August 2013

Donnerstag, d. 01. 08.: Um 07:00 starten wir den Motor zu einem 2. Versuch ein wenig die türkischen Buchten zu genießen. 10 Min. später verlassen wir den Hafen und motoren bei klarblauem Himmel und einer schwachen Brise aus W Richtung Kekova. Nach etwa 3 Std. lassen wir in der Nähe der Steganlage von Kekova den Anker um 10:30 Uhr auf ca. 3 m Wassertiefe fallen. Pos.: 36° 11`46" N / 29° 51`06" E. Den Nachmittag genießen wir mit schwimmen und relaxen. Abends gehen wir mit Manfred & Mattu, diesmal nicht bei Hassan, sondern nebenan bei Mehmet essen. Auch hier ist es sehr, sehr lecker. Nehmen nur das Vorspeisenbuffet, reicht völlig aus.

Die kommenden 3 Tage verbringen wir am Anker in Kekova, schwimmen, sonnen, shoppen, relaxen, Fahrt per Dinghi nach Kale nebst Burgbesichtigung und tollem Ausblick auf die Buchten und Inseln in und um Kekova. So kann man leben bzw. das Leben genießen!

Der Juli und der August sind natürlich die wärmsten Monate an der südtürkischen Küste. Jeden Tag Sonne satt (12 Std.), Lufttemp. um 35- 40°C, nachts kaum unter 30°C, Wassertemperatur in Spitze bis 33°C!!! Wolken sind eher ein Fremdwort und äußerst selten zu sehen.

Am Montag, d. 05.08. stehen wir schon sehr früh auf, so gegen 06:00 und fahren um kurz vor 07:00 weiter zur Insel Kastellorizon gegenüber von Kas. Wind ist so gut wie nicht vorhanden in dieser Jahreszeit an der türkischen Südküste, so dass wir die Distanz von 16,64 sm wieder unter Maschine bewerkstelligen müssen. Gegen 10:30 Uhr lassen wir in der Bucht Mandraki den Anker auf Pos.: 36° 09`03" N / 29° 35`93" E fallen. Das Wasser ist glasklar, man kann bis auf den Grund schauen und beim Schnorcheln entdecke ich auch bald eine Seeschildkröte, die sich des feinen Seegrases am Meeresboden bedient. Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Beiboot um die Ecke in den Hafen von Megisti (Hauptort von Kastellorizon), wo wir einklarieren und ein wenig bummeln / einkaufen.

Die kommenden 2 Tage verbringen wir am Anker und machen Landausflüge in den Ort. Dort entdecken wir u. a. einen Laden, der von einer Deutschen geführt wird, die einen Griechen geheiratet hat und schon seit 18 Jahren auf der kleinen Insel ganzjährig lebt. In ihrem kleinen Laden führen wir nette Gespräche, erfahren viel über das Inselleben und entdecken ein wunderschönes Keramikgefäß mit einem Pelikankopf - Preis: EUR 184,00!!! Da es sich um einen "Raku Brand" handelt, besonderes seltenes Brandverfahren und da dieses Objekt von einem bekannten Athener Künstler stammt, scheint der Preis angemessen. Wir überlegen immer noch, ob wir uns das Teil auf dem Rückweg kaufen wollen.

Am Donnerstag, d. 08.08. gehen wir kurz vor 07:00 Ankerauf und verlassen den wunderschönen Platz, um weiter nach Westen zu motoren. Wenig bis kaum Wind aus umlfd. Richtungen, kaum Dünung ermöglichen eine angenehme Fahrt bei klarblauem Himmel in den Fethje Golf, wo wir in der Bucht von Fethje am Ende bei den Werften auf Pos.: 36° 37`14" N / 29° 05`22" E auf ca. 3,5 m Wassertiefe den Anker um 15:45 fallen lassen.

Vom 09. - zum 14.08. verbleiben wir am Anker in der Fethje Bucht. Wir haben ja Zeit und wollen die Gegend kennenlernen und genießen. Die Tage verbringen wir mit Stadtbummel, shoppen, Fischmarktbesuch, gelegentlichen Spielen, wie Backgammon, baden, relaxen etc. Auf dem Fischmarkt erstehen wir einen großen schwarzen Wolfsbarsch, den wir am 09.08. abends an Bord im Cockpit zubereiten und verspeisen. Ferner kaufen wir eine Kalebasse, als Lampe gearbeitet, die Licht für das abendliche Cockpit spenden soll. Am 10.09. ruft Corinna an und fragt, ob sie uns Ende August besuchen könnte. So entschließen wir uns bis dahin in dieser Ecke zu bleiben und hier auf sie zu warten. Am Dienstag, d. 13. 08. ist Marktbesuch in Fethje angesagt. Wir fahren mit dem Dingi bis zur ECE-Marina und bummeln von da zum Markt, wo wir uns mit allerhand Gemüse und frischem Obst versorgen.

Heute am 14.08. ist mal wieder ein Ortswechsel angesagt. Um 11:00 Uhr starten wir den Motor und gehen kurz darauf "Ankerauf". Großsegel wird gesetzt in der Hoffnung wir können doch einmal etwas segeln. Kaum haben wir die Bucht verlassen und können den Wind etwas genauer einschätzen, werden alle Segel gesetzt und bei erst 3-4 m/s aus SW Richtung Norden aufgekreutzt (auch sogenanntes Zickzackfahren). Nachdem wir 2-3 Schläge gemacht haben, können wir Kurs auf die Insel Tersane halten und der Wind, nun teils bis 8 m/s treibt uns zügig voran mit so um die 4 kn. Endlich mal wieder segeln und nicht immer das Motorgeräusch den ganzen Tag! Kurz vor Tersane schläft der Wind allerdings wieder ein und die letzten paar Meilen müssen wir doch noch motoren. Nach dem 3. Ankermanöver und nach 15,85 sm hält der Anker endlich um 16:30 Uhr im nordöstl. Teil der Bucht auf Pos.: 36° 40`33" N / 28° 54`55" E. Wir bringen noch eine Landleine aus und genießen die schöne Natur mit Ziegen- und Schafsgeblöke an den bergigen Hängen der Bucht. Bis zum Abend wird die Bucht stark von Gulets mit ihren Touristen frequentiert, doch danach kehrt Ruhe ein und wir können das schöne Panorama in der herrlichen Abendsonne genießen.

15.08.: Ruhetag Tersane. Nachmittags fahren wir zusammen mit dem Dingi zum Restaurantsteg. Hier soll es Ziegenfleischgerichte geben. Möchte ich unheimlich gerne mal probieren. Ist aber zu teuer, so dass wir nur ein Bierchen trinken. Abends koche ich dann doch wieder selber. Als Rentner kann man sich nicht jeden Tag verhältnismäßig teures Essen im Restaurant leisten, so ist das nun mal. Wir sind ja nicht im Urlaub!!!

Abends beim Sonnenuntergang lauschen wir dem Glockenkonzert der Ziegen, natürlich ist das kostenfreia und dazu noch sehr romantisch!

16.08.: Nach dem Frühstück gehen wir kurz vor 11:00 Anker auf und motoren das kurze Stück (3,37 sm) um die nächste Ecke zur Kapi-Bucht, wo wir letztes Jahr schon zweimal waren. Hier können wir am Restaurantsteg festmachen und Mehmet, der Inhaber begrüßt uns wie alte Freunde. Abends gehen wir zum Essen ins Restaurant. Hier erhalten wir gutes Essen zum akzeptablen Preis nach einigen Verhandlungen mit Mehmet. Die kommenden 2 Tage verbleiben wir in der Kapi-Bucht und genießen die schönen Tage. Wir plaudern mit Alain, dem Franzosen, der hier schon ein paar Jahre mehr oder weniger als Eremit auf seinem Stahlschoner lebt, oder spielen Backgammon bei einem Eis im Restaurant.

Montag, d. 19.08.: Heute verholen wir das kurze Stück, d. h. 7,67 sm unter Motor nach Norden und zwar in den Hafen von Göcek, wo wir auch mal wieder Wasser und Strom bunkern, als auch unseren Proviant auffrischen können. Liegegebühr: TL 65,00 = EUR 26,00 inkl. Strom/Wasser.

Dienstag, d. 20.08.: Marinas sind nicht mehr so wirklich was für uns stellen wir fest. Ankern ist ruhiger und die Natur ist schöner. Ferner kann man in die See springen wann man will und das Wasser ist sauber und klar. Aber manchmal braucht man sie eben immer noch diese Marinas. Um 13:30 verlassen wir Göcek und fahren die 2,74 sm in die Bucht Atbükü Koyu, wo wir nach 1,1 Std. ganz hinten in der Westecke den Anker auf Pos.: 36°43`44" N / 28° 54`58" E fallen lassen und noch eine Landverbindung herstellen. Später bringen wir noch einen 2. Anker zusätzlich aus, da Wind aufkommt. Diese Bucht wird später zu unserer Lieblingsbucht im Fethiye Golf werden. Hier zirpen die Zirkaden in ungeheurer Lautstärke fast den ganzen Tag über und erst gegen Abend ebbt dieses wohltuende Geräusch ab. Hier verbringen wir die kommenden Tage bis zum 26.08.

Am 22.08. entdecke ich bei einer Routinekontrolle erneut etwas Diesel in der  Motorbilge (ca. 2,5 Ltr.). Ich vermute, dass der Vorfilter nicht stark genug angezogen wurde und ziehe diesen nach.

Freitag, d. 23.08. - kurz vor dem Frühstück ertönt wieder einmal der fürchterlich laute Bilgenalarm. Scheiße, wieder die Motorbilge voller Diesel. Beide Tanks sind offensichtlich leergelaufen, wie die Tankanzeige anzeigt. Also Bodenbretter vorerst wieder zu und Frühstück genießen. Da die Tanks leer sind kann ja auch nichts mehr auslaufen. Also kann die Arbeit bis nach dem Frühstück warten. Danach wie gehabt, Diesel auspumpen in 5 Ltr. Gefäße, filtern und wieder zurück in die Tanks. Natürlich vorher die Ventile schließen!!! So, mittlerweile sind wir schon ganz routiniert in dieser Sache und es läuft ziemlich gut von der Hand. Als aller Diesel wieder in den Tanks und die Bilge leer ist, stelle ich fest, dass das Schauglass am Vorfilter, welches aus Glas ist, zerbrochen war. Wohl aufgrund eines zu starken Verschraubdruckes des Vortages. Vielleicht war aber auch schon ein Haarriß im Glas, den ich vorher nicht gesehen habe.

Egal, was bleibt übrig, als das ganze Filterding abzuschrauben und den Dieselschlauch direkt an den Tankauslass zu schrauben. Das muss bis zum kommenden Termin in Göcek funktionieren. 

Am Montag, d. 26.08. verholen wir dann erneut die 3,8 sm nach Göcek an den Gemeindesteg. Dort besorgen wir einen neuen Vorfilter bei West Marine und geben auch gleich den Aussenborder zur erneuten Reparatur, da kein Gang mehr eingelegt werden kann. Ich montiere gleich den neuen Vorfilter und alles läuft wie geschmiert. Nun hoffe ich, das dieses Problem endgültig gelöst! Der AB wird am frühen Nachmittag zurück geliefert und Probe gefahren. Auch hier keine Beanstandung. Erneute Kosten: TL 250,00 = EUR 100,00. am Abend gönnen wir uns zur Entspannung ein Essen im Kebap-Hospital. Sehr lecker die gegrillte Lammleber, kann ich direkt weiter empfehlen!

Dienstag, d. 27.08.: Um 11:30 verlassen wir Göcek und fahren für ein paar Tage in die 5,28 sm entfernte Restaurantbucht Boynuz Bükü, wo wir um 13:50 auf Pos.: 36° 42`47" N / 28° 53`41" E den Anker in der hinteren linken Ecke fallen lassen. Diese Bucht ist größer als Atbükü und es gibt hier einen kleinen Bachlauf und auf der anderen Seite eine weitere mit Schilf bewachsene flache Ausbuchtung. Ansonsten kann man hier ganz ruhig und romantisch liegen.

Am 29.08. sehen wir kurz nach dem Frühstück "Lady Elmar" aus Finike mit Rita & Waldemar am Restaurantsteg anlegen. Das ist ja eine Überraschung. Wir fahren am späten Vormittag mit dem Dingi rüber und statten ihnen einen Besuch ab. Die beiden haben ihre Enkelin an Bord zusammen mit 2 Freundinnen. Mittags gehen wir zusammen im Restaurant eine Kleinigkeit essen.

Samstag, d. 31.08.: Heute Abend trifft Corinna ein. Also müssen wir wieder zurück nach Göcek. Nach den paar Meilchen von 3, 88 sind wir um 11:40 am Steg von Göcek fest und können den Tag über relaxen und abwarten, bis Corinna aus Dalaman eintrifft. Nach dem Aufklaren des Bootes begebe ich mich vorne in die Hängematte. Gegen 18:00 Uhr will eine private Gulet neben uns "einparken" und dabei kommt es aufgrund eines Maschinenschadens zu einer Havarie mit unserem Boot. Die Gangway der Gulet verhakt sich beim rückwärts manöverieren in unserer STB.- Reeling, die eingedrückt wird. Rita versucht noch abzuhalten, bekommt aber dadurch eine ordentliche Quetschung an der linken Hand ab. Der türkische Skipper lehnt alle Verantwortung ab, mit dem Vermerk: "Maschin kaputt, was soll ich tun"? Diskussionen nützen hier nichts, selbst das Marina Office sagt dazu nur: "wir sind hier in der Türkei und nicht in Europa". also erstmal mit Rita´s Hand zur örtl. Ambulanz zur Notversorgung. Es schein Gott sei Dank nichts gebrochen zu sein. Die Hand wird desinfiziert, mit Antibiotikasalbe versehen, geschient und verbunden. Zurück an Bord wartet Corinna schon auf uns. Sie ist früher da, als wir dachten. Naja, dann gehen wir erst einmal essen und versuchen, nach dem ganzen Ärger, wenigstens noch den Rest des Abends zu genießen.