Nachdem wir über Giovanni direkt neben seinem Motorboot einen günstigen Liegeplatz am 13.07. bezogen haben, telefonieren wir Anfang August mit Konni in Frankfurt und bitten ihn einen Flug nach Mahon auf Menorca zu buchen. Es scheint so, dass wir so um den 20.08., nach diversen Behandlungen das Risiko Richtung Osten zu segeln, wagen können, wenn wir einen 3. Mann mit zur Unterstützung an Bord haben. Konni hat nun für den 26.08. gebucht und ist so gegen 21:00 in Mahon. Wir bereiten uns nun so langsam auf die erneute Abreise von Port Ginesta vor und genießen, neben den noch weiteren Behandlungen von Rita´s Hand, die Tage, so gut es bei dieser Hitze möglich ist.

Weitere Eintragungen folgen demnächst.

 

Montag, d. 20.08.:

Normalerweise war der heutige Tag für die Abreise aus Port
Ginesta vorgesehen. Da aber Philipp uns gestern fernmündlich avisierte, dass er
10 Tage Urlaub bekommen hat und nun seit gestern Nachmittag auf dem Weg nach
Spanien ist, verschieben wir die Abreise um ein paar Tage. Ich fahre am späten
Vormittag zum Einkaufen und als ich zurück komme, sind die „Frankfurter" schon
eingetrudelt und genehmigen sich ein 2. Frühstück. Nachmittags geht´s ab zum
Strand. Abends grillen wir alle zusammen auf dem Sonnendeck von Giovanni´s
Motorboot, wo die Frankfurter auch nächtigen.

 

Dienstag, d. 21.08.:

Nach dem gemeinsamen Frühstück an Bord von THORBJOERN steht
der sonnige, heiße Tag zur freien Verfügung. Rita und die Kinder genießen den
Strand, baden und freuen sich einfach über das schöne Wetter mit einer
Wassertemperatur von 30°C. Besonders die kleine Vivian kann nicht genug vom
Spielen am Strand bekommen. Am späten Nachmittag bereite ich so langsam den
Räucherofen vor. Heute Abend gibt mal wieder eines unserer Lieblingsgerichte –
frisch geräucherten Lachs mit Cusous-Salat. Den Abend verbringen wir wieder auf
dem Sonnendeck des Motorbootes und freuen uns über den Überraschungsbesuch.
Morgen Mittag wollen Maritza, Philipp & Vivian dann weiter nach Valencia fahren
und wir werden uns dann auf den Weg nach Mallorca machen.

 

Mittwoch, d. 22.08.:

Tja, nun heißt es wieder einmal Abschied nehmen. Gegen 13:30
sind wir alle fertig zur Abreise. Philipp & Familie startet mit dem Wagen
Richtung Valencia, und wir legen um 14:00 dann ab und verlassen nunmehr
endgültig Port Ginesta, wo wir uns die letzten Monate sehr wohl gefühlt haben.
Sylvia, Giovanni und natürlich auch Softy werden wir bestimmt vermissen. Wir
danken euch allen für die schöne gemeinsame Zeit und hoffen euch bald irgendwo
wieder zu sehen.

Nachdem wir aus dem Hafengebiet heraus sind, setzen wir bei
leichtem nördlichen Wind alle Segel und gehen auf Kurs 140°. Der Luftdruck
beträgt 1.021 hp, die Lufttemperatur liegt bei 33°C. Wir telefonieren noch
einmal mit Giovanni, der ja zurzeit einen Katamaran in Athen gechartert hat und
verabschieden uns von den beiden. Nun liegen über 100 sm vor uns bis Pollensa
auf Mallorca. Um 15:00 ist der Wind dann völlig eingeschlafen und wir müssen
den Yanni wecken, damit dieser für unsere Fortbewegung Sorge tragen kann. Die
ganze Nacht über müssen wir unter Motor laufen. Erst am frühen Donnerstag morgen, so gegen 06:40 unternehmen wir noch einen 2. Segelversuch, bis um 07:30 der Wind wieder ganz eingeschlafen ist. Den Rest der Strecke laufen wir wieder unter Motor. Um 08:30 runden wir Cap Formentor nach 99,3 sm und laufen auf Südkurs in die Bucht von Pollensa ein bei leichter südlicher Brise (4 m/s) von vorne. Um 10:15 sind wir an der Bunkerstation im Hafen fest, tanken 80 Ltr. Diesel für EUR 122,23 und verholen danach an den uns zugewiesen Kaiplatz. Insgesamt waren wir 19,1 Std. unterwegs und haben 107,58 sm zurückgelegt. Nun müssen wir erst einmal ein wenig schlafen, da wir ein klein wenig müde sind. Am frühen Nachmittag trudeln dann auch noch unsere belgischen Bekannte aus Port Ginesta mit ihrem großen Motorboot in Pollensa ein. Gegen 18:00 sind wir dort auf einen Schnack und Bier eingeladen. Danach machen wir noch ein paar Einkäufe im Ort, nehmen das Abendessen im Cockpit ein und fallen rechtzeitig doch recht müde in die Koje.

 

Freitag, d. 24.08.:

Heute ist es wieder sonnig und sehr warm. Nach dem Frühstück holen wir uns den neuen Wetterbericht und beschließen doch noch nach Menorca auszulaufen, da der Wind günstig ist und aus der richtigen Richtung wehen soll.
Um 11:00 laufen wir dann aus dem Hafen aus, fahren den ersten Teil unter Motor
aus der Bucht heraus. Kurz vor dem Cap Formentor setzen wir dann alle Segel und
machen den Motor aus. Der Wind kommt nun halb von Stb. aus südlicher Richtung
bei 5-10 m/s, sodass wir gut laufen mit ca. 5 kn. Später frischt der Wind weiter auf (10-13 m/s) und wir machen Fahrt so um 6 kn. Am späten Nachmittag haben wir die Nordwestecke von Menorca quer an Stb. Und laufen nun in Lee der Insel bei plattem Wasser wesentlich emütlicher, als vorher bei der doch recht hohen (so um 2 m) Querdünung. So bringt das Segeln richtig Spaß! Um 21.40 stehen wir kurz
vor der Bucht von Fornells, Menorca's einzigem Hafen an der Nordküste. Der Wind
hat links gedreht und stark abgenommen, sodass wir die Segel bergen und den
Rest des Weges unter Motor weiterlaufen.

Um 20:45, bei letztem Tageslicht machen wir um 20:45 an einer Boje vor dem Hafen von Fornells fest. Zurückgelegt, endlich mal fast nur unter Segeln, haben wir heute eine Strecke von 52,63 sm in 9 ¾ Std., das heißt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,4 kn. Das war doch mal ein schöner Törn!

 

Samstag, d. 25.08.:

Wieder ist es sonnig und sehr heiß, schon morgens zeigt das Thermometer 30°C an. Der Wind, wenn man ihn so nennen will, kommt mit 2 m/s aus nördlicher Richtung und reicht zum Segeln überhaupt nicht aus. Vor dem Frühstück springe ich erstmal in den Bach und bade ´ne Runde. Um 10:40 legen wir von der Boje ab und verlassen die Bucht unter Motor. Dann biegen wir rechts ab und fahren immer an der Küste entlang bis wir gegen 14:00 in die Bucht von Mahon einlaufen und in der Cala Teulero auf Position 39° 52.868'N / 04° 18.911'E um 14:15 den Anker fallen lassen. Tagesdistanz: 18,75 sm in 3 Std. und 40 Min. Den Nachmittag verbringen wir mit Sonnenbaden und Schwimmen im lauwarmen Wasser.

Gegen 18:00 besucht uns ein deutscher Segler mit seinem Dingi und teilt uns mit, dass in der kommenden Nacht mit Starkwind bis 7 Bft. Aus Nord zu rechnen ist und der Ankergrund hier nicht sehr gut ist. Man sollte daher noch einen 2. Anker ausbringen. Wir entschließen uns daher die Ankerbucht zu verlassen und verholen gegen 19:00 in eine Marina 3,7 sm weiter kurz vor Mahon. Morgen kommt ja auch Konni aus Frankfurt in Mahon an, der uns die nächsten 14 Tage begleiten und unterstützen möchte. Die Marinagebühr beträgt stolze EUR 103,09, bislang die höchste Liegegebühr, die wir für eine Nacht bezahlt haben.

 

Sonntag, d. 26.08.:

Nachdem wir bei recht starkem Nordwind eine gute und ruhige Nacht hatten (wir waren über den Entschluss trotz der hohen Hafengebühr die Nacht nicht am Anker zu verbringen doch recht froh), spülen wir das Boot mit Frischwasser ab, gehen in den nahe gelegenen Supermarkt zum Einkaufen und verholen dann nachmittags an einen Seeponton (ohne Strom & Wasser) der Marina, der für eine Nacht nur EUR 39,98 kostet. Konni hole ich dann abends gegen 21:00 mit dem Dingi in der Marina ab. Wir genießen den Restabend noch mit ein paar Leckereien und etwas Rotwein, bevor wir uns gegen Mitternacht in die Koje verholen.

 

Montag, d. 27.08.:

Wieder ist es sonnig und warm. Der Luftdruck beträgt 1.023 hp. Die Windvorhersage spricht von Schwachwind aus nördlicher Richtung um 2 m/s später recht drehend für das Seegebiet zwischen Menorca und Sardinien. Ich hole noch schnell mit dem Dingi frisches Brot vom Supermarkt zum Frühstück. Dann packen wir das Dingi ein und legen um 10:30 ab. Motoren ist angesagt! Wir verlassen die Bucht von Mahon und gehen draußen auf Kurs 105° Richtung Südwestecke Sardinien. Der Autopilot übernimmt die Arbeit, sodass wir uns lediglich ab und zu mal umschauen müssen, ob nicht irgendwelche Schiffe unseren Weg kreuzen. Gegen 19:15 treffen wir auf eine Delfinschule von 10 – 15 Tiere, die eine gute ¼ Std. um den Bug des Bootes spielen. Das ist schon ein echtes Erlebnis den Fischen zuzuschauen! Dann geht so langsam die Sonne unter und wir teilen die Wachen ein. Rita übernimmt die ersten 2 Std. dann ist Konni an der Reihe. Ich übernehme um 02:00 am Dienstag morgen, d. 28.08. und dann geht es wieder von vorne los.
So kann jeder ein paar Std. schlafen. Um 06:30 geht am Dienstag, d. 28.08. die Sonne auf. Um  07:00 Positionsbestimmung mit GPS: zurückgelegte Distanz durchs Wasser – 111,99 sm. Zurückgelegte Distanz über Grund – 105,11 sm. Wir haben also leichten Strom von vorne und müssen den Kurs entsprechend auf 110° neu setzen. Die Dünung ist zurückgegangen und die See sieht aus wie ein „Ententeich". Gegen 17:00 kommt die Südwestecke Sardinien´s in Sicht. Wir tanken vor Eintritt der Dunkelheit noch 40 Ltr. Diesel aus Kanistern nach. Eine Positionskontrolle macht eine neue Kursänderung auf nun 115°, abgesetzt auf den Leuchtturm „Del Toro" erforderlich. Sonnenuntergang ist heute um 20:02. Glutrot versinkt die Scheibe innerhalb von am Horizont. Um 22:30 haben wir den Leuchtturm „Del Toro" quer an Stb. Und steuern nun per Hand an der Südküste Sardiniens entlang. Als Zielhafen
haben wir uns die Marina Perd´e e´ Sali auf Pos. 39° 01,7´N / 09° 02´ E
ausgesucht. Am Mittwoch, d. 29.08. um 04:15 liegt die Einfahrt vor uns, jedoch müssen wir beim Einlaufen feststellen, dass es dort, entgegen den Angaben im Hafenhandbuch, zu flach ist. Wir sitzen schon in der Hafeneinfahrt fest. Auch 2 weitere Versuche führen nicht zu einem Ergebnis, also drehen wir um und fahren weiter nach Cagliary, das 10 sm weiter in Richtung NE liegt. Um 06:55, zwischenzeitlich ist auch die Sonne aufgegangen, laufen wir in den Stadthafen von Cagliary ein und machen dort am Ponton der Marina „Portus Karalis" um 07:15 auf Pos. 39° 12,73' N / 09° 06, 76' E fest. Wir sind nun 44 Std. unter Motor gefahren und haben 252,12 sm zurückgelegt. Das rechtfertigt erst einmal einen „Anleger" in Form eines Whiskys! Danach gibt es Frühstück und dann geht es erst einmal ab ins Bett! Nachmittags gehen wir einkaufen im Supermarkt, gönnen uns ein leckeres italienisches Eis und bezahlen EUR 80,00 Liegegebühr, nachdem wir einen Rabatt von 20% von etwas über der Normalgebühr EUR 103,00 aushandeln konnten. Mal sehen, was der morgige Tag für uns bereit hält.

 

Donnerstag, d. 30.08.:

Das Wetter ist wieder total super, wie eigentlich jeden Tag hier im Mittelmeer. Schon um 11:00 haben wir 27,5° C. Um 11:25 legen wir ab und fahren erst einmal zur Bunkerstation, um den Dieselbestand aufzufüllen. Wir tanken 170,5 Ltr. Diesel für 317,43 EUR – Arschteuer! Um 11:50 verlassen wir den Hafen und fahren wieder unter Motor bei leichten Winden von vorne die knappen 23 sm bis zum Hafen von Villasimius / Fortezza Vechia, wo wir um 16:00 auf Pos. 39°07,858´ N / 09° 31,427' E den Anker auf 2,5 Wassertiefe im Schutz der Hafenmole fallen lassen. Etmal: 22,17 sm. Hinter uns liegen 2 wunderschöne Strände. Auch ansonsten bietet die Bucht ein herrliches Panorama. Es wird gebadet und relaxed. Die Nacht ist ruhig und
gemütlich. Morgen soll es dann weiter gehen, so gute 200 sm nach Sardinien.

 

Freitag, d. 31.08.:

Für den kommenden langen Törn sind wir schon recht früh hoch und frühstücken zügig. Es ist heute bewölkt bei 27°C, also nicht kalt, sondern ganz angenehm. Nach Windvorhersage sollen wir so um die 4 Bft. (= 8 m/s) aus NW – W haben, so müssten wir also vor dem Wind kreuzen. Mal schauen, was das wird. Um 08:50 gehen wir Anker auf und verlassen unter Motor den geschützten Teil der Bucht und setzen dann das Groß. Um 09: 35 setzen wir Fock und Klüver dazu und machen den Motor aus. Es steht eine enorme achterliche Dünung von 3-4 m aus NW. Wir rollen heftig und können nur so um 140 – 150° steuern, müssten aber eigentlich 105° Kurs halten, um nicht auf Tunesien zuzulaufen. Der Wind aus WNW frischt immer mehr auf mit Tendenz auf 7 Bft. = 13,8 m/s und mehr. Wir haben fast in jeder Rollbewegung Wasser an Deck und bergen den Klüver. Um 10:15 entschließen
wir uns die Reise abzubrechen und umzukehren, da das ursprünglich angedachte
Unternehmen bei diesen Wetterverhältnissen wohl kaum richtig Spaß bringt. Wir
haben keinen Bock darauf 2 Tage und Nächte so rumzueiern! Also kehrt das ganze und unter Motor die ca. 7 sm zurück an den geschützten Ankerplatz. Um 11:45 lassen wir 2 Anker auf Pos. 39° 07,14'N / 09° 30,29'E fallen und atmen erst
einmal gut durch. Die Anker ziehe ich mit 2.500 Umdrehungen mit dem Motor
rückwärts ein und sie scheinen beide gut zu halten. Im weiteren Tagesverlauf legt der Wind jedoch immer weiter zu und 14:30 sind wir die einzigen, die noch am Haken liegen. Alle anderen Boote haben sich mittlerweile in den Hafen verholt. Um
14:30 entschließen wir uns auch in dem Hafen Schutz zu suchen, da wir
mittlerweile Böen von 15,5 m/s verzeichnen entsprechend 7 Bft. mit weiter
zunehmender Tendenz. Wir wollen ja heute Nacht doch ruhig schlafen können und
keine Ankerwache gehen müssen. Um 14:55 sind wir dann nach einem etwas
missglücktem Anlegemanöver sicher in der Marina fest. Liegekosten EUR 80,00
nach Verhandlung mit EUR 10,00 Nachlass. Ab Morgen ist dann Mittelsaison und
per Nacht „nur" noch mit EUR 50,00 zu rechnen.