Unsere 4-tägige Busreise von Finike nach Konya & Kappadokien am 21. Nov. 2013

Das Angebot dieser Reise erfolgt seitens der Setur-Marina-Finike per E-Mail im Oktober 2013, als wir noch in der Kecova vor Anker lagen. Es erschien uns so attraktiv, dass wir uns adhoc entschieden früher, als eigentlich geplant, nach Finike zurückzukehren, um die Reise noch rechtzeitig anzumelden und buchen zu können.

 

Am 21. Nov. um 06:00 früh morgens sollte es dann losgehen. Unsere Reisegesellschaft bestand aus knapp 30 Personen, einem bunten Mix von Seglern aus Skandinavien, England, Australien, Türkei und 2 deutschen Seglerpaaren, uns beide eingeschlossen. Die Organisation der Reise erfolgte seitens des Managers der Marina und stellte sich als absolut professionell heraus. Zur Verfügung stand ein bequemer Reise bus mit 2 Fahrern, die sich auf der immerhin 600 km langen Strecke nach Kapadokien ablösen konnten. Ferner begleiteten uns 2 sehr kompetente Reiseführer, die uns alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach und in Kapadokien sehr gut nahebringen und uns mit geschichtlichen Details versorgen konnten.

Ca. 2 Std. nach dem Start in Finike machten wir unseren 1. Stopp an einer großen Tankstelle kurz hinter Antalya. Dann ging es weiter nach Konya, wo am frühen Nachmittag Tische in einem Restaurant für uns reserviert waren, um dort die örtliche Spezialität - eine sehr köstliche u. wohl auch die längste Pide der Türkei - genießen zu können. Nach dem Mittagessen standen Besichtigungen div. Museen, d. h. Moscheen aus der Seldschukenzeit, als auch des Mevlana Museums bzw. Mausoleums, in welchem Sakrophage seldschukischer Sultane zu bewundern waren, auf dem Programm. Allerdings durfte man in dem Mausoleum weder filmen noch fotografieren.

Bevor wir dann wieder in den Bus stiegen, hatten wir noch Gelegenheit uns den schönen Park des Mausoleums anzuschauen. Nach 2 weiteren Zwischenstopps erreichten wir gegen 20:00 unser kuscheliges Hotel in Ortahisar-Ürgüp am Stadtrand von Göreme mitten im Herzen Kappadokiens, um dort noch schnell ein warmes Abendessen zu genießen, bevor wir erschöpft in die Betten fielen.

 

Am kommenden Tag (22. 11.) versammelten wir uns wieder alle um 09:00 am Bus vor dem Hotel, um unsere 1. sight-seeing-tour zu genießen. Auf den Plan für heute stand u. a. ein Besuch der unterirdischen Stadt Kaymakli, die erst im Jahre 1940 entdeckt worden ist. Diese verborgene Stadt erstreckt sich über 8 Ebenen, deren erste die typischen Merkmale der frühen Siedlungsgeschichte aufweisen. In römischer u. byzantinischer Zeit wurde sie um die weiteren Ebenen erweitert, von denen heute vier für die Erkundung durch Besucher freigegeben sind. Diese in Tuff geschlagene Stadt verfügte über alles, was eine Gemeinde (ca. bis zu 2.000 Pers.) -abgeschnitten von der Aussenwelt- für ein vorübergehendes Überleben benötigte: durch enge Korridore miteinander verbundene Kammern & Hallen, Weinkeller, Trinkwasserdepots, Küchen, Speisekammern, Belüftungsschächte, Wasserbrunnen und Kirchen. Um von aussen drohende Gefahren abzuwehren, konnten die Zugänge mit grossen Steinziegeln versperrt werden, die nur von innen zu öffnen waren.

Der Rundgang durch diese unterirdische Stadtanlage war ungemein faszinierend, allerdings ab einem bestimmten Körperumfang nicht mehr zu empfehlen! Um einen visuellen Eindruck von dieser Stadt zu erhalten, solltet ihr euch das entsprechende Bildmaterial auf dieser homepage anschauen.

Nach einer kurzen Pause ging es dann mit dem Bus weiter zu dem Aussichtspunkt am "Pigeon-Valley", auch "Taubenschlag-Schlucht" genannt. Von hier aus hatte man einen traumhaften Ausblick auf das Tal in Uchisar bis nach Göreme. Diese Schlucht ist ca. 4 km lang und weist die typischen geologischen Merkmale und die Flora der Region auf. Die "Taubenschläge", die die Einheimischen hier in die Felsen geschlagen haben, sind Zeugen der frühen Besiedlung von Uchisar und haben dem Tal ihren Namen gegeben. Die Schlucht ist Standort zahlreicher Felsbehausungen (teilweise heute noch bewohnt), von denen einige in die Feenkamine getrieben wurden. Ihre unterschiedlichen Farbnuancen machen das unvergleichliche Gesamtbild der Schlucht aus. Der Vergleich mit einem Märchenland ist durchaus zutreffend!

Mittlerweile war es schon Mittag geworden, sodass unser nächster Aufenthalt in dem Städtchen Avanos zum Lunch genutzt wurde. Auch hier konnten die örtlichen Spezialitäten genossen werden. Gestärkt von dem leckeren Mahl hatten wir etwas Zeit den Ort zu Fuß zu erkunden. Das Gründungsjahr der Stadt ist nicht genau bekannt. Der Geschichte zufolge soll sich hier ein seldschukischer Nomadenstamm niedergelassen haben. Die Siedler haben irdernes Geschirr aus dem Flußtal hergestellt und die heutigen Bewohner tun das noch immer. Tonwaren aus Avanos sind mittlerweile in aller Welt bekannt. Deshalb nutzten auch wir die Gelegenheit eine der ältesten Keramikwerkstätten der Region zu besichtigen und uns die Tradition der Herstellung dort in allen Einzelheiten erklären zu lassen, was äußerst beeindruckend war. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen auch ein paar Kleinigkeiten dort als Souvenir zu erstehen.

Zum Tagesabschluss entführte uns dann unsere "Reiseleitung" noch zu einem lokalen Weinhersteller, wo wir bedingungslos Rot- und Weißwein probieren und testen konnten. Danach waren alle "reif" für das abendliche Dinner im Hotel mit nachfolgender Bereitschaft die erlebten Eindrücke auf sich einwirken zu lassen und früh die Koje zu entern, um für den kommenden Tag wieder fit zu sein.

 

Am Samstag, d. 23. Nov. starteten wir zur 2. Tour um 09:15. Als erstes steht für heute eine 4 - 5 km lange Wanderung durch das "Rose-Red-Valley" an, auch Baglidere Schlucht genannt. Das Wetter war für die Wanderung bestens geeignet. Klarblauer Himmel und kaum Wind bei Temperaturen so um 15 - 18°C. Die Schlucht beginnt etwas nördlich der Ortschaft Uchisar und endet in der Nähe des Dorfes Cavusin, wo der Bus uns wieder erwartete. Die Schlucht weist die typischen geologischen Merkmale, Feenkamine, Felsenwohnungen, div. Felsenkirchen mit Fresken und Malereien und die Flora der Region auf. Obwohl ich bekanntlich kein "Wanderknabe" bin, hat mich diese Wanderung durch das Tal äußerst fasziniert und beeindruckt. Die Felsformationen in der Region sind wirklich einmalig und man fühlt sich teils in eine andere vergangene Welt versetzt.

Nach der Wanderung und einer kurzen Verschnaufpause in dem Dorf Cavusin besteigen wir wieder den Bus und fahren nach Göreme, wo man für uns Plätze in einem "Nobel"-Restaurant zum Lunch bestellt hatte.

Göreme liegt im Zentrum des heutigen Weltkulturerbes "Kapadokien".

Vor tausenden von Jahren hatte die aus dem Vulkan Ericiyes ausströmende Lava etwa 20.000 km2 Land bedeckt. Als Ergebnis einer über Hunderte von Jahren starken Erosion wurde die Erde ständig weniger und die gegenüber den Wettereinflüssen widerstandsfähige Felsen schälten sich heraus. auf ihren Spitzen blieben kleinere Felsbrocken liegen und so entstanden die berühmten Feenkamine, die man im ganzen Göreme-Tal bewundern kann.

Hier gibt es aber auch eine große Anzahl von Restaurants und Cafes. Auch ist Göreme das Zentrum des "Hot-Air-Balloon-Ridings".

Nach dem Mittagessen besuchen wir das Göreme-Open-Air-Museum mit seinen byzantinischen Felsenkirchen aus dem 10. und 13. Jahrhundert. Danach geht es weiter zum Pasabaglari-Tal mit seinen enorm hohen und aussergewöhnlich schönen Feenkaminen. Von dort aus besuchen wir  am späten Nachmittag das nicht weit entfernte Städtchen Mustafapascha. Hier haben bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Griechen und Türken Seite an Seite gelebt. Aus historischer Sicht sind die alten, reich verzierten Häuser griechischer Bauart aus dem ausklingenden 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert sehr beeindruckend.

Da wir heute Abend nicht zu spät ins Hotel zurückkommen dürfen, um den "Tanz der Derwische" nicht zu versäumen, kehren wir rechtzeitig nach Ortahisar zurück, wo wir noch vor dem Abendessen um 18:00 abgeholt werden.

Der Tanz der Derwische ist ein Trancetanz, eine Einswerdung mit dem Göttlichen. Die Tänzer drehen sich ununterbrochen um die eigene Körperachse. Der ekstatische Zustand, den die Tänzer in ihrem Tanzgebet erreichen, kann sich in Taumeln oder Schreien äußern. Manche berichten sogar von Visionen während des Tanzes. 1925 wurden die Tänze von Mustafa Kemal Atatürk verboten, seit 1954 sind sie aber wieder erlaubt.

Nach der fantastischen Tanzvorführung nehmen wir im Hotel unser spätes Dinner ein und packen so langsam unsere Sachen für die Rückreise.

 

Am Sonntag, d. 24. Nov. können diejenigen, die nicht an der Ballonfahrt teilnehmen, etwas länger schlafen. Wir gehörten zu den "Nichtteilnehmern", da der Start für die "Balloon-Riders" schon um 05:00 erfolgte. Nach dem Frühstücksbuffet treten wir um 09:15 die Rückfahrt nach Finike an. Mittags halten wir am Binnensee Beysehir, um in einem Restaurant direkt am See zu Mittag zu essen. Wer will, kann sich noch anschließend die Füße etwas vertreten, bevor wir den letzten Teil der Reise angehen. Um 20:00 kommen wir nach insgesamt 1.500 km in den letzten 4 Tagen wieder wohlbehalten in der Finike Marina an. Nun gilt es erst einmal die erlebten vielen fantastischen Eindrücke alle zu verarbeiten.

Wir können aber heute schon allen nur dringenst empfehlen sich eine Reise nach Kappadokien zu gönnen, wenn man sich schon einmal in der Türkei befindet.

 

KAPPADOKIEN ist einfach ein - MUSS!!!