klappt alles ganz hervorragend und wir liegen bei den obligatorischen Ostwinden sicher und geschützt an der gut verankerten Mooring. Nun können wir nur noch mit dem Dingi an Land, aber dazu ist das Ding ja schlußendlich auch da. Nachmittags machen wir noch einen kleinen Spaziergang auf der Uferpromende und gönnen uns ein leckeres Eis bei herrlichster Nachmittagssonne. Abends essen wir das erste Mal draußen im Cockpit bei Temperaturen um Anfang 20°C und kaum Wind. Angenehm kann man da nur sagen. Die Wassertemperatur liegt nun auch bei 21°C, sodass ich auch kurzfristig die Badesaison einleuten kann. 





Freitag, d. 11.05.: Wetter ist wieder total super. Gefrühstückt wird heute draußen. Es ist fast absolut windstill. Heute ist relaxen angesagt. Es wird gebadet (nur ich), gesonnt und nachmittags machen wir uns mit dem Dingi auf an Land, prominieren am Wasser, beobachten die Engländer am Strand und sonstwo (hier gibt es fast ausschließlich Engländer und nur ein paar Deutsche und fast noch weniger Spanier) und trinken ein Bierchen auf einer Hotelterrasse (auch hier ausschließlich Engländer) mit herrlichem Blick auf die Bucht und Thorbjoern und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Abends werden dann Tapas im Cockpit auf Thorbjoern kredenzt. Sehr lecker. Danach sitzen wir noch lange draußen und genießen das herrliche Panorama der verschiedenen Lichter an der Promenade von Pollensa. 

Samstag, 12.05.: Der Tag beginnt bei wunderbarem, herrlichem Sonnenschein mit einem Frühstück im Cockpit. So haben wir uns das immer vorgestellt! Danach macht jeder, was er möchte, lesen, irgend etwas reparieren (meist ich), Bilge trocken wischen, Kerze des Außenborders kontrollieren und säubern. Nachmittags lassen wir den Yanni mal für ´ne Std. laufen, damit wir morgen früh warmes Wasser für die Dusche haben. Dann geht es ab zum Einkaufen. Zum "3***Dinner" gibt es selbst geräucherten Fisch (Marke unbekannt, schmeckte aber lecker!), frische Erdbeeren auf Salatbett mit Spezialdressing von Nachbarin Rita aus Lokstedt und frisches Baguette. Später am Abend frischt der Ostwind nochmals für ca. 2 Std. auf und des Nachts fallen immer wieder Böen ein. Wir liegen jedoch gut an unserer Mooring, wobei ein franz. Boot mehrere Ankermanöver noch bis spät in die Nacht hinein fahren muss, bevor der Anker endlich hält.

Den Sonntag, d. 13.05. genießen wir einfach nur, da wir morgen weiter wollen. Der Wind bläst immer noch ganz kräftig und am Nachmittag machen wir unsere letzten Besorgungen in Pollensa. Morgen soll laut Wettervorhersage der Wind abnehmen und auf Nordnordost drehen.

Montag, d. 14.05.: Es ist sonnig, aber etwas kühler als an den Vortagen. Der Wind hat tatsächlich beträchtlich abgeflaut und auf Nordost gedreht. Wahrscheinlich ist sogar zu wenig Wind, um zu segeln. Aber wir müssen ja sowieso erstmal aus der Bucht heraus (gegen den Wind) und dann sehen wir draußen weiter. Um 10:20 starten wir den Motor und verlassen 10 Min. später die Boje. Vor uns haben wir so knappe 25 sm bis Porto Cala Rajada. Segeln erweist sich tatsächlich als nicht sinnvoll und so fahren wir die gesamte Distanz unter Motor. Um 15:30 sind wir an der kommunalen Pier im Hafen von Cala Rajada fest (39°42.606`N / 03°27.815`E). Zurückgelegte Distanz: 24, 44 sm nur unter Motor. Hier liegen hauptsächlich Charteryachten, meist deutsche Herrencrews, da ja in dieser Woche Himmelfahrt ist. Das ist nicht ganz so prickelnd.

Dienstag, d. 15.05. - Hafentag in Cala Rajada:

Super cooles Wetter mit wunderbaren, herrlich warmen Temperaturen um Mitte 20°. Dieser Tag steht mal wieder zur freien Verfügung der THORBJOERN Crew. Rita schnallt sich ihren Rucksack um und unternimmt eine Wanderung zum Leuchturm.

Zitat: " Wandere mit Rucksack zum Leuchtturm. Herrliche Aussicht! Herrlich klares, türkisfarbenes Wasser. Diese Ecke ist sehr schön zum Wandern. Steile Klippen, schmale Fußpfade. Häuser, da kann man von träumen! Sind wunderbar anzuschauen."

Ich führe derweil ein paar kleine Wartungs- und Reparaturarbeiten durch. Das muss immer wieder mal sein und solche Tage bieten sich dann einfach an, zumal ich sowieso nicht der Wandertyp bin!

Abends gehen wir dann sehr nett auswärts essen. Rita bestellt sich eine Thunfischpizza (in Spanien!!!), ich natürlich eine Paella de Marisco (Meeresfrüchte). Sehr lecker! Genießen noch die späte Abendsonne und das schöne Hafenpanorama.

Mittwoch, d. 16.05.:

Heute hat das schöne Wetter wohl einen Ruhetag beantragt! Es ist bedeckt bei Temp. zwischen 16 - 20°C, also nicht so berauschend. Wir wollen weiter nach Porto Cristo, also Richtung Süden. Der Wind kommt mit ca. 4 Bft. aus Nordost und soll noch etwas zunehmen. Um 10:30 starten wir den Motor und machen uns auf den Weg. Bei achterlichem Wind haben wir nur das Groß und die Fock gesetzt und laufen so um die 4 kn. Die Dünung (ca. 3m hoch) kommt etwas mehr als 90° von Bb., was die Sache etwas ungemütlich macht, d. h. das Boot rollt nicht schlecht. Aber wir können wenigstens mal wieder segeln! So 5 sm vor Porto Cristo schläft der Wind immer mehr ein, sodass wir uns entschließen die Fock zu bergen und den Motor mitlaufen zu lassen, um das Rollen etwas zu vermindern. Dann sind wir vor der Bucht von Porto Cristo und wollen das Groß bergen, aber Mist, es geht nicht runter. Das Fall ist oben im Mast aus der Rolle gesprungen und hat sich festgeklemmt. Tja, da hilft alles nichts, der Skipper muss in den Mast und das Fall klarmachen, damit wir das Groß runter bekommen. Also hoch! Oben hat es eine schöne Aussicht, aber es ist auch nett rollig! Ich schaukel so 2m im Masttop, mal nach Bb. dann wieder rüber auf die andere Seite, bekomme das Fall aber frei und kann von oben aus fieren, sodass das Segel geborgen werden kann. Man gut, dass wir die Maststufen haben. Leider habe ich bei der Transaktion den Fotoapperat vergessen. Wären sicherlich schöne Bilder von dort oben geworden! Um 14:30 sind wir dann am kommunalen Pier in Porto Cristo (39°32.427`N / 03°20.111`E) fest (natürlich wieder römisch katholisch, d. h. vorne an der Mooring und mit dem Heck zur Kai). Ist immer wieder ein nettes Manöver!



Donnerstag, d. 17.05.- Himmelfahrt, aber auch Tag des  Wikinger Gottes THOR!

Wir beschließen ein paar Tage hier zu bleiben. Das schöne Wetter ist wieder zurückgekehrt und, da heute ja ein Feiertag ist, tummeln sich viele Menschen, meist Deutsche Touris auf der Promenade und am nahen Strand in der Bucht. Die Glasbodenkatamarane sind gut ausgebucht und machen mehrere Touren pro Tag. Hier gibt es auch den größten unterirdischen See der Welt (auch Drachenhöhlen genannt - "Calvas Del Droch") zu besichtigen. Diese Höhlen sollen illuminiert sein und mit Lichtspielen und klassischer Musik dargeboten werden. Aber darum wollen wir uns dann morgen kümmern. Erst einmal ist sonnenbaden und lesen auf dem Vorschiff angesagt. Später holen wir uns eine schöne frische Lachsseite zum Abendbrot. Lecker gebratene Lachsfilets mit Sojasoße undin  Honig karamelisiert, dazu frischer Gurkensalat und Baguette. Morgen soll dann der Rest der Lachsseite geräuchert werden.











Freitag, d. 18.05. - weiterer Hafentag, oder auch "Unglückstag" genannt: 

Es ist mehr bewölkt, als das die Sonne scheint, also ein idealer Tag, um die Höhlen zu besichtigen - dachten wir! Aber leider läuft vieles anders, als geplant. Gegen Mittag sind wir fertig für unsere "Drachenhöhlentour". Rita hat schon den gepackten Rucksack auf dem Rücken und will achtern übers Cockpit auf die Pier steigen. In dem Moment macht das Boot, schwellbedingt, eine Vorwärtsbewegung und Rita verliert das Gleichgewicht, fällt auf den Betonkai, wobei sie sich mit der rechten Hand versucht abzustützen. Fazit der Geschichte ist, das die Drachenhöhlen ausfallen und dafür ein Taxiausflug ins Krankenhaus von Manacor ins Programm genommen werden muß. Das beweist zwar unsere Flexibilität, aber in diesem Falle hätten wir gerne nicht von eben dieser Gebrauch machen wollen! Nach dem Röntgen im Krankenhaus stellt sich leider heraus, dass das Handgelenk von Rita´s rechter Hand gebrochen und ein Stück Knochen abgesplittert ist. Das Gelenk wird bis zum Ellenbogen eingegibst und nach ca. 10-14 Tagen muss eine weitere Kontrolle im Krankenhaus erfolgen, damit festgestellt werden kann, ob der abgesplitterte Knochenteil gut angewachsen ist. Ansonsten ist noch eine Operation erforderlich. Nun können wir nur hoffen, dass letztere nicht erforderlich sein wird. Nur gut, dass der Skipper von Thorbjoern auch ganz gut in der Krankenpflege ausgebildet worden ist.

Später am Nachmittag nimmt der Wind zu, dreht immer weiter nach Osten, sodass richtig Schwell in die schmale Bucht von Cristo und somit auch in den Hafen läuft. Wir, d. h. ich, Rita ist ja "out of order", bringe weitere Festmacher achtern aus und stelle die Leinen neu ein, aber leider mit wenig Erfolg. Wir rucken derart stark in die Leinen, dass es in der Nacht mehr als unruhig ist. Selbst das Anbringen einer weiteren Mooringleine vorn am Bug in den frühen Morgenstunden bringt kein befriedigendes Ergebnis. Es ist die bislang schlimmste Nacht, die wir, seitdem wir an Bord, sind erlebt haben. An Schlaf war kaum zu denken! Schlußendlich ist es gegen 06:00 morgens am Samstag, d. 19.05., als wir bei einer heftigen Schwellbeweg-ung achtern an die Betonpier touchen. Ich renne, nackend wie ich bin, raus und hole nochmals die vorderen Moorings dicht. Ein größerer Schaden am Heck ist Gott sei Dank nicht entstanden, nur Farbe weg. Aber jetzt reicht es!!! Wir beschließen diesen netten Ort heute zu verlassen und nach Porto Colom, nur knappe 10 sm südlich von hier, zu verholen.

Da Rita aufgrund ihres Handicaps und bei der Querdünung draußen sicherlich nicht so gut an Bord aufgehoben ist, beschließen wir schlußendlich, dass sie und Hexe mit dem Taxi nach Porto Colom fahren und ich das Boot alleine rüber bringe. Problem ist nur, wie kriege ich sie bei dem Schwell und den Schiffsbewegungen auf die Pier. Letztendlich finden wir eine Möglichkeit mit dem Dingi und der Unterstützung des Hafenmeisters, der Rita hilft vom Dingi auf die Pier zu kommen. Um 09:00 sind Rita und Hexe sicher auf dem Kai und ich starte die Maschine, kürze die Leinen auf und komme nach ein paar Schwierigkeiten dann auch gut los. Es ist bewölkt, aber trocken und der Wind kommt mit 2Bft. aus Ost. Der Schwell läuft zwar ziemlich hoch in die Bucht, aber mit halber Fahrt komme ich gut aus der Bucht heraus. Habe ja auch das Groß zur Stabilisierung. Draußen gehe ich auf Kurs 200°, schalte den Autopiloten ein und fahre die paar Meilen nach Porto Colom, wo mich Rita schon am Schwimmsteg des kommunalen Hafens erwartet. Wir machen fest (11:30), trinken einen Kaffee und genießen die Ruhe in diesem Hafen.

Etmal: 10,14 sm unter Motor.

Dann hauen wir uns erstmal auf´s Ohr, um den entgangenen Schlaf der letzten Nacht aufzuholen.

Anläßlich der Umstände werden wir hier wohl mindestens eine Woche verweilen.

 

Sonntag, d. 20.05. 2012:

 

Auch hier ist heute wieder kabbelig, da der Ostwind wieder zugenommen hat und den Schwell in die Bucht drückt. Aber immer noch besser, als in Porto Cristo. Die Sonne lacht wieder vom Himmel und ich verbringe den Tag mehr oder weniger damit die Homepage zu pflegen und auf den neusten Stand zu bringen. Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Hafen und im Ort.

 

Montag, d. 21. + Dienstag, d. 22.05.:

 

Wir bleiben noch am Steg des komunalen Hafens. Es ist sonnig mit viel Wind (5-6 Bft.) aus östlicher Richtung. Das Boot haben wir achtern mit viel lose zum Steg festgemacht, damit wir bei dem Schwell hinten besser frei liegen. Das erschwert allerdings das Übersteigen an und von Land. Wir machen uns schon mal schlau, wo wir einen Mietwgen herbekommen, damit wir am Mittwoch nach Pfingsten zur Nachkontrolle von Rita´s Handgelenk ins Krankenhaus nach Manacor fahren können. Ansonsten machen wir ein paar Spaziergänge in den alten als auch in den neueren Teil des Ortes. Viel ist hier ja nicht los, aber es ist alles ganz nett und ruhig mit wenig Tourismus, das ist doch schon mal was! In dem alten Teil des Ortes gibt es nur eine Kirche mit Dorfplatz davor, die Bucht mit den alten kleinen Fischerbooten. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein leckeres Eis. Zum Abendessen am Dienstag gibt es selbst geräucherte Lachsreste mit Spaghetti.

 

Mittwoch, d. 23.05. - Donnerstag, d. 31.05.:

 

Am Mittwoch wechseln wir gegen 12:00 nach 4 Tagen vom Stegplatz im Hafen zum Ankerfeld vor dem Hafen und lassen kurz darauf den Anker auf Position 39°25,20`N / 03° 15,56`E bei 3 m Wassertiefe fallen. An Hafengeld inkl. Wasser + Strom haben wir EUR 50,05 bezahlt, was noch richtig günstig war. Ab 01. Juni vervierfachen sich die Liegegebühren, wie man uns erzählt. Trotzdem liegen wir am Anker ruhiger und günstiger, also was soll´s. Der wind hat auch abgeflaut auf 2/3 m/s aus SSE und so kommt auch kaum noch Schwell in die Bucht.    

Für die kommenden Tage gestaltet sich das Programm wie folgt:

- morgens Frühstück draußen im Cockpit

- danach relaxen in Sonne oder Schatten an Bord (Luft: Mitte 20°C, Wasser: 21°)

- gelegentlich baden / schnorcheln und so (nur wolfgang, Rita ist ja vergipst)

- früher Nachmittag Kaffee und eine Kleinigkeit zum Naschen

- später Nachmittag Landausflug mit Dingi, Spaziergang und Einkauf

Abweichungen: Freitag, 25.05. gehe ich zwischendurch zum Friseur, unglaublich für EUR 10,00 werden mir nicht nur die Haare gewaschen, sondern auch noch geschnitten. Pfingstsonntag, 27.05. gönnen wir uns nachmittags im Cafe am Hafen ein Stück Apfelkuchen und eine Tasse Kaffe - sehr lecker!

Am Pfingsmontag,d. 28.05. bekommen wir Besuch von meinem EX-Arbeitskollegen Bernd & seiner Lebensgefährtin Moni. Beide sind für 2 Wochen auf Mallorca. Wir verbringen einen sehr netten Tag zusammen, zuerst auf Thorbjoern, später am Strand und abends laden uns die beiden noch zum Essen ein. Wir haben viel zu erzählen und genießen den Tag. Besonders Bernd, der beim Einsteigen ins Dingi am Strand sich kurzfristig und ohne Vorwarnung entscheidet noch schnell ein Bad in voller Montour zu nehmen, bevor wir zu Kaffee und Kuchen zurück auf´s Boot fahren. Tja, muss wohl sehr warm gewesen sein an diesem Tag!

Mittwoch, d. 30.05. ist der Kontrolltermin im Krankenhaus in Manacor. Wir fahren um 09:00 mit dem Dingi über die Bucht und holen unseren vorher bestellten Mietwagen ab, fahren nach Manacor. Dort stellt sich heraus, dass die Wartezeit ca. 1,5 Std. beträgt. Ich besorge dann zwischenzeitlich die Einkäufe und lade unseren Broadbandstick bei Vodafon auf. Gegen 13:30 hole ich Rita wieder am Krankenhaus ab. Alles ist gut gelaufen und sie muss nicht noch operiert werden, aber den Gips noch 2 Wochen länger tragen, also bis Ende Juni. Das ist aber das kleinere Übel, wie wir meinen. So, der offizielle Teil des Tages wäre damit glücklich erledigt. Nun kommt das Vergnügen. Wir fahren nach Porto Pedro und schauen uns dort nochmals den Hafen an, bringen in Erfahrung, dass es keine komunalen Plätze mehr gibt und die Bojen noch nicht ausgelegt sind. Danach geht es ab nach Santani auf den Wochenmarkt. Leider sind wir etwas spät dran, die ersten fangen schon an ihre Stände abzubauen. Doch wir lassen uns nicht stören und bummeln ein wenig auf dem Markt herum und gönnen uns danach noch ein Bierchen und Sandwich, bevor wir wieder zurück nach Porto Colom fahren und das Auto abgeben.

Am letzten Tag des Monats Mai, d. 31. kehren wir nochmals zurück in die Hafenanlage, um Strom und Wasser aufzufüllen. Ausserdem ist es der letzte günstige Liegetag der Vorsaison für EUR 18,70 inkl. Ab Morgen sollen sich ja die Kosten vervierfachen!!! Prost Mahlzeit!